Montilla-Moriles: Rebsorten, Böden, Klima und Weintypen
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Montilla-Moriles — Überblick
DDOO
Die Hauptsorte in Montilla-Moriles ist Pedro Ximénez. In geringerem Umfang werden außerdem Baladi sowie Sorten wie Moscatel, Airén u. a. angebaut. Die wichtigsten Weine der Herkunftsbezeichnung sind:
- Fino: blass, trocken und leicht herb, mit nussigem Aroma.
- Amontillado: trocken, mit intensiven Aromen von Haselnuss; bernstein- bis goldfarben.
- Duftende, mahagonifarbene, samtige und aromatische Weine, die bei Alterung bis zu 20 % Vol. erreichen können.
- Palo Cortado: dem Amontillado ähnlich in Aroma, Geschmack und Farbe.
- Raya: ähnlich den duftenden Weinen, jedoch mit weniger Körper und Aroma.
- Pedro Ximénez (Süßweine): sonnengereifte Trauben der Sorte Pedro Ximénez, mit sehr hohem Zuckergehalt.
- Moscatel (Süßweine): aus Moscatel-Trauben gekeltert, ebenfalls zuckerreich.
- Junge Weißweine: blass, zart und fruchtig.
Foster
Likörweine werden im Solera-System mit Criaderas erzeugt und für mindestens zwei Jahre in Eichenfässern gelagert (maximale Fassgröße 1.000 Liter). Weiße Weine reifen in Fässern mindestens ein Jahr (maximale Fasskapazität 1.000 l).
Rebsorten
Weiß: Airén, Baladi, Moscatel, Pedro Ximénez (p), Torrontés (p). (p) = bevorzugte Sorte im Gebiet.
Weinarten und Alkoholgehalt
- Fino (gereift): 15 bis 17,5 % Vol.
- Amontillado (gereift): 16–22 % Vol.
- Oloroso (gereift): 16–20 % Vol.
- Palo Cortado (gereift): 16–18 % Vol.
- Raya (ohne Flor, gereift): 16–20 % Vol.
- Natural Sweet Wine / Pedro Ximénez (ohne Flor): Süßweine aus Pedro Ximénez.
- Muscat (ohne Flor): Mindestalkohol 15 % Vol. (für süße Versionen).
- Weiße Tafelweine ohne Reifung: 10–12 % Vol.
- Weiße Weine mit Reifung: mindestens 13 % Vol.
Geografische Lage und Klima
Die Herkunftsbezeichnung liegt südlich der Provinz Córdoba.
Klima: Mittelmeerlich-semi-kontinentales Klima mit heißen Sommern, langen Trockenperioden und kurzen Wintern.
Boden
Die Böden sind in den Tallagen sandig-lehmig; in den höher gelegenen Gebieten findet sich der typische Kalksteinboden albariza, der für höhere Qualitätsstufen sorgt. Das Subgebiet mit den hochwertigsten Lagen umfasst die Gemeinden Montilla, Moriles, Castro del Río, Cabra und Aguilar de la Frontera und umfasst nur rund 2.000 Hektar.
Hochwertige Teilbereiche
In der Produktionszone gibt es einen abgegrenzten Teilbereich mit besonders hochwertigen Böden: die Hänge der Sierra de Montilla und Los Moriles Altos.
Orte innerhalb der Produktionszone
Die Ortschaften, die Teil der Produktionszone sind, sowie die Regeln der Ursprungsbezeichnung umfassen:
Vollständig eingeschlossen:
- Montilla
- Moriles
- Doña Mencía
- Montalbán
- Monturque
- Nueva Carteya
- Puente Genil
Teilweise eingeschlossen:
- Aguilar de la Frontera
- Baena
- Zuge (Zújar?)
- Castro del Río
- Espejo
- Fernán Núñez
- La Rambla
- Lucena
- Montemayor
- Santaella
Bodenbeschaffenheit und Bedeutung
Der Boden ist ein entscheidender Faktor für die Qualität aller Weine und insbesondere für die in Montilla-Moriles erzeugten Weine. Albariza sind kalkreiche Böden (Calciumcarbonat-reich) mit einer Schicht aus weichem Ton und magerer organischer Substanz. Sie sind relativ unfruchtbar, mineralisch und bestehen überwiegend aus Kalksilikaten.
Der albariza-Boden hat oft eine flockige oder klumpige Struktur mit geringem Anteil an Chloriden und Sulfaten und kann einen hohen Feuchtigkeitsgehalt (remanente Feuchte) von etwa 30 % aufweisen.
Die Rebe benötigt keinen fruchtbaren Boden; im Gegenteil, sie bevorzugt ertragsarme, aber tiefe Böden. Die Wurzeln können über vier Meter in die Tiefe reichen, um Wasser und Nährstoffe zu suchen, was das Überleben in heißen, trockenen Klimazonen mit geringem Niederschlag ermöglicht. Voraussetzung ist, dass Boden und Unterboden durchlässig sind; harte Gesteinsschichten stellen sonst natürliche Barrieren dar, die das Wurzelwachstum hemmen.
Insbesondere in den südlichen Regionen sollten die Böden imstande sein, während der Regenperiode viel Wasser zu speichern, um im Sommer ausreichende Feuchte für die Pflanze bereitzustellen. Hochwertige albariza-Lagen können bis zu 33 % ihres Gewichts an Wasser speichern und geben diese Feuchtigkeit während des langen, trockenen und heißen Sommers von Córdoba langsam an die Rebe ab.
Gleichzeitig ist es nicht erwünscht, dass sehr tiefe Bodenschichten Staunässe bilden. Die Rebe braucht zum Atmen trockene Bodenschichten; überschüssige Feuchtigkeit kann zu Wurzelfäule führen. Deshalb ist es sinnvoll, Reben in Hanglagen und, falls möglich, mit südlicher Ausrichtung zu pflanzen. Die Neigung fördert die Entwässerung und verbessert die Haltbarkeit des Weinbergs und die Qualität der Trauben.
Weitere Bodentypen
Es gibt stark kalkhaltige, zermahlene Kalksteinböden mit einem Calciumcarbonat-Gehalt von mindestens 40 % in den oberen Schichten, der bis zu 50–60 % oder mehr in tieferen Profilen ansteigen kann. Die helle Grundfarbe dieser Böden ist typisch für qualitativ hochwertige Reblagen. In dunkleren Bodenzonen findet sich ebenfalls eine Kalkkruste mit hohem Calciumcarbonat-Anteil.
Andere Böden sind weniger geeignet für die Erreichung sehr hoher Fruchtqualität, aber sehr geeignet für die Herstellung anderer Weintypen: heiße Sandböden (arenas). Die Zusammensetzung dieser Böden reicht von kalkhaltigem Ton bis zu Kalk und Lehm, je nach Anteil der Bestandteile. In als "albero" klassifizierten Böden findet man meist guten Tonanteil.
In Teilen von Montilla-Moriles findet sich außerdem landwirtschaftlicher Boden mit hohem Kieselsäuregehalt, z. B. in den Gemeinden Montemayor und Puente Genil, wo die Sorte Pedro Ximénez angebaut wird.
Klima und Einfluss auf die Weinbereitung
Das Wetter beeinflusst den Erfolg des Weinbergs, die perfekte Fruchtreife sowie die Gärung und Reifung des Weins.
Einflussfaktoren auf die Hefe und den Alterungsprozess
Zytologische Untersuchungen zeigen, wie die Hefestämme und die Formation des Flors durch Umweltbedingungen beeinflusst werden. Der Flor entwickelt sich bei Temperaturen zwischen etwa 4 und 6 °C und verschwindet, stirbt ab und fällt auf den Boden des Gefäßes, wenn die Weintemperatur 27–28 °C überschreitet. Bei Temperaturen zwischen 16 und 22 °C entwickelt sich die Florhefe unter optimalen Bedingungen und erreicht schneller die gewünschten Qualitätsziele bei biologischer Alterung. Die Luftfeuchte in den Kellern sollte zwischen 60 und 80 % liegen. Böden wie albero sind wegen ihrer Wasserhaltefähigkeit und der langsamen Feuchtigkeitsabgabe hierfür vorteilhaft.
Pflanzung
Das traditionelle Anbausystem ist ein Reihenabstand von 2 × 2 m, was einer Dichte von etwa 2.500 Reben/ha entspricht. Die ältere Pflanzweise mit 1,67 × 1,67 m wurde praktisch aufgegeben. In alten Beständen sind 8–10 % der Rebflächen in Gestaltungen wie gestaffelten Anlagen (häufig in Lucena und Monturque, meist in Moriles) und in Drahterziehung (z. B. in Aguilar, Baena, Nueva Carteya und Montilla) angelegt.
In vielen Neupflanzungen wird die Spaliererziehung für die Sorte Pedro Ximénez angewendet, um die Ertragsleistung zu steigern und mechanisierte Arbeiten zu erleichtern. Diese Neuanlagen weisen oft eine Pflanzdichte von etwa 3.500 Reben/ha auf.
Der Rebenzyklus
Die Rebe ist eine Pflanze, die an gemäßigtes Klima angepasst ist, sich aber in tropischen Regionen wie eine immergrüne Pflanze verhalten kann (ohne Blattverlust im Winter).
Beginnt die Aktivität der Pflanze, wenn die Tagesmitteltemperaturen unter 10 °C liegen, lassen sich die folgenden phänologischen Phasen unterscheiden:
- Weinen (Exsudation): Wasserfluss aus Schnittwunden nach dem Rebschnitt; erste sichtbare Aktivität der Pflanze und Beginn der Wurzelaktivität. Die Temperatur, bei der das "Weinen" beginnt, variiert je nach Art und Rebsorte.
- Sprossauftreibung (Austrieb): Knospen öffnen sich und zeigen das erste Sprosswachstum.
- Entwicklung und Wachstum der Triebe: Dieser Wachstumszeitraum endet meist, wenn die Temperaturen sehr hoch werden (Ende Juli/Anfang August), worauf oft eine zweite Wachstumsphase folgen kann, bevor die Trauben zur Ruhe kommen.
- Fortpflanzungszyklus: Ähnlich dem vegetativen Zyklus anderer gemäßigter Obstpflanzen.
- Initiierung und Blühinduktion: Nicht jede Knospe bildet Fruchtanlagen; vegetative Knospen bleiben ohne Blütenanlagen, während fruchtbare Knospen Blütenanlagen (und damit spätere Trauben) tragen. Diese Knospen treiben oft erst im nächsten vegetativen Zyklus aus.
- Blüte: Die Blüte (Infloreszenz) ist die Phase der Pollenübertragung von den Staubblättern auf die Stigmen. Vitis vinifera verfügt meist über zwittrige Blüten (männliche und weibliche Organe), sodass Selbstbestäubung möglich ist. Es gibt Fälle von Kleistogamie (geschlossene Selbstbestäubung) und Varianten im Pollenwachstum.
- Befruchtung und Fruchtansatz: Nach der Bestäubung folgt die Befruchtung, die zur Embryonalentwicklung und Fruchtbildung führt. Parthenokarpie (Fruchtbildung ohne Befruchtung) kommt ebenfalls vor.
- Fruchtwachstum und Reifung: Die Beerenentwicklung verläuft meist sigmoidal mit einer Zwischenpause; der Farbwechsel markiert den Beginn der Reifung. Während der Reifung verändern sich Farbe, Konsistenz, Zuckergehalt steigt und Säuregehalt sinkt — Prozesse, die stark von der Temperatur beeinflusst werden.
- Kern- und samenlose Trauben: Kernlose Tafeltrauben entstehen häufig durch Stenospermocarpie (Frühabgang des Embryos) — ein genetisch gesteuertes Phänomen.
- Laubfall: In der Regel im November, wenn die Temperaturen sinken und die Wasseraufnahme der Wurzeln abnimmt; die Rebe stellt ihre Aktivitäten ein und geht in Ruhe.
- Ruhezustand: Der rebschaft bleibt inaktiv bis zum Frühjahr, wenn das Weinen erneut beginnt und der Zyklus neu startet.
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