Narcís Oller: Leben, Werke und Einfluss des katalanischen Romanciers

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Narcís Oller: Leben und Werk des katalanischen Romanciers

Narcís Oller i Moragas, ein bedeutender katalanischer Romancier, wurde 1846 in Valls geboren und verstarb 1930 in Barcelona. Er studierte Rechtswissenschaften und war später als Beamter bei der Staatsanwaltschaft sowie an Provinzgerichten tätig.

Literarische Anfänge und Einflüsse

Oller begann seine schriftstellerische Laufbahn in spanischer Sprache. Doch nach seiner Teilnahme an den Sitzungen der Zeitschrift La Renaixensa und seiner Unterstützung für die Jocs Florals (Blumenspiele) wurde er überredet, auf Katalanisch zu schreiben. Die Kritiker Josep Yxart (sein Cousin) und Joan Sardà veranlassten ihn dazu, den bestehenden literarischen Vorbildern in Europa zu folgen.

Merkmale und Themen seines Werks

Ollers Romane zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:

  • Verbindung von Realismus mit romantischen Elementen.
  • Wiederkehrende Charaktere, die in verschiedenen Romanen auftauchen.
  • Die Handlung spielt entweder in einem städtischen (ständig wechselnden) oder ländlichen (konservativen) Umfeld.
  • Wiederkehrende Themen wie der soziale Wandel, bedingt durch die industrielle Revolution und den Aufstieg des Bürgertums, bilden oft den Hintergrund seiner Erzählungen.

Wichtige Romane von Narcís Oller

Der Schmetterling (La Papallona)

In diesem Roman überwiegen romantische Elemente. Er erzählt die Geschichte eines armen und kranken Waisenmädchens, das von einem Handwerker in Barcelona verführt wird.

Die Escanyapobres (L'Escanyapobres)

Diese „Studie einer Leidenschaft“ stellt den moralischen Verfall eines ehrgeizigen und gierigen Mannes in einer ländlichen Gesellschaft im Wandel dar. Dieser ehrgeizige Charakter personifiziert jene, die sich den sozialen und kulturellen Veränderungen widersetzten.

Vilaniu

Mit romantischen Zügen erzählt dieser Roman von den schwerwiegenden Folgen einer Verleumdung (der falschen Zuschreibung einer Tat an eine Person) für eine Familie jener Zeit.

Der Goldrausch (La Febre d'Or)

Der moralische Verfall eines Charakters und sein sozialer Aufstieg spiegeln die Transformation der Gesellschaft Barcelonas und die Entstehung der neuen Bourgeoisie wider.

Wahnsinn (La Bogeria)

Dies ist der einzige Roman des Autors, der als naturalistisch gilt. Er beschreibt den Prozess des Wahnsinns einer Figur aus der Sicht von drei Charakteren. Oller untersuchte dabei die Krankheit analytisch, den Einfluss von Umweltfaktoren und Erbe, und dies angesichts des Fehlens eines einheitlichen Erzählers.

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