Modelle der territorialen Organisation des Staates
Eingeordnet in Sozialwissenschaften
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 2,89 KB
Die territoriale Organisation des Staates beschreibt, wie sich Macht und Territorium innerhalb eines Staates zueinander verhalten.
Unitäres Modell
Dieses Modell entstand im französischen System als Reaktion gegen das Ancien Régime und die vielen Machtzentren. Es versucht, die Macht in einem Zentrum zu konzentrieren: Es gibt nur eine Staatsgewalt. Dies führt zu einer einzigen Exekutive, Legislative und Judikative. Das Gesetz gilt für alle Bürger, unabhängig von ihrem Standort im Staatsgebiet. Es existiert nur ein Zentrum der politischen Führung. Die territoriale Organisation ist lediglich für administrative Zwecke relevant.
Föderales Modell
Dieses Modell entstand mit der Unabhängigkeit der britischen Kolonien in Nordamerika, basierend auf der Vereinigung verschiedener Staaten. Es gibt mehrere Machtzentren, die mit politischer Autonomie ausgestattet sind. Es existiert eine zentrale Behörde, der Bund, der über eine eigene Exekutive, Legislative und Judikative verfügt. Hinzu kommen Gebietseinheiten (Gliedstaaten) mit eigener Verfassung, in denen sie ihre eigene Organisation festlegen. Darüber hinaus gibt es eine föderale Verfassung, die für alle Gliedstaaten verbindlich ist und die Zuständigkeiten von Bund und Ländern definiert. Institutionen werden geschaffen, um Kompetenzkonflikte zwischen Bund und Gliedstaaten zu lösen. Die Gliedstaaten sind an der Entscheidungsfindung durch eine territoriale Kammer, den Senat, beteiligt.
Grundprinzipien der Organisation
Das Prinzip der Einheit
Es existiert nur ein Staat innerhalb des spanischen Staates und somit eine einzige Souveränität, die beim spanischen Volk liegt, sowie eine gemeinsame Verfassung. Es gibt ein Staatsoberhaupt, ein Verfassungsgericht (TC), eine Justiz und ein Rechtssystem. Die Einheit bedeutet jedoch nicht Uniformität: Nicht alle Regionen handeln oder sind gleich, da sonst der Autonomiestatus nicht existieren würde. Die Einheit dient dazu, einen kleinsten gemeinsamen Nenner für den gesamten Staat zu gewährleisten.
Das Prinzip der Autonomie
Dieses Prinzip bezeichnet die Befugnis anerkannter Gebiete, die zum Staat gehören. Es ist die Möglichkeit, dass Nationalitäten und Regionen (CCAA – Autonome Gemeinschaften) mit politischer Autonomie ausgestattet werden. Diese Autonomie ermöglicht es ihnen, eigene staatliche Einrichtungen, ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung zu haben, die mit Gesetzgebungskompetenzen ausgestattet sind. Dies stellt jedoch in keinem Fall Souveränität dar.
Der Grundsatz der Solidarität
Die Verfassung schreibt die Notwendigkeit der Solidarität zwischen den Autonomen Gemeinschaften (wirtschaftlich) vor, um ein Gleichgewicht zwischen allen Gemeinschaften zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wurde ein spezifisches Organ, der „Territoriale Ausgleichsfonds“, zur Umverteilung der Ressourcen geschaffen.