Muskelgewebe und Blutzellen: Aufbau und Funktionen
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Muskelgewebe: Aufbau und Arten
Muskelgewebe besteht aus spindelförmigen Zellen und Fasern, die die Fähigkeit besitzen, zu kontrahieren und zu entspannen. Sie arbeiten mechanisch und ermöglichen die Bewegung der Knochen. Im Zytoplasma befinden sich zahlreiche Myofibrillen, die aus den Proteinen Aktin und Myosin bestehen.
Arten des Muskelgewebes
- Glattes Muskelgewebe: Die Kontraktion erfolgt unwillkürlich und langsam. Die Zellen sind spindelförmig und besitzen einen einzigen Kern. Es bildet unter anderem die Muskulatur der inneren Organe (Endothel).
- Gestreiftes Muskelgewebe: Die Zellen weisen eine Querstreifung auf. Man unterscheidet zwei Typen:
- Quergestreifte Skelettmuskulatur: Sie ermöglicht die Bewegung der Wirbeltiere und besteht aus großen Zellen. Da sie viel Energie aufbringen muss, enthält sie eine große Anzahl an Mitochondrien. Die Kontraktionen erfolgen schnell und willkürlich.
- Herzmuskelgewebe (quergestreift): Es ist Teil des Herzmuskels. Die Kontraktion erfolgt schnell und unwillkürlich. Die Zellen besitzen einen einzigen Kern.
Struktur der Sarkomere
Sarkomere sind die kleinsten funktionellen Einheiten der Muskulatur. Es handelt sich um Aktin- und Myosin-Filamente, die in der Zelle in sich wiederholenden Einheiten längs verlaufen. Sie zeigen helle und dunkle Streifen: Die dunklen Filamente entsprechen dem dicken Myosin, die hellen dem dünnen Aktin. Die Zellmembran wird als Sarkolemm und das Zytoplasma als Sarkoplasma bezeichnet.
Blutzellen und Blutbestandteile
Blut ist ein flüssiges Gewebe, das in den Blutgefäßen zirkuliert. Die Flüssigkeit, die das Körpergewebe umspült, wird als interstitielle Flüssigkeit bezeichnet. Die flüssige Basis des Blutes ist das Blutplasma.
Zusammensetzung des Blutplasmas
Das Blutplasma ist eine Lösung, die hauptsächlich aus Wasser (Lösungsmittel) sowie Nährstoffen und Proteinen besteht:
- Albumin: Dient dem molekularen Transport und als Reserve für Aminosäuren.
- Gammaglobuline: Produzieren Antikörper gegen Antigene.
Die verschiedenen Blutzellen
- Rote Blutkörperchen (Erythrozyten): Sie stellen die größte Population der Blutzellen dar. Sie sind bikonkav geformt und verlieren während ihrer Reifung den Zellkern. Ihre Funktion ist der Transport von Sauerstoff (O2) aus den Lungenbläschen in die Gewebe. Das enthaltene Hämoglobin verleiht ihnen die rote Farbe.
- Weiße Blutkörperchen (Leukozyten): Ihre Funktion ist die Abwehr von Fremdstoffen. Man unterscheidet zwei Haupttypen:
- Granulozyten: Sie enthalten Granula und werden (je nach Färbung) in neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten unterteilt. Sie gehören zur unspezifischen Abwehr.
- Agranulozyten: Sie besitzen keine Granula im Zytoplasma.
- Monozyten: Sie können das Endothel durchqueren, aus den Blutgefäßen in die interstitielle Flüssigkeit gelangen und dort zu Makrophagen werden – Zellen, welche Fremdstoffe phagozytieren (unspezifische Immunität).
- Lymphozyten: Sie dienen der spezifischen Immunität gegen Infektionen. Man unterscheidet B-Zellen und T-Lymphozyten, die Antikörper produzieren oder Partikel bekämpfen.
- Thrombozyten (Blutplättchen): Dabei handelt es sich um Fragmente des Zytoplasmas. Sie tragen zur Bildung von Fibrin bei, das ein Geflecht aus Fasern bildet. Zusammen mit Zellfragmenten entsteht so ein Thrombus (Blutgerinnsel).
Definition: Antikörper
Antikörper sind Proteine, die spezifische Substanzen (sogenannte Antigene) bekämpfen, die der Körper als fremd erkennt.