Musikgeschichte: Der Klassizismus (1750–1820)
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Der Klassizismus: Gesellschaftlicher Wandel
Der Klassizismus entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zum frühen 19. Jahrhundert. Die absolutistischen Könige begannen an Macht zu verlieren, während das Bürgertum (Händler, Bankiers) an Bedeutung gewann. Kunst und Musik waren nicht mehr exklusiv für Klerus und Adel bestimmt; sie sollten nun gefallen und unterhalten.
Musik als Unterhaltung
Die Musik dieser Zeit zeichnete sich durch Mäßigung und einen klaren Geschmack aus. Das Bürgertum kaufte Noten und Instrumente, besuchte Konzerte und musizierte privat, was einen bewussten Gegenentwurf zum komplexen Barock darstellte.
Die Rolle der Komponisten
Musiker waren oft noch an den Adel gebunden und unterlagen strengen Verpflichtungen, wie fehlender künstlerischer Freiheit und räumlicher Bindung. Dennoch begann sich das Bild des freischaffenden Komponisten, unabhängig von einem Mäzen, allmählich zu entwickeln.
Vokalmusik und Oper
Die Oper wurde zur musikalischen Form par excellence. Im Gegensatz zum Barock suchte der Klassizismus einen leichteren, natürlicheren Stil. Mythologische Themen wurden zunehmend durch Alltagsthemen ersetzt. Die komische Oper (Opera buffa) gewann gegenüber der ernsten Oper (Opera seria) an Bedeutung.
Instrumente und Orchester
Streichinstrumente: Die Gitarre wurde häufig eingesetzt. Das Klavier (Piano-Forte, erfunden 1710 von Cristofori) ersetzte das Cembalo, da es durch die Hammermechanik eine dynamische Abstufung der Lautstärke ermöglichte.
Blasinstrumente: Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotte und Trompeten.
Perkussion: Einsatz von zwei Pauken (auf Tonika und Dominante gestimmt), Triangeln und Becken.
Wichtige Merkmale der Epoche
- Harmonie: Der Basso continuo wurde aufgegeben; die Schrift wurde vertikal.
- Dynamik: Die Mannheimer Schule prägte den Einsatz von Crescendo und Diminuendo.
- Formen: Die „Sonatenform“ wurde zum Standard für Sinfonien, Konzerte und Kammermusik.
- Orchester: Ein klassisches Orchester bestand meist aus 25 bis 40 Musikern.
Bedeutende Komponisten
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Ein Wunderkind aus Salzburg, das über 750 Werke schuf. Bekannte Werke: Die Zauberflöte, Sinfonie Nr. 40 und das Requiem.
Franz Joseph Haydn (1732–1809)
Lange im Dienst der Familie Esterházy. Er konfigurierte die Sonatenform und schuf bedeutende Werke wie die Abschiedssinfonie und das Oratorium Die Schöpfung.
Luigi Boccherini (1743–1805)
Italienischer Komponist mit großem Einfluss auf die spanische Musik. Bekannt für sein Menuett für Streichquintett in E-Dur.