Mittelalterliche Literatur: Epoche, Kultur und Dichtung

Eingeordnet in Spanisch

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,65 KB

Mittelalterliche Literatur: Epoche, Gesellschaft und Kultur

Die mittelalterliche Literatur umfasst den Zeitraum vom frühen Mittelalter bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. In Westeuropa war die Gesellschaft statisch und nach dem wirtschaftlichen und politischen Modell des Feudalismus organisiert. Der Handel war sehr unterentwickelt.

Die Gesellschaft war in drei Stände unterteilt: Adel, Klerus und Bauern. Das Zerfallen des Feudalismus war offensichtlich; bereits im 14. Jahrhundert gab es eine allgemeine Krise.

Ideen und Kultur des Mittelalters

Nach dem Fall des Römischen Reiches fand die Schriftkultur Zuflucht in den Klöstern. Manuskripte wurden von Hand kopiert, was sie teuer machte und dazu führte, dass nur wenige Bücher existierten und Bibliotheken außerhalb der Klöster kaum vorhanden waren.

Diese statische Sichtweise der Kultur entsprach einer statischen Weltsicht: Die Gesellschaft konnte sich nicht ändern, sie blieb unveränderlich; die Zeit wurde nicht dynamisch konzipiert, das Vergehen der Tage änderte nichts, es war inalterabel. Ein zentraler Aspekt dieser Zeit war der theozentrische Begriff der Realität.

Am Ende des Mittelalters verließ die Schriftkultur die kirchlichen Mauern. Die Frau begann in den letzten Jahrhunderten des Mittelalters eine bedeutende Präsenz zu gewinnen. Ab dem späten 11. Jahrhundert erlangten Frauen eine ungewöhnliche Relevanz, die sie zur unbestrittenen Protagonistin der aktuellen literarischen höfischen Liebesdichtung machte.

Am Ende des Mittelalters begünstigte die Entfaltung des Handels und der kaufmännischen Wirtschaft Reisen und damit den Austausch von Ideen und Kontakten zwischen den Kulturen.

Formen der mittelalterlichen Dichtung: Mündliche Poesie und Epik

Mündliche Poesie

Lyrik war eng mit dem Gesang verbunden und wurde oft durch Lieder, Tänze oder Epen ausgedrückt, begleitet von Musik. Die Texte und Epen wurden von Sängern, Spielleuten und Akteuren vorgetragen.

Im Gegensatz dazu hatte der schriftliche Text einen individuellen Schöpfer, was die beiden Merkmale der mündlichen Poesie – ihre Anonymität und die Existenz mehrerer Textvarianten – veränderte.

Frühe iberische Lyrik

Frühe Zeugnisse der iberischen Lyrik sind in verschiedenen mittelalterlichen Schriften erhalten geblieben:

  • Mozarabische Jarchas: Kurze Kompositionen, in mozarabischem Dialekt verfasst und am Ende von Moaxajas (arabischen oder hebräischen Gedichten) enthalten. Die Jarchas zeigen eine verblüffende Ähnlichkeit mit anderen lyrischen Ausdrucksformen der Halbinsel und Europas; Liebesthemen dominierten diese Lieder.
  • Galizische Cantigas de Amigo: Die ältesten stammen aus dem 13. Jahrhundert. Es gibt wichtige Unterschiede zwischen den Jarchas und den galizisch-portugiesischen Cantigas de Amigo: Letztere sind länger, verwenden verkettete Strophen mit Parallelismus und enthalten kontinuierliche Naturreferenzen.
  • Kastilische traditionelle Lyrik.

Die Epik im Mittelalter

Die Epik ist die Erzählung der Heldentaten eines Helden, geschrieben in Versen. Diese Gedichte erzählen historische Ereignisse und wurden oft als Jestas (Tatenlieder) bezeichnet, da sie Taten besangen.

Hervorzuheben sind:

  • Französische Epen: z.B. das Chanson de Roland.
  • Deutsche Epen: z.B. das Nibelungenlied.
  • Kastilische Epen: z.B. das Cantar de Mio Cid, das Cantar de Roncesvalles und die Mocedades de Rodrigo.

Verwandte Einträge: