Modernismus in der spanischen Literatur: Merkmale & Themen

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Modernismus in der spanischen Literatur

Die Moderne ist eine literarische Strömung, die durch sprachliche Erneuerung und spirituelle Themen geprägt ist. Vertreter wie Machado Jiménez suchten einen neuen Sinn für das Leben; ihre Arbeiten zeugen von bemerkenswerter Sorgfalt.

In der spanischsprachigen Literatur bezeichnet der Begriff 'Modernismus' eine literarische Bewegung, die sich zwischen 1880 und 1910 entwickelte, vor allem im Bereich der Poesie. Sie war gekennzeichnet durch ambivalente kreative Rebellion, narzisstische und aristokratische Eleganz, Kulturalismus, Kosmopolitismus sowie durch eine umfassende Erneuerung der Ästhetik von Sprache und Metrum.

Merkmale

  • Ablehnung der Alltagswirklichkeit: Schriftsteller versuchten, dem Alltag zu entfliehen — oft durch Rückbezug auf vergangene Zeiten oder durch Verlagerung in exotische, ferne Räume.
  • Aristokratische Haltung: Eine kostbare, formbewusste Sprache und das Streben nach formaler Perfektion (Einfluss des Parnassismus), verbunden mit einem starken Individualismus.
  • Streben nach Schönheit: Bildreiche, sehr visuelle Konzepte und Sinnesbilder, kräftige Adjektive und synästhetische Elemente; musikalische Wirkung durch Alliteration und rhythmische Gestaltung (Symbolismus-Einflüsse).
  • Formtreue und metrische Vielfalt: Treue zu klassischen Strophenformen sowie Variationen metrischer Formen — u. a. der Alexandriner, der zwölfsilbige (dodekasyllabische) und der neunsilbige (eneasílabo) Vers — mit neuen Sonettvarianten.
  • Nutzung von Mythologie und Sensationslust: Mythische Bezüge und ein Interesse an Besonderheiten und Sensationen.
  • Lexikalische Erneuerung: Einsatz hellenistischer, gelehrter Wörter und Gallizismen; dies geschah nicht ausschließlich zugunsten von Genauigkeit, Prestige oder Seltenheit des Wortes.
  • Wunsch nach Innovation und Perfektion: Das Innovative und Aufstrebende der europäischen Literatur sollte zur Perfektion geführt und gewürdigt werden.
  • Anpassung metrischer Formen: Übernahme und Anpassung kastilisch-lateinischer Metrik.
  • Kult der formalen Perfektion: Poesie erscheint heiter, ausgewogen und formal vollendet.

Themen

  • Malaise und Melancholie: Typische Stimmung der Romantik mit Lebenslangweile, tiefer Traurigkeit, Trauer und Ängsten.
  • Einsamkeit und Ablehnung der Gesellschaft: Suche nach Zurückgezogenheit und Distanz gegenüber der Gesellschaft.
  • Eskapismus: Flucht aus der Realität in Zeit und Raum.
  • Liebe und Erotik: Teilweise Idealisierung von Liebe und Frauen; das Motiv der unmöglichen Liebe unterscheidet sich vom romantischen Ideal — zwischen zärtlicher, intensiver und erotischer Liebe.
  • Kosmopolitismus und Aristokratie: Das Kosmopolitische zeigt den Wunsch nach Verschiedenheit und aristokratischem Lebensgefühl; Modernisten zeigten große Hinwendung zu Paris.
  • Amerikanische Themen: Einschließlich indigener Fragen, oft verbunden mit einer Verteidigung der indigenen Bevölkerung.
  • Lateinamerikanischer Hintergrund: Das Latino-/lateinamerikanische historische Erbe gilt als wertvoller Hintergrund, der die Harmonie der Welt als disharmonisch erscheinen lässt.

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