Der Modernismo: Eine literarische Revolution

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Der Modernismo: Ursprung und Entwicklung

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entwickelten sich in der westlichen Welt Kunstrichtungen, die als Modernismo bekannt sind. Er umfasst Architektur, Literatur und Malerei. Diese Bewegungen sind innovativ und besitzen eine starke ästhetische Komponente. In Spanien ist der bekannteste Vertreter der Moderne der Architekt Antoni Gaudí.

Der Modernismo in Lateinamerika entstand in der Karibik und verbreitete sich in ganz Amerika. Bald erreichte er auch Spanien, wo er durch die Ankunft von Rubén Darío großen Erfolg feierte. Der Modernismo triumphierte in Spanien und Lateinamerika im späten 19. Jahrhundert und dauerte bis 1916 an.

Einflüsse auf die Bewegung

Französische Einflüsse: Ab 1850 revolutionierte der Autor Baudelaire mit seinem Werk „Die Blumen des Bösen“ die französische Poesie und führte zum literarischen Symbolismus. Beeinflusst von Baudelaire suchten Gruppen wie die Parnassiens und Symbolisten nach einer neuen Ästhetik. Paul Verlaine war dabei einer der einflussreichsten Autoren für die spanischsprachige Moderne.

Amerikanische Einflüsse: Rubén Darío wird von spanischen Dichtern bewundert, da er den Modernismo nach Spanien brachte. Zudem lehnten die modernistischen Dichter die klassische Poesie zwar ab, sie blieb jedoch ein wichtiger Bezugspunkt. Auch die Romantik war eine Quelle, aus der wichtige Ideen für die moderne Poesie übernommen wurden.

Rubén Darío: Der Wegbereiter

Rubén Darío wurde 1867 in Nicaragua geboren. Mit nur 21 Jahren schrieb er seinen Gedichtband „Azul“ (Blau), der sehr erfolgreich war und ihn berühmt machte. Er widmete sich schon früh dem Journalismus und ging nach Buenos Aires. Sein Ziel war Europa; 1892 kam er als Journalist nach Spanien, während der 400-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas. In einer Atmosphäre der Begeisterung für die Hispanidad lernte er die großen Autoren des spanischen Realismus kennen.

1898 reiste er erneut nach Europa und kam nach Spanien, um über den Krieg in Kuba gegen die USA zu berichten. Er wurde berühmt und war unter jungen spanischen Schriftstellern hoch angesehen. Später lebte er als Konsul für Nicaragua in Paris. 1916 kehrte er krank nach Nicaragua zurück, wo er im Kreise seiner Familie verstarb.

Wichtige Werke von Rubén Darío

Darío schrieb Gedichte und Erzählungen mit modernen poetischen Funktionen. Zwei Merkmale prägen sein Werk: das erotische Element und das nationale Element. Drei Bücher markierten seine Karriere:

  • Azul (1888): Führte einen neuen poetischen Stil ein und begründete den Modernismo. Es enthält Erzählungen und Gedichte.
  • Prosas Profanas (1896): Ein Buch der Poesie und der Höhepunkt der modernistischen Ästhetik. Kritiker bezeichneten es teils als oberflächlich.
  • Cantos de vida y esperanza (1905): Sein persönlichstes Werk. Der Ausdruck ist gemäßigter, enthält viele intime Elemente und betont die Bestärkung des Hispanischen.

Juan Ramón Jiménez

Geboren 1881 in Moguer. Er studierte in Sevilla und zog als Schriftsteller nach Madrid. Dort lernte er führende Intellektuelle und junge Autoren kennen. Da seine Gesundheit seit seiner Jugend schwach war und er unter emotionalen Störungen litt, war sein Werk oft von einer Suche nach Perfektion geprägt. Er wurde stark von Rubén Darío beeinflusst.

Er lebte in der Residencia de Estudiantes in Madrid, einem Zentrum kultureller Aktivität. Er heiratete Zenobia Camprubí in New York. Seine Reisen und die Ehe inspirierten sein Werk „Tagebuch eines frischverheirateten Dichters“, mit dem er den Modernismo verließ und sich der „reinen Poesie“ zuwandte. Er wurde zum einflussreichsten Dichter der spanischen Literatur seiner Zeit. 1956 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Kurz darauf starb seine Frau an Krebs, und 1958 verstarb Juan Ramón Jiménez in Puerto Rico.

Merkmale des Modernismo

  • Reaktion auf den Realismus: Suche nach einer rein ästhetischen und literarischen Kunst.
  • L'art pour l'art: Kunst um der Kunst willen. Sie muss keine soziale Realität widerspiegeln, sondern versteht sich selbst als Zweck.
  • Aristokratismus: Vermeidung von Gewöhnlichkeit; die Sprache wird exquisit und flieht vor der bürgerlichen Welt.
  • Kult der Schönheit: Fokus auf sensorische Schönheit, exotische Umgebungen und irreale Welten.
  • Metrische Erneuerung: Große Vielfalt an Strophenformen mit dem Ziel, die Musikalität der Sprache zu steigern.

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