Musikepochen: Mittelalter, Renaissance, Barock, Klassizismus
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Barock (17. Jh. – erste Hälfte des 18. Jh.)
Merkmale
Barock – erste Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts:
- Die Musik wird nicht mehr dem Wort untergeordnet; sie kann das Wort sogar übertreffen.
- Es werden harmonische Systeme verwendet; die Stimmen nehmen unterschiedliche Stellenwerte ein: oft trägt eine Stimme die Hauptmelodie, der Rest dient als Begleitung (Melodie und Begleitung).
- Ständiger Einsatz von Melodie–Begleitungs-Techniken; außerdem vermehrt Gebrauch von Dissonanzen zur Spannungsbildung.
- Suche nach klar markierten Sätzen und Themen.
- In der Instrumentalmusik treten eigenständige Formen auf; Instrumentalmusik ist nicht notwendigerweise zum Singen gedacht und umgekehrt.
Zeiträume
- Frühbarock (1580–1630): verstärkte Nutzung von Dissonanzen und neuen Ausdrucksmitteln.
- Mitte des Barock (1630–1680): Blüte der Oper und des Gesangs.
- Später Barock (1680–1750): Ausprägung des Konzertstils.
Spät-Renaissance (14. – 16. Jh.)
Merkmale
- Polyphone Musik: Alle Stimmen haben zunächst gleiches Gewicht.
- Ein Stil, der Polyphonie sowohl für religiöse als auch für weltliche Musik nutzte.
- Instrumentalmusik und Vokalmusik stehen in Wechselwirkung: Vieles, was gesungen wird, lässt sich auch instrumentieren und umgekehrt.
- Das Tempo kann durch die Betonung des gesungenen Textes bestimmt werden.
Techniken
- Imitatio / Kontrapunkt: Nach einer kurzen Einleitung wiederholt eine Stimme eine Melodie, die andere Stimmen setzen nacheinander ein und imitieren dieselbe Melodie.
- Cantus firmus: Eine Melodie wird von einer Stimme vorgegeben, während die anderen Stimmen um sie weben.
- Variation / Veränderung: Wiederholung eines Themas in veränderter Form, teilweise in unterschiedlichem Tempo.
- Historische Tendenzen lassen sich in säkulare und religiöse Strömungen einteilen, wobei letztere in katholischen und protestantischen Traditionen unterschiedlich ausgeprägt sind.
Schulen
- Französisch-flämische Schule: z. B. Josquin Des Prés.
- Italien: Luigi Patatrina (Name im Original erwähnt) – Kompositionen für die katholische Kirche nach dem Konzil von Trient.
- Spanien: Juan de la Encina, F. Krieger, Tomás Luis de Victoria usw.
- Deutschland: Entwicklung der Choräle in der protestantischen Tradition.
- England: vor allem reiche geistliche und weltliche Traditionslinien (im Original als "migritual" erwähnt).
- Frankreich: Entwicklung der Chanson.
Klassizismus (1770–1810)
Merkmale
- Musikalischer Satz: Kurze, klare Sätze, häufig in 8 Takten (Perioden oft in zwei Halbsätzen à 4 Takte geteilt).
- Modelle mit 6 Takten (3 + 3) sind ebenfalls verbreitet.
- Phrasen fungieren als Themen oder Perioden; diese werden in Halbphrasen unterteilt und weiter zu größeren Einheiten verbunden — Ästhetik der Symmetrie.
- Übergänge von einem Rhythmus zum anderen ohne starke Kontraste; gesteigerte Spannung in der Mitte von Formverläufen.
- Wachsende Bedeutung instrumentaler Virtuosität.
- Verwendung des Alberti-Basses (Aufbrechen eines Akkords in wiederkehrendem Muster).
Gattungen und Formen
- Sonate: Komposition meist für ein oder zwei, manchmal drei Instrumente; entwickelte sich aus barocken Formen hin zu strengeren sonatenhaften Strukturen.
- Sinfonie: Sinfonia für großes Orchester, typischerweise mehrsätzig (vier Sätze).
Klassisches Orchester
- Wegfall des Generalbasses / Continuo.
- Einbeziehung von Horn und Klarinette.
- Verstärkung des Streicherensembles.
Mittelalter (5. – 15. Jh.)
Allgemeines
Im Mittelalter treten verschiedene musikalische Erscheinungen auf, darunter der Gregorianische Choral, weltliche Musik sowie die Entwicklung und Wiederbelebung erster polyphoner Stile.
Gregorianik
Der Gregorianische Choral mischt verschiedene kulturelle Einflüsse; die Zuschreibung an Papst Gregor den Großen ist historisch überliefert, aber in Teilen missverständlich. Die Gregorianik ist seit dem 8. Jahrhundert ein grundlegender Charakterzug der westlichen Kirchenmusik.
Elemente des Gregorianischen Chorals
- Acht Kirchentöne (Modi) mit spezifischen Tonleitern.
- Freier Rhythmus: wellenförmig und ungebunden, ohne mechanische Betonungen wie in späteren metrischen Systemen.
- Monophonie ohne Begleitung (monodisch).
- Gesungen in lateinischer Sprache.
Weltliche Musik (musica profana)
Die weltliche Musik des Mittelalters ist oft syllabisch: häufig entspricht jeder Note eine Silbe. Troubadore, Minnesänger und Trovadores sangen über menschliche Themen, vor allem Liebe. Musik wurde sowohl in Kirchen als auch am Hofe gesungen.
Form
Form: