Napoleons Erbe: Reformen, Fall und das Erbe der Revolution
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Napoleons Reformen und ihr Einfluss in Europa
Im Rheinbund, in den napoleonischen Staaten und in den besiegten Gebieten führte Napoleon Reformen ein. Diese sollten die Errungenschaften der Französischen Revolution widerspiegeln, so wie Napoleon sie interpretierte. In vielen Staaten wurde die Verwaltung modernisiert und alte Standesprivilegien wurden abgeschafft. Eine demokratische Mitbestimmung des Volkes gab es jedoch nicht. Andererseits nutzte Napoleon diese Staaten, um seine Armee und den französischen Staatshaushalt zu finanzieren. Die hohen Abgaben und Steuern, die an Frankreich gezahlt werden mussten, dämpften jedoch die anfängliche Begeisterung der deutschen Bevölkerung für Napoleon.
Die katastrophale Niederlage im Russlandfeldzug und Napoleons Fall
Napoleons Versuch, Russland zu erobern, scheiterte katastrophal: Die russische Armee zog sich weit ins Landesinnere zurück, und der einbrechende Winter traf Napoleons schlecht versorgte Truppen hart. Über 400.000 französische Soldaten fielen Hunger und Kälte zum Opfer. Die zuvor von Napoleon beherrschten Staaten verbündeten sich daraufhin gegen ihn. In der entscheidenden Völkerschlacht bei Leipzig (1813) besiegten sie ihn endgültig. Selbst sein eigenes Volk verlor das Vertrauen in ihn. Der einst ruhmreiche Kaiser wurde daraufhin auf die Insel Elba verbannt.
Der Wiener Kongress und das unaufhaltsame Erbe der Revolution
Die siegreichen Mächte ordneten die europäische Landkarte neu. Auf dem Wiener Kongress (1814/1815) in Wien, der Hauptstadt des damaligen Kaisertums Österreich, beschlossen sie neue Staatsgrenzen: Frankreich erhielt seine alten Grenzen zurück, und die großen Siegermächte Preußen, Österreich und Russland erhielten nicht nur ihre alten Gebiete zurück, sondern vergrößerten ihre Staatsgebiete sogar noch. Dabei achteten sie sorgfältig darauf, ein Gleichgewicht der Kräfte in Europa herzustellen. Die siegreichen Monarchien hofften, mit dem Sieg über Napoleon zugleich auch die Ideen der Französischen Revolution besiegt zu haben. Doch es war zu spät: Durch Napoleons Feldzüge und Reformen hatten sich diese Ideen bereits überall in Europa verbreitet. Für eine gewisse Zeit gelang es den Monarchen noch, sie zu unterdrücken und zu bekämpfen. Auf Dauer aber setzten sie sich im Laufe des 19. Jahrhunderts in fast allen europäischen Staaten durch.