Die Musik des Mittelalters: Gregorianik, Troubadoure & Instrumente

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Die Musik des Mittelalters: Chronologie und Stil

Chronologie und gesellschaftlicher Kontext

Das Mittelalter umfasst den Zeitraum, beginnend im späten 5. Jahrhundert, zeitgleich mit dem Niedergang des Römischen Reiches und der größten Ausbreitung des Christentums.

Soziale und kulturelle Entwicklung

In sozialer Hinsicht war Europa in viele kleine, gegeneinander stehende Territorien unterteilt, die von Feudalherren beherrscht wurden. Der Papst etablierte Klöster und Abteien in ganz Europa, welche die zentralen kulturellen und wissenschaftlichen Zentren bildeten.

Kulturell konzentrierte sich die Pflege der Künste und Wissenschaften hauptsächlich in den Klöstern, wo Mönche diese Disziplinen kultivierten.

Musikalische Schwerpunkte

Vom musikalischen Standpunkt aus betrachtet, entstanden an einigen Höfen die ersten weltlichen Formen durch Minnesänger und Troubadoure. Dennoch konzentrierte sich die religiöse Musik weiterhin primär in Klöstern und Abteien.

Religiöse Musik: Der Gregorianische Gesang

Die christliche Kirche im Mittelalter missbilligte die Nutzung von Musik als bloße Unterhaltung. Die Kirche sah Musik als ein Instrument für das Gebet und die Vermittlung ihrer Ideen.

Im 6. Jahrhundert vereinte und sammelte Papst Gregor der Große die gesamte liturgische Musik in den Klöstern. So entstand der Gregorianische Gesang (Gregorianik).

Diese Art von Musik war dazu bestimmt, die Ideen der katholischen Kirche durch Gesang und Gebet zu vermitteln. Die Gregorianik stärkte die Einheit der Christen in Europa und wurde zum offiziellen Gesang der katholischen Kirche.

Weltliche Musik: Troubadoure und Minnesänger

Die Kirche missbilligte Musik, die keine religiöse Rolle erfüllte. Die ersten Vertreter dieser nicht-religiösen Musik waren die Spielmänner und Gaukler. Sie galten als am Rande der Gesellschaft und der Kirche, die ihnen selbst im Tod die letzte Ölung verweigerte.

Im 12. Jahrhundert begann in Frankreich die Troubadour-Bewegung, die der weltlichen Musik Auftrieb gab. Die Troubadoure waren Dichter und Komponisten, die sowohl Text als auch Musik schufen. Ihre Lieder waren inspiriert von Liebe und ritterlichen Idealen.

Weitere Varianten der Troubadoure und Spielleute sind die deutschen Minnesänger.

In Spanien sind unter anderem Martín Codax aus Vigo zu nennen, dessen Werke die berühmten Cantigas de Amigo umfassen.

Der Begriff Ballade wurde im kastilischen Reich bis zum 15. Jahrhundert verwendet.

Die Cantigas de Santa Maria sind bedeutende Werke, die der Jungfrau Maria gewidmet sind.

Mittelalterliche Musikinstrumente

Saiteninstrumente

  • Zupfinstrumente: Lyra, Harfen, Laute, Psalter und Citola.
  • Geschlagene Saiteninstrumente: Tympanon.
  • Streichinstrumente: Rebec, Fidel, Vielle und Radleier (Drehleier).

Blasinstrumente

  • Flöten: Pfeifen und Schwegel.
  • Doppelrohrblattinstrumente: Oboe, Schalmei, Dudelsack, Sackpfeife und Platerspiel.
  • Metallinstrumente: Trompete, Serpent, gerade Trompete, Posaune und Horn.
  • Tasten-Blasinstrumente: Orgel, Portativ (tragbare Orgel) und Positiv.

Schlaginstrumente

  • Bedon (Trommel), Becken, Naker (kleine Kesseltrommel), Darbuka, Schellen, Tintinnabulum (Glockenspiel), Glocken und Dreiecke.

Grundlagen der Notation und Polyphonie

Notenschrift und Stile

Die Notenschrift ist die grafische Darstellung von Tönen.

Ursprünglich bestand die Notation nur aus vier Linien und war als Tetragramm bekannt. Die Noten waren viereckig und nicht rund.

  • Silbischer Stil: Jede Silbe fällt mit einem Ton zusammen.
  • Melismatischer Stil: Es gibt mehrere Töne für jede Silbe.

Die Entstehung der Polyphonie

Die Polyphonie (Mehrstimmigkeit) erlebte in dieser Zeit einen Aufschwung und verdrängte allmählich den einstimmigen Gregorianischen Gesang.

Das Organum ist die früheste Form der Mehrstimmigkeit. Es handelt sich um eine einfache Satzweise, bei der eine Stimme in einem Abstand von der Oktave, der Quinte oder der Quarte zur Hauptstimme hinzugefügt wird.

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