Musikgeschichte: Von der Polyphonie des Mittelalters zur Renaissance
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Musik im Mittelalter: Entwicklung und Formen
Wichtige Konzepte und Epochen
- Polyphonie: Eine Technik, bei der mehrere unabhängige Melodien gleichzeitig erklingen.
- Ars Antiqua (9. bis 13. Jahrhundert): Der vorherrschende Musikstil des 13. Jahrhunderts.
- Wichtige Musiker: Léonin und Pérotin (sowie Albertus).
- Ars Nova (14. Jahrhundert): Der neue Musikstil des 14. Jahrhunderts.
- Wichtige Musiker: Francesco Landini und Guillaume de Machaut.
Musikalische Formen des Mittelalters
- Organum: Einer gregorianischen Melodie wird eine oder mehrere erfundene Stimmen hinzugefügt.
- Motette: Eine gregorianische Melodie (Cantus Firmus) wird von neuen Stimmen mit unterschiedlichen Texten überlagert. Manchmal auch instrumental mit nur einer Stimme.
- Conductus: Alle Melodien sind neu erfunden und werden in Latein gesungen.
- Canción (Lied): Musikalische Form für die Vertonung profaner Gedichte (im Gegensatz zur Liturgie).
Anfänge der Musiknotation
In der frühen Hälfte des Mittelalters gab es keine feste Notation; die Lehre erfolgte mündlich. Es war notwendig, einen Weg zu entwickeln, um die Kompositionen zu bewahren.
- Erste Versuche: Zeichen, die halfen, sich an ungefähre Aspekte der Melodien zu erinnern.
- Pneumatische Notation (Neumen): Verwendete Zeichen (Neumen), die halfen, den Verlauf des Liedes wiederzugeben.
Die Musik der Renaissance (15. – 16. Jahrhundert)
Die Renaissance ist eine kunsthistorische Epoche (15. bis 16. Jahrhundert), in der das Interesse an der griechisch-römischen Antike neu entfacht wurde.
Wichtige Komponisten der Renaissance
- John Dunstable
- Guillaume Dufay
- Josquin des Prés
- Orlando di Lasso
Merkmale der Renaissance-Polyphonie
- Stimmenanzahl: Mehrstimmige Musik, in der Regel vierstimmig (a cappella).
- Imitation: Verwendung von Nachahmung, bei der Stimmen andere Stimmen wiederholen oder imitieren (imitativer Kontrapunkt).
- Ausgewogener Kontrapunkt: Gleichgewicht zwischen allen Stimmen; keine Stimme ist wichtiger als die andere.
Religiöse Musik und Reformation
Die Lutherische Musik und der Choral
Martin Luther initiierte die Reformation, wodurch sich seine Anhänger von der katholischen Kirche trennten. Dies veränderte die Art des Musizierens in den Kirchen.
- Choral: Eine große Anzahl von Liedern mit deutschen Texten wurde für den Gottesdienst gesammelt.
- Luther übersetzte viele Psalmen und Hymnen aus dem Lateinischen.
Die Römische Schule und das Konzil von Trient
Als Reaktion auf die protestantischen Ideen forderte das Konzil von Trient von den Komponisten, religiöse Musik zu schaffen, die sehr klar war, sodass der lateinische Text gut verstanden werden konnte.
Italien entwickelte sich zu einem der wichtigsten Musikzentren Europas, das Musiker aus ganz Europa anzog.
Wichtige Komponisten der Römischen Schule
- Giovanni Pierluigi da Palestrina
- Orlando di Lasso
- Tomás Luis de Victoria
Die Spanische Renaissance-Musik
- 15. Jahrhundert: Stark beeinflusst von flämischen Komponisten; sakrale Musik oft in Spanisch.
- 16. Jahrhundert: Das Goldene Zeitalter der spanischen Musik.
Wichtige Spanische Komponisten
- Cristóbal de Morales
- Francisco Guerrero
Profane (Weltliche) Musikformen
- Madrigal: Vertonung eines anspruchsvollen Gedichts, oft mit musikalischen Wiederholungen.
- Chanson: Eine kulturelle Form, verbreitet im franko-flämischen Raum.
- Villancico: Ursprünglich ein weltliches Lied, später oft mit weihnachtlicher Thematik verbunden (charakteristisch für Spanien).
Instrumentalmusik in Spanien
- Fantasie: Eine der häufigsten Formen.
- Tiento: Eine in Spanien verbreitete Form, oft für Tasteninstrumente.
Sakrale Musikformen
- Katholische Kreise: Motette und Messe.
- Protestantische Gebiete: Psalmen und Choräle.
- Anglikanisches England: Anthem (entspricht der Motette).