Mittelalterliche Literatur: Epik, Lyrik und Prosa im Überblick

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Historischer Kontext – Kultur (5. – 15. Jh.)

Der Zeitraum zwischen dem 5. und 15. Jahrhundert. Die Gesellschaft war in drei Klassen geteilt: Adel, Klerus und Volk. Die Monarchie brauchte die Unterstützung des Adels (Kampf gegen die Araber). Das Gebiet war in verschiedene christliche Königreiche unterteilt. Die Kultur war in den Klöstern eingeschlossen, Bücher waren sehr knapp und wurden von Hand geschrieben. Die Leute waren Analphabeten. Der mittelalterliche Mensch begriff das Leben als Jammertal, der Tod als Befreiung zum ewigen Leben. Der Prototyp war der mittelalterliche Ritter oder Krieger.

Mittelalterliche Lyrik

Im Mittelalter lassen sich vier Strömungen unterscheiden:

  • Frühe kastilische Texte: Gedichte sind kurz, haben unregelmäßige Metren und verschiedene Themen (Morgengrauen, Abendlieder, Maienlieder).
  • Jarchas: Kurze Kompositionen, in mozarabischem Dialekt geschrieben, erschienen in den Muwassahas. Das Thema ist die Liebe, ein Mädchen beklagt das Fehlen ihres Geliebten.
  • Galizisch-portugiesische Lyrik: Die wichtigsten Merkmale sind:
    • Lieder von einem Freund, in denen ein Mädchen die Abwesenheit ihres Geliebten beklagt.
    • Liebeslieder, in denen ein Herr seine Geliebte anspricht und ihre Gleichgültigkeit beklagt.
    • Spöttische Lieder, in denen jemand mit Verachtung spricht.
  • Troubadour-Texte: Es gibt drei thematische Gruppen:
    • Die müde, von Liebe erfüllte Poesie.
    • Die Pastorale, die ländliche Szenen zeigt.
    • Die Sirventes, anekdotisch oder satirisch.

Die Epik: Die Mester de Juglaría (12. Jh.)

Merkmale

  • Sie rezitierten Epen.
  • Mündliche Verbreitung.
  • Geschrieben in Versen (Epos und erzählende Dichtung).
  • Assonanzreim, unregelmäßiges Maß für die Verse.
  • Themen: Geschichte der mittelalterlichen Helden.
  • Einfache und volkstümliche Sprache.
  • Anonymer Autor.

Werke

  • Das Lied von Mio Cid
    • Anonym.
    • Erzählt die Heldentaten des Cid, sein Exil und die Eroberung von Valencia.
    • Es ist in drei Teile unterteilt: Lied des Exils, Lied der Hochzeit und die Schmach von Corpes.

Die Mester de Clerecía (13. – 14. Jh.)

Besonderheiten

  • Geschrieben von Klerikern.
  • Religiös und didaktisch. Ziel ist es, das Leben der Heiligen zu schildern und die Leser zur Andacht zu bewegen.
  • Regelmäßige Metrik: Cuaderna Vía, Verse mit 14 Silben (Alexandriner) und Reim (14A 14A 14A 14A).
  • Gepflegte Sprache, aber mit gängigen Ausdrücken.

Werke

  • Wunder unserer lieben Frau
    • Autor: Gonzalo de Berceo
    • Berceos Sammlung von Wundern der Jungfrau Maria.
    • Einfach und doch sorgfältig.
  • Das Buch der Guten Liebe
    • Autor: Juan Ruiz
    • Thema: Zeigt, dass der ausschweifende Gebrauch der Liebe negative Folgen hat.
    • Zweck: Bestimmte soziale Mängel kritisieren, Lehrmodelle aufzeigen, Gebräuche der Zeit beschreiben, unterhalten und amüsieren.
    • Struktur: Am Anfang äußert der Autor seine Absicht, das Stück zu schreiben. Der zentrale Teil besteht aus fünfzehn Angelegenheiten des Autors selbst, der Protagonist ist, verbunden mit Fabeln und Geschichten. Der letzte Teil besteht aus Kompositionen, die der Jungfrau gewidmet sind, und traditionellen Liedern in der Dunkelheit.

Die alten Romanzen

  • Eine Romanze ist eine unbestimmte Menge von achtsilbigen Versen, wobei die geraden Verse paarweise reimen und die ungeraden leer sind. Bauplan: 8a 8b 8a 8-.
  • Die Menge der alten Romanzen wird als Romanzero bezeichnet, die aus der Entwicklung der Epen während des vierzehnten und fünfzehnten Jahrhunderts entstanden sind. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es mündlich überliefert wird, anonym ist und Volkstümlichkeit besitzt.
  • Historische Themen (Die Geschichte der Kinder von Lara), Grenzthemen (Romanze von Amenábar), Opernthemen (Romanze des Gefangenen), Romane und Neuigkeiten.

Mittelalterliche Prosa: Don Juan Manuel (14. Jh.)

Werke

  • El Conde Lucanor
    • Geschichtenbuch mit 51 Geschichten, die mit einer Moral enden.
    • Struktur der Erzählungen:
      • Der Graf stellt Patronio ein Problem vor und bittet um Rat.
      • Der Diener gibt Feedback anhand einer Geschichte oder eines Beispiels.
      • Don Juan Manuel fasst die moralische Lehre in einem Couplet zusammen (zwei Zeilen, die sich reimen).

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