Mittelalterliche Literatur und das Lied vom Cid
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Merkmale der mittelalterlichen Literatur: Der Theozentrismus sowie das religiöse Leben und die Literatur sind durch das Verhältnis des Menschen zu Gott geprägt. Die Kirche vermittelt ihre Vision der Welt: Das Leben als Leiden wird mit der Ewigkeit belohnt. Prävalenz: Lesungen in der Öffentlichkeit und mündliche Ressourcen. Zweck (Material): Dient einer praktischen Anwendung, nämlich der Verbreitung einer moralischen und religiösen Erziehung. Die Literatur wird als ein guter Weg angesehen, um Ideologien zu verbreiten. Mestizaje (Kulturmischung): Drei Kulturen existieren nebeneinander – die christliche, die muslimische und die jüdische –, bis im 15. Jahrhundert (Ende) offiziell nur noch eine Religion, das Christentum, anerkannt wird.
Literarische Quellen
- Griechisch-Römisch: Die Kenntnis der klassischen Welt blieb in den mittelalterlichen Klöstern erhalten.
- Muslimisch: Hinterließ Spuren in den Städten. Jarchas. Besonders hervorzuheben sind die orientalischen Märchen.
- Hebräisch: Die Präsenz der Juden war von großer Bedeutung. Hebräische Quellen und Geschichtenerzähler lieferten eine Reihe von Berichten.
- Französisch: Der Jakobsweg (Camino de Santiago) diente dem künstlerischen Austausch während des Mittelalters. Diese Beziehung zeigt sich in literarischen Gattungen wie epischen Gedichten und der lyrischen Gelehrtenpoesie (Mester de Clerecía).
- Germanisch: Epen und Heldensagen, deren germanische Spuren ebenfalls beobachtet werden können.
- Italienisch: Drei Genies: Dante, Petrarca und Boccaccio.
Mester de Juglaría (Spielmannsdichtung)
Dient dazu, von epischen Heldentaten und Helden des 13. Jahrhunderts zu erzählen. Die Verbreitung erfolgte mündlich durch Spielleute (Jongleure) an Orten mit Musik, Pantomime, Jonglage usw. Der Mester de Juglaría bezeichnet die epische Dichtung, die aus einer unendlichen Reihe von Versen (Versos de arte mayor) mit 16 Silben, Reim und internen Assonanzen sowie einer Zäsur besteht.
Appelle an das Publikum: Diese machen auf die Formeln der Spielleute aufmerksam: Adverbien der Präsenz, visuelle Referenzen und Gesten, Wiederholungen zum Auswendiglernen und Verstehen, einfache und koordinierte Sätze, das Indikativ Präsens und die Aufforderung zur Entlohnung („Gehalt“).
Das Lied vom Cid (Cantar de Mio Cid)
Ein Cantar de Gesta, das in Versen von den Heldentaten des El Cid erzählt; es ist das älteste Werk von unschätzbarem Wert. Eine Kopie einer Handschrift von 1207 mit 3730 Versen ist erhalten geblieben. Es ist anonym, obwohl man glaubt, dass es zwei Autoren aus Soria gab. Die Erzählung beginnt in media res.
Das Werk besteht aus drei Teilen:
- Das Lied der Verbannung: Der Cid wird aus Kastilien verbannt und verliert seine Ehre. Er verlässt seine Frau, seine Töchter und sein Gefolge. Er stürzt sich in Kämpfe, um seine Ehre wiederzuerlangen.
- Das Lied der Hochzeit: Die Eroberung von Valencia. Seine Töchter heiraten die Infanten von Carrión, wodurch er seine Ehre zurückgewinnt.
- Das Lied von der Schande von Corpes: Die Ehemänner misshandeln seine Töchter und beschämen den Cid erneut. Er bittet den König um Hilfe; schließlich heiraten die Töchter die Fürsten von Navarra und Aragon.
Das Werk besitzt einen ausgeprägten Stil.