Musikalische Formen und Komponisten: Barock bis Klassik
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Vokale Formen der Musikgeschichte
Rezitativ, Arioso und Arie
- Rezitativ: Eine Gesangsform, die zum Rezitieren verwendet wird und von einem Basso continuo begleitet wird.
- Arioso: Eine kunstvollere Gesangsform, die zwischen Rezitativ und Arie angesiedelt ist.
- Arie: Eine Melodie, die reich verziert und ausgeschmückt ist.
Opernformen
Opera Seria (Ernste Oper)
Charakterisiert durch aristokratische Themen, oft basierend auf antiken Stoffen. Sie zeichnet sich durch hohe Produktionskosten, lange Dauer und prächtige Kostüme aus.
Opera Buffa (Komische Oper)
Eine populäre Form, die oft Charaktere der Mittelklasse verwendet. Sie ist kostengünstiger, wirtschaftlicher und wird mit weniger Darstellern auf kleineren Bühnen aufgeführt.
Zarzuela und Intermezzo
Die Zarzuela ist ein in Kastilisch (Spanisch) aufgeführtes Bühnenstück, in dem sich gesprochene und gesungene Szenen abwechseln. Es gibt zwei Hauptformen: die große und die kleine Zarzuela.
Das Intermezzo ist ein malerisches Zwischenspiel, das gesungen und gesprochen wird, kurz und unterhaltsam ist.
Barocke Musikformen
Barocke Kirchenmusik und Mehrchörigkeit
Die barocke religiöse Musik spiegelt oft zeitgenössische Realitäten wider. Besonders hervorzuheben ist die Mehrchörigkeit (die gleichzeitige Verwendung von zwei, drei oder mehr Chören), die typisch für Komponisten wie Giovanni Gabrieli ist.
Oratorium und Kantate
- Oratorium: Eine vokale Form religiösen Charakters, die ein religiöses Drama besingt, jedoch ohne szenische Aufführung.
- Kantate: Eine musikalische Form, oft lyrischen Charakters. Die große Passionskantate verherrlicht die Leiden und den Tod Christi.
Das Barockkonzert
Das Konzert ist eine barocke Orchesterform, die typischerweise in drei Sätzen aufgebaut ist:
- Allegro (schnell)
- Langsam (Adagio/Andante)
- Allegro (schnell)
Wichtige Komponisten des Barock
Italien
Komponisten wie Giovanni Gabrieli, Arcangelo Corelli und Antonio Vivaldi markieren einen Höhepunkt der barocken Instrumentalmusik. Ihre Werke zeichnen sich durch die Schönheit der Melodien und rhythmische Vitalität aus.
Deutschland
Johann Sebastian Bach ist zentral für die Entwicklung der Orgel-, Cembalo- und Orchestermusik. Er verbindet melodischen Geschmack mit kontrapunktischer Technik.
England
Der englische Komponist Henry Purcell (bekannt für die Oper Dido und Aeneas) und der deutschstämmige Georg Friedrich Händel, der sich in London niederließ, sind bedeutend. Händel ist bekannt für seine Orgelkonzerte von großer Schönheit und Werke für höfische Zeremonien.
Frankreich
Wichtige Vertreter sind François Couperin und Jean-Philippe Rameau.
Formen der Klassik
Sonate und Symphonie
Die Sonate ist typischerweise viersätzig:
- Allegro
- Adagio (langsam)
- Menuett (Minuetto)
- Finale (Endsatz)
Das zugrundeliegende Schema des ersten Satzes ist oft die Sonatenhauptsatzform: A (Exposition), B (Durchführung), A' (Reprise/Exposition).
Die Symphonie ist im Wesentlichen eine Sonate für Orchester und weist die gleichen formalen Teile wie die Sonate auf.
Die Wiener Klassik: Große Meister
Joseph Haydn (1732–1809)
Geboren in Rohrau, gilt er als der Vater der Symphonie, da er diese Form zum zentralen Element der klassischen Musik machte. Seine Werke vereinen aristokratischen Geschmack mit populären Melodien. Er inspirierte und etablierte auch das Streichquartett.
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Geboren in Salzburg, galt er als Wunderkind, da er bereits mit vier Jahren Klavier spielte und mit sechs Jahren relevante Werke komponierte. Er schuf bedeutende Symphonien, Quartette und Konzerte.
Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Geboren in Bonn, ist er einer der größten Schöpfer der Musikgeschichte. Sein Schaffen wird oft in drei Perioden eingeteilt:
- Erste Periode (bis ca. 1800)
- Zweite Periode (bis ca. 1815)
- Dritte Periode (bis zum Tod)
Beethoven verlieh der Musik neue Relevanz und führte die Symphonie auf ihren Höhepunkt.