Mittelalterliche Musik: Cantigas, Madrigal und Instrumente
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Cantigas de Santa Maria
Die Cantigas de Santa Maria werden König Alfons X., dem Weisen (1221–1284), zugeschrieben. Er war ein König, Dichter und Musiker; sein Beiname entwickelte sich aufgrund der kulturellen Dynamik an seinem Hof, der von Muslimen und jüdischen Gelehrten umgeben war. Das Buch enthält 400 Lieder, zusammengestellt am Hof von Kastilien zwischen 1250 und 1280; sie erzählen Wunder und preisen die Jungfrau Maria. Der Ursprung dieser Stücke ist stark von volkstümlichen Traditionen und gregorianischem Einfluss geprägt, und sie sind ein Zeugnis mittelalterlicher Dichtung. Einige sind instrumental, andere vokal, und wieder andere Tanzstücke.
Madrigal
Das Madrigal ist eine musikalische Form der Renaissance; es besteht meist aus zwei, drei oder vier Stimmen in polyphoner, kontrapunktischer Anlage, häufig ohne instrumentale Begleitung, und behandelt zumeist Liebesthemen. Wichtige Komponisten von Madrigalen waren Claudio Monteverdi und Orlando di Lasso. In England nennt man mehrstimmige Lieder, oft von Laute begleitet, ayres; in Frankreich weist das chanson Ähnlichkeiten mit dem Madrigal auf, und in Spanien wird das Madrigal manchmal als Carol bezeichnet. Der Text des Liedes entspricht nicht dem italienischen Metrum, sondern ist in Strophen und einen Refrain (Chor) gegliedert.
Instrumente
Dank technischer Fortschritte hatte das Mittelalter das musikalische Erbe perfektioniert. Die Komponisten schufen Werke für spezifische Instrumente. Gebildete Menschen lernten, Noten zu lesen, zu singen und Instrumente zu spielen; Musiker erwarben beruflich mehr Prestige und die Fähigkeit, leistungsfähig unter der Schirmherrschaft aufzutreten. Es entwickelten sich spezielle Streichinstrumente, und die polyphone Aufführung ermöglichte, dass ein Thema mehrere Akkorde oder Melodien gleichzeitig tragen kann.
Beispiele
- Viola da Gamba: Ein Streichinstrument, das schwer auf dem Bein ruht. Sie ähnelt dem Cello. Sie wurde zur Unterscheidung von der viola da braccio (Bratsche), die am Arm gehalten wird, so genannt.
- Laute: Ein Zupfinstrument arabischer Herkunft. Ihr Korpus ist rund, sie hat einen kurzen Hals und einen senkrechten Wirbelstock. Ihre Saiten werden zu zwei Zwecken verwendet.