Musikgeschichte: Gregorianik, Operette und Notenschrift
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Der Gregorianische Choral: Ursprung und Merkmale
Der Gregorianische Choral ist eine Art des Kirchengesangs, die in der Liturgie der römisch-katholischen Kirche verwendet wird. Gelegentlich wird er im weiteren Sinne als Cantus planus bezeichnet. Der Name leitet sich von seiner Sammlung ab, die Papst Gregor dem Großen zugeschrieben wird, wobei er eine Entwicklung aus Einflüssen des griechisch-römischen und gallikanischen Gesangs darstellt. Es sollte klargestellt werden, dass der Gregorianische Choral nicht von Papst Gregor erfunden wurde – er existierte zu dieser Zeit bereits –, aber der Kirchenführer verbreitete und entwickelte ihn weiter, weshalb dieser bedeutende traditionelle Gesang seinen Namen trägt.
Eigenschaften der Gregorianik
Gregorianische Noten werden in einem Tetragramm (Vierliniensystem) geschrieben, basierend auf der Arbeit von Guido von Arezzo. Es handelt sich um ein gesungenes Gebet und den Ausdruck von Religiosität. Der Choral ist monodisch (eine einzige Melodielinie) und wird a cappella (ohne Begleitung) von Männerstimmen vorgetragen. Die Stimmen können im Chor, durch den amtierenden Priester der Messe oder durch eine Schola (einen professionellen Solosänger) ausgeführt werden. Die Texte sind in Latein verfasst, außer dem Teil des Ordinariums der Messe, dem Kyrie Eleison, welches auf Griechisch gesungen wird.
Modi und Stile des Gesangs
Alle gregorianischen Gesänge sind immer modal; innerhalb der Kirchentöne gibt es acht Typen. Es existieren drei Stile des Gregorianischen Chorals, die abhängig von der Anzahl der Töne pro Silbe klassifiziert werden:
- Syllabischer Stil: Ein Ton pro Silbe.
- Neumatischer Stil: Etwa 2 bis 5 Töne pro Silbe.
- Melismatischer Stil: Mehr als 6 Töne pro Silbe.
In diesem Kontext ist die melodische Linie nicht sehr beweglich, das heißt, es gibt keine großen Sprünge in der Stimmführung. Normalerweise bewegt sich die Linie in Sekunden, Terzen, Quarten oder Quinten. Es ist selten, zum Beispiel einen Oktavsprung zu finden. Es gibt keine großen vokalen Verzierungen oder viele Improvisationen; man konzentriert sich auf die Musik und die Melodien, die selten geschriebene „musikalische Ornamente“ enthalten. Die überwiegende Mehrheit der mittelalterlichen Musik und der gregorianischen Gesänge war anonym, da die Kunstwerke als Eigentum der Kirche und als „Dienst an der Gesellschaft“ angesehen wurden.
Die Operette: Satirisches Musiktheater
Die Operette ist eine Art von Musiktheater, lebhaft und satirisch, deren wesentliches Merkmal eine oft weit hergeholte und absurde Handlung ist. Sie besteht aus gesprochenen Dialogen zwischen eingestreuten Liedern, die im Französischen Couplets genannt werden, und Tänzen wie der Quadrille oder dem Cancan. Es handelt sich daher um eine Bühnenshow mit einem Wechselspiel aus musikalischen, gesprochenen und getanzten Teilen.
Die Operette entwickelte sich in Frankreich in kleinen Theatern, wie sie für das Pariser Genre um 1815 eröffnet wurden. Diese Form weitete sich über mehrere europäische Länder aus, wobei Wien besonders relevant wurde. Die Wiener Operetten haben in der Regel eine ernstere und sentimentalere Handlung als die französischen. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist die Verwendung des Walzers als unverzichtbares musikalisches Element. Jacques Offenbach ist vielleicht der berühmteste Komponist der Operette; seine beiden bekanntesten Werke sind Orpheus in der Unterwelt und Die schöne Helena. Johann Strauss (Sohn) schrieb eine weitere bekannte Operette: Die Fledermaus.
Das Notensystem und die musikalische Notation
Das Notensystem (von griechisch penta: fünf und graph: Schrift) ist der Ort, an dem Noten und alle anderen musikalischen Zeichen eingetragen werden. Es besteht aus fünf Linien und vier Zwischenräumen, die von unten nach oben gezählt werden. Die Linien sind horizontal und äquidistant. Musik wird durch Zeichen geschrieben, die im Notensystem platziert werden.
Wichtige musikalische Zeichen
Die wichtigsten Zeichen sind:
- Die Notenwerte als Stellvertreter für die musikalische Note; jeder von ihnen zeigt die Dauer eines Tons an.
- Die Position auf einer der Linien oder in den Zwischenräumen entspricht einem bestimmten Ton.
Die Erfindung des Notensystems löste die Probleme der grafischen Darstellung der Musik. Sobald die Melodie den Umfang von neun Tönen des Systems überschreitet, werden Hilfslinien und zusätzliche Zwischenräume verwendet, die je nach Bedarf oberhalb oder unterhalb des Systems erstellt werden. Weitere Elemente sind der Schlüssel, die Pausen und die Alterationen (Vorzeichen). Abgesehen von den Noten werden im System auch die Tonart (Vorzeichen), der Rhythmus und der Charakter (z. B. feierlich, kriegerisch etc.) angegeben.
Guido von Arezzo und die Benennung der Noten
Im Jahr 1025 stellte Guido von Arezzo, ein italienischer Musiktheoretiker, fest, dass beim Singen eines Hymnus an den Heiligen Johannes die erste Silbe eines jeden Verses auf einer jeweils höheren Note gesungen wurde. So wurde beschlossen, jeden dieser Töne nach der entsprechenden Silbe im Lied zu benennen: Ut queant laxis, Resonare fibris, Mira gestorum, Famuli tuorum, Solve polluti, Labii reatum, Sancte Ioannes.