Mittelalterliche Rhetorik, Moral und Ramon Llull – Übersicht

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Gattungen und Ressourcen

Fabel oder Erzählung, protagonisiert von Tieren, personifiziert, die eine moralische Lektion vermittelt. Beispiel oder Geschichte, die eine moralische Lektion illustriert. Predigt oder mündliche Darstellung mit moralischen und dogmatischen Vorschriften. Lehrgedicht oder dichterische Texte, die zum Auswendiglernen und zur Vermittlung von Lehr- und Moralgeboten dienen.

Rhetorische Ressourcen und Techniken

Rhetorische Mittel: Aufmerksamkeit wecken, Meditation anregen und rhetorische Überführung zu moralischen Einsichten. Wichtige Techniken sind Satzbau, Lehrrede, Moral und Steigerung (Gradation) sowie Memorierungstechniken. Um die Botschaft zu erleichtern, werden oft Wiederholungen wie Anapher, Zweigliederungen (bimembracions), Parallelismen, Reime und Aufzählungen verwendet.

  • Anapher: Wiederholung am Satzanfang zur Betonung.
  • Parallelismus: Parallele Satzstrukturen zur Verstärkung.
  • Reim und Rhythmus: Erleichtern die Memorierung.
  • Aufzählungen: Strukturierung und Einprägung von Ideen.

Ramon Llull

Ramon Llull: Aristokrat, Sohn einer ritterlichen Familie. Er verfasste die ersten wissenschaftlichen und philosophischen Werke in einer romanischen Sprache, schuf neue Wörter und verwendete den Konjunktiv und Nebensätze (Subordination). Idealistisch und utopisch, plante er die allgemeine Rettung und suchte einen offenen, liberalen Austausch zwischen den drei Religionen: Christentum, Judentum und Islam. Er unternahm mehrere Missionsreisen und prägte das geistige Denken seiner Epoche. Zu seinen Werken zählen Blanquerna (optimistisch) und das Buch der Wunder (pessimistisch).

Eiximenis

Eiximenis: Verbreitete Werke für Monate des Jahres und das Buch der christlichen Frauen. (Informationen zu Umfang und Zielgruppen seiner Schriften)

San Vicente

San Vicente: Dominikaner, Prediger und Dramatiker. Er predigte in ganz Europa. Charakteristisch für seine Predigten ist die Verwendung der Volkssprache und des Kolloquialen. Zu seinen rhetorischen Strategien gehören:

  • Vulgärisierung biblischer Passagen
  • Einsatz wiederholender rhetorischer Mittel zur Erleichterung der Memorierung
  • Verwendung von Beispielen, Vergleichen und Lautmalerei

Isabel de Villena

Villena, Isabel: Sie schrieb das Leben Jesu Christi (Vita Christi), in dem die Gestalt Jesu zugunsten der Hervorhebung der Rolle der Frauen zurücktritt.

Anselm Turmeda

Turmeda, Anselm: Er floh nach Tunis und konvertierte zum Islam; als weiser und heiliger Mann wurde er dort geachtet. Zu seinen Werken gehören:

  • Amonestaments: Ein ermahnendes Buch, das moralische Ratschläge in Versform darstellt.
  • Streit des Esels: In diesem Werk diskutiert der Autor mit einem Esel über tierische und menschliche Würde.

Angemessenheit in der Kommunikation

Angemessenheit: Die Eigenschaft eines Textes, bei der der Sender die gewünschte Sprache und Formeln wählt, die dem jeweiligen Rahmen der sprachlichen Kommunikation entsprechen. Dabei entscheidet der Emittent über Stil, Register und rhetorische Mittel, um das Zielpublikum effektiv zu erreichen.

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