Mittelalterliche Dichtung: Mester de Juglaría, Epische Gedichte und El Cantar de Mio Cid

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Mittelalterliche Dichtung: Mester de Juglaría und Epische Gedichte

Mester de Juglaría und Klerus

Das Mester de Juglaría (Jongleurshandwerk) und das Mester de Clerecía (Klerikerhandwerk) waren prägende Formen der mittelalterlichen Dichtung. Das Mester de Juglaría wurde von Spielleuten (Jongleuren) vorgetragen, während das Mester de Clerecía von gebildeten Klerikern stammte.

Merkmale des Mester de Juglaría

  • Unregelmäßige Zeilen: Die Verse umfassen typischerweise 10 bis 20 Silben.
  • Monorhythmisch: Meistens sind die Strophen monorhythmisch aufgebaut.
  • Assonanzreime: Es werden fast ausschließlich Assonanzreime verwendet.

Die Rolle des Jongleurs

Der Jongleur (Narr) unterhielt Könige, Adel und das einfache Volk. Er verdiente seinen Lebensunterhalt, indem er dem Publikum Neues in Form von Musik, Literatur, Spielen oder Akrobatik bot. Jongleure dienten auch als eine Art „Werbeagentur“ und beeinflussten die öffentliche Meinung.

Epische Gedichte: Gattung und Merkmale

Definition und Zweck

Die Gattung der epischen Gedichte umfasst Verserzählungen heroischen Charakters. Ihr Hauptzweck war es, das Leben wichtiger Persönlichkeiten und nationale Ereignisse, die es wert waren, überliefert zu werden, zu besingen.

Ursprung und Metrik

Epische Gedichte entstanden wahrscheinlich aus einer kollektiven Dichtung oder dienten als Material für das Volksgut, das später schriftlich festgehalten wurde.

Metrik: Der unregelmäßige Versbau ist typisch für die orale Literatur. Die Zeilen messen zwischen 10 und 20 Silben und sind in Hemistichien (Halbverse) unterteilt, um die Rezitation zu erleichtern. Obwohl eine Dominanz von 14-, 15- und 13-silbigen Zeilen besteht, da diese populärer und einfacher zu merken waren.

Kompositionelle Merkmale

  • Dialoge: Die Präsenz von Dialogen macht die Erzählung unterhaltsamer.
  • Einführungswörter: Spezielle Einführungswörter erleichtern den Übergang zum Dialog.

El Cantar de Mio Cid: Themen und Autorschaft

Hauptthemen des Cantar de Mio Cid

  1. Wiederherstellung der Ehre: Das zentrale Problem ist die Wiederherstellung der Ehre des Helden, die er durch sein Exil verloren hat.
  2. Aufstieg zur Macht: Ein weiteres wichtiges Thema ist der Aufstieg des Cids zur Macht. Er kämpft, siegt und erlangt Reichtum, wobei er großen Wert auf harte Arbeit legt. Im Kampf um die Macht spielen seine Töchter eine wichtige Rolle, für die er große Zärtlichkeit empfindet.
  3. Integrität des Cids: Der Cid wird als sozial integer im christlichen und feudalen Sinne dargestellt. Diese Integrität sichert ihm die Gefolgschaft seiner Vasallen und ihre Loyalität, wodurch er die Gunst des Königs zurückgewinnt. Er zeigt zärtliche und menschliche Liebe für seine Familie und Freunde.

Kompositionelle Ressourcen

In den Episoden werden kompositorische Mittel eingesetzt, um die Intensität und Spannung der aufgezeichneten Ereignisse zu steigern.

Autorschaft des Cantar de Mio Cid

El Cantar de Mio Cid (oder Poema de Mio Cid) ist das älteste erhaltene Dokument des spanischen Epos. Sein Manuskript befindet sich heute in der Nationalbibliothek von Madrid. Der Gesang wurde von einem arabischen Dichter und Juristen verfasst, der das Leben des Cids im Jahre 1095 niederschrieb. Der Originaltitel ist unbekannt, aber er wurde wahrscheinlich als Epos oder Gesang bezeichnet, Begriffe, mit denen der Autor sein Werk beschreibt.

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