Musikalische Analyse: Barocke Meisterwerke von Vivaldi und Bach
Eingeordnet in Musik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,97 KB
Analyse I: Violinkonzert (Vivaldi)
Rhythmus und Tempo
Die Komposition kennzeichnet einen ternären Rhythmus im 3/8-Takt, mit einem Allegro-Puls. Es entsteht ein mechanischer Rhythmus, der eine große musikalische Spannung erzeugt. Die Anordnung der Töne ist sehr ansprechend. Die starke Betonung fällt stets auf den ersten Schlag, was den maschinellen Effekt unterstreicht.
Melodie und Struktur
Die Melodie ist tonal. Der Umfang der Solo-Violine beträgt zweieinhalb Oktaven, von einem tiefen G (Sol) bis zu einem hohen D (Re). In der Barockmusik funktionieren Melodien nicht nur aus rhythmischen Gründen. Aus einer rhythmischen Zelle oder einem Motiv entwickelt sich der Rest der Komposition, wobei die Grundstruktur variiert wird.
Textur und Instrumentation
Die Textur ist polyphon, mit einer begleiteten Melodie. Die Hauptmelodie wird von der Violine geführt. Die harmonische Füllung übernehmen die Violinen I und II, die Bratschen sowie der Basso Continuo, ausgeführt von Bass und Cembalo.
Besondere Spieltechnik der Violine
Die Violine, ein monophones Instrument, erscheint hier polyphon, da ab Takt 30 Doppelgriffe verwendet werden. Ab Takt 49 wird der Bogen (vom Frosch bis zur Spitze) über zwei Saiten geführt.
Timbre und Genre
Das Timbre stammt von einem Kammerorchester, bestehend aus Violinen, Bratschen und Bässen. Der Bass wird durch ein Saiteninstrument (vermutlich Cello/Kontrabass) und das Cembalo realisiert.
Form und Komponist
Die Form entspricht einem Konzert, in dem die Solo-Violine der Star ist, während Bass, Violinen und Bratschen die Begleitung übernehmen. Das Stück gehört zum Genre der instrumentalen Barockmusik (17. und erste Hälfte des 18. Jahrhunderts). Der Komponist ist Vivaldi.
Analyse II: Badinerie aus der Orchestersuite Nr. 2 (Bach)
Rhythmus und Tempo
Die Komposition weist einen binären Rhythmus im 2/4-Takt auf. Das Tempo ist das eines schnellen Tanzes, entsprechend einem Allegro vivace. Der Rhythmus ist sehr ausgeprägt und durchgehend. Beginnend mit einem Auftakt (*Anakrusis*) handelt es sich um echte Tanzmusik, die die Suite inspiriert. Das rhythmische Grundmotiv (eine Achtel und zwei Sechzehntel, dreimal wiederholt) ist ein Schlüsselelement der gesamten Bewegung.
Melodie und Tonalität
Die Melodie ist typischerweise instrumental, mit häufigen Pausen (bis zu Achteln) und virtuosen Sechzehntel-Passagen. Der Charakter des Satzes und seine Entwicklung werden stark durch das rhythmische Schema und die zugrunde liegende Harmonie bestimmt. Die Tonart, mit zwei Kreuzen, ist h-Moll.
Textur und Kontrapunkt
Die Textur entspricht einer Melodie mit Begleitung, wobei häufig kontrapunktische Elemente auftreten. Die Violinen II und die Bratschen füllen die Harmonie, während die Violinen I und die gelegentliche Basslinie kontrapunktische Imitationen erzeugen.
Instrumentation und Besetzung
Die Besetzung ist die eines Konzerts für Solo-Flöte, Streichorchester und Basso Continuo. Es handelt sich um ein Kammerorchester, bestehend aus der Familie der Streichinstrumente (Violinen, Bratschen, Celli und Bässe) und einem Cembalo, das den Generalbass realisiert.
Form und Genre
Dies ist der letzte Satz der Orchestersuite. Die Form ist binär (A-B):
- Abschnitt A beginnt in der Tonika (Moll) und endet in der Dominante.
- Abschnitt B beginnt in der Dominante und endet in der Tonika.
Das Stück gehört zur Gattung der weltlichen Instrumentalmusik des Barock (17. und erste Hälfte des 18. Jahrhunderts). Der Autor ist J. S. Bach, es handelt sich um die berühmte Badinerie aus der Suite für Orchester Nr. 2 in h-Moll.