Das Mittelalter: Literatur, Lyrik und Troubadoure

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Das Mittelalter: Epoche und Literatur

Das Mittelalter begann mit dem Fall des Weströmischen Reiches (476) und endete mit der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen (1453), was einen Zeitraum von fast zehn Jahrhunderten umfasst.

Die Entwicklung der romanischen Sprachen

Zwischen dem 5. und 12. Jahrhundert, dem Frühmittelalter, bildeten sich die romanischen Sprachen heraus. Die Entstehung dieser neuen Sprachen führte zum Aufkommen einer relevanten Literatur, die in der ersten Periode nur mündlich überliefert wurde und erst ab dem 12. Jahrhundert schriftlich fixiert wurde. Zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert gewannen die romanischen Sprachen an Bedeutung, während Latein als Sprache der Gelehrten langsam an Einfluss verlor.

Die mittelalterliche Lyrik

Während des Mittelalters war die Lyrik, die persönliche Gefühle und Empfindungen ausdrückte, in erster Linie gesungene Poesie. Der Autor – ob anonym oder namentlich bekannt – musste seine Werke vertonen. Die Ursprünge der mittelalterlichen Lyrik liegen in der römischen Welt. Man unterscheidet zwei Hauptinhalte:

  • Religiöse Lyrik: Entstanden aus einer tief christlich geprägten Gesellschaft.
  • Profane Lyrik: Entstanden ab dem 11. Jahrhundert innerhalb der feudalen Gesellschaft.

Troubadoure und Spielleute

Im 13. Jahrhundert unterschied man zwischen dem Troubadour (dem Dichter) und dem Spielleut (dem Interpreten). Während der Troubadour seine Werke in der Volkssprache verfasste, trugen die Spielleute diese vor einem höfischen Publikum vor. Ein Spielmann benötigte großes Können, um die Lieder mit Präzision zu interpretieren, oft begleitet von Instrumenten. Beide Gruppen waren Reisende, die ihre Werke in ganz Europa präsentierten.

Die Rolle des Lateinischen

Trotz der Entwicklung der Volkssprachen blieb klassisches Latein die Sprache der Kultur und der christlichen Kirche. Sie diente als universelle Sprache der gesamten christlichen Gemeinschaft.

Okzitanische Poesie und höfische Kunst

Der Adel pflegte die okzitanische Sprache in der Schrift. Die Kunst des Trobar (das Finden/Komponieren) erforderte eine hohe Ausbildung. Ein guter Troubadour musste strenge Regeln der Komposition befolgen. Die Themen drehten sich meist um:

  • Liebe (z. B. Alba, Pastorela)
  • Krieg
  • Tod (z. B. Planh/Klagelied)

Bedeutende Dichter: Cerverí de Girona und Ramon Llull

Cerverí de Girona

Er ist ein bedeutender katalanischer Troubadour, von dem über hundert Kompositionen erhalten sind. Er gilt als Beispiel für einen professionellen Troubadour, der am königlichen Hof von Cardona wirkte.

Ramon Llull

Auf dem Gebiet der Poesie ist er der erste große Lyriker, der auf Katalanisch schrieb. Im Jahr 1299 warnte er in Paris vor der mangelnden Unterstützung für seine Evangelisierungsprojekte. Llull verfasste Gedichte mit stark autobiografischem Charakter, die uns Einblicke in seine Ideale und sein bedeutendes Werk geben.

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