Modernismo & Spanische Literatur: Debatte, Darío, Unamuno

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Debatte: Definition und Aufbau

Die Debatte ist ein argumentativer Text, in dem zwei oder mehrere Gesprächspartner durch einen Moderator geleitet werden, um Meinungen oder Ansichten zu einem Thema auszutauschen oder zu verändern. Sie ist ein oraler (gesprochener) Text und unterscheidet sich vom geschriebenen Text. Der Moderator nimmt direkt an der Diskussion teil: Er stellt die Debatte und die Teilnehmer vor und regelt die Redezeit sowie das Verfahren zum Abmelden.

Teile einer Debatte:

  • Präsentation
  • Hauptteil / Körper der Diskussion
  • Schluss / Stilllegung

Modernismo: Entstehung und Merkmale

Modernismo entwickelte sich im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in der hispanischen Welt, vor allem gegen Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er entstand teilweise als Reaktion auf die gesellschaftliche und kulturelle Krise jener Zeit und ist eine bedeutende literarische Bewegung.

Merkmale des Modernismo:

  • Tiefe geistige Erneuerung und betonter ästhetischer Aspekt
  • Hervorhebung des Sinnlichen und des Ideellen
  • Betonung der Empfindungsfähigkeit und der ästhetischen Erfahrung
  • Rückgriff auf klassische Versmaße, zugleich Verwendung freier Verse
  • Metrische und sprachliche Innovationen

Rubén Darío

Rubén Darío brachte formale Neuerungen durch bewusste Brüche mit traditionellen Formen. Sein erstes bedeutsames Werk Azul vereinte Vers und Prosa; darin finden sich kurze Erzählungen und Gedichte mit metrischen und sprachlichen Innovationen. Soziale Fragen, die spanische Sprache und auch Erotik treten in seinem Werk als wiederkehrende Themen auf.

Ende des Jahrhunderts: Autoren und zentrale Themen

Am Ende des Jahrhunderts waren Autoren wie Miguel de Unamuno, Antonio Machado, José Martínez Ruiz (Azorín) und Pío Baroja zentral. Sie konzentrierten sich auf existenzielle Probleme und auf die Frage nach der Lage Spaniens.

Antonio Machado

Antonio Machado verfasste didaktische Prosa und Dramen; seine Verse sind modernistisch, subjektiv und intim. Eines seiner wichtigsten Themen ist die Einsamkeit, die er oft in der Beschreibung von Landschaften darstellt, insbesondere in Kastilien. Er schrieb auch über die Klage um den Tod seiner Frau Leonor und verfasste viele kurze Reflexionen.

Wiederkehrende Themen bei Machado: Einsamkeit, das Bewusstsein des Todes, Gott, der Mensch und die Landschaft. Sein Stil zeigt eine modernistische und neoromantische Ader mit Personifikationen der Landschaft und eindrucksvollen Metaphern. Sprache und metrische Form werden gepflegt und ständig weiterentwickelt.

Miguel de Unamuno

Miguel de Unamuno schrieb Essays, Romane, Lyrik und Dramen. Er übte scharfe Kritik an der politischen und kulturellen Lage Spaniens und hinterfragte die Rolle Europas als vorbildliches Modell angesichts sozialer Rückständigkeit. In seinen Studien und Werken reflektierte er über spanische Identität (beispielsweise im Spannungsfeld von Don Quijote und Sancho). Wichtige Romane sind Niebla und San Manuel Bueno, mártir, die oft im Wesentlichen aus Dialogen und inneren Monologen bestehen.

Pío Baroja

Pío Baroja bringt in seinen Werken philosophische Fragestellungen zum Ausdruck, die seine Auffassungen über die Existenz widerspiegeln. Zu seinen bekannten Romanen gehören Zalacaín, der Abenteurer (Zalacaín el aventurero), Der Baum der Wissenschaft (El árbol de la ciencia) und Die Suche (La busca). In diesen Romanen zeigt sich die Lebendigkeit und Natürlichkeit des Dialogs.

Ramón María del Valle-Inclán

Ramón María del Valle-Inclán verfasste unter anderem die Sonatas und das dramatische Werk Luces de Bohemia. Seine Darstellung thematisiert oft die iberische Bohème und bringt eine eigenständige, oft ironische Perspektive auf Gesellschaft und Bühne.

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