Mittelalterliche Gesellschaft und Kultur: Hof, Stadt und Humanismus

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Der Hof

Das feudale Schloss war ein Ort der Verteidigung und des Schutzes sowie ein Zentrum für die Produktion und Verbreitung von Literatur. Es prägte ein Verhalten, das dem höfischen Ehrenkodex entsprach und eine Art soziales Ritual für den Adel und die Ritter darstellte.

Der literarische Aspekt des Hofes: Der Hof war Literatur. Als die Figur des Königs gestärkt wurde, um ein wahrer König zu werden – jemand, der absolute Macht über Verwaltung, Armee und Finanzen besaß –, pflegte und stärkte er die Rolle des Beschützers und Förderers von Künstlern, die der Adel und die Könige der Feudalzeit entwickelt hatten. Dies stärkte die Idee, dass Kunst und Literatur sehr wirksame Instrumente der Propaganda im Interesse der Macht sein können.

Die Könige schufen eine echte Regierungsstruktur zur Produktion aller Arten von Dokumentationen. Im 14. Jahrhundert reorganisierte König Peter IV. von Katalonien das Außenministerium, das er als „Königskrone von Aragon“ bezeichnete. Dieses Ministerium überwachte die Ausarbeitung und sprachliche Einheitlichkeit der königlichen Urkunden in Latein, Katalanisch und Aragonesisch, den drei Amtssprachen. Eine Gruppe von Sekretären schuf im 14. und 15. Jahrhundert eine vereinheitlichte, dialektfreie und standardisierte Sprache mit einer Regularisierung der Rechtschreibung und Morphologie. Dies war ein grundlegender Schritt zur Etablierung eines Modells für die offizielle Schriftsprache in Prosa.

Die Stadt

Die Entwicklung und Krise der feudalen Gesellschaft spiegelten sich im gesamten Mittelalter in der Entwicklung der Städte wider. Ab dem 12. Jahrhundert jedoch entwickelten sich die Städte zu Gebieten großer wirtschaftlicher Aktivität und erlebten einen erheblichen Bevölkerungszuwachs.

In den Städten entstand eine aufstrebende soziale Gruppe, ein wohlhabendes Bürgertum, das sich dank des dynamischen Handels sowie der Konsum- und Produktionsgüter, die von den großen städtischen Zentren nachgefragt wurden, bereicherte. Dieses neue Umfeld förderte auch ein dynamisches und aktives kulturelles Leben. Dies geschah auf zweierlei Weise:

  • Erstens entwickelte sich eine Literatur, die über die höfische Welt hinausging und das Interesse eines bürgerlichen Publikums ansprach.
  • Zweitens zeigten sich erste Anzeichen für das Aufkommen von Verlagen, die eng mit Handwerksbetrieben verbunden waren. Mit der Einführung des Buchdrucks entstand jedoch eine kleine Industrie, die sich im Laufe der Jahre entwickelte und florierte.

Die Krise des mittelalterlichen Denkens: Humanismus

Francesco Petrarca (1304-1374) verkörperte das Wesen des humanistischen Traums. Der Dichter förderte ein geistiges Bild, das Glück als eine lange Pause zwischen dem „alten“ und dem „ärgerlichen“ verstand und eine glorreiche, ersehnte Rückkehr zu jenem goldenen Zeitalter anstrebte.

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