Die Natur des Geistes, Kognition und Verhalten
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1.1 Die Natur des Geistes
Die Absicht (Intentionalität): Intentionalität ist die Eigenschaft mentaler Zustände, dass sie auf etwas gerichtet sind. Mentale Zustände haben die Tendenz, unsere Überzeugungen, Wünsche oder Absichten auf etwas Bestimmtes zu richten. Sie beziehen sich auf etwas, das nicht zwangsläufig im eigenen Bewusstsein präsent sein muss. Diese Besonderheit ermöglicht es uns, mentale Zustände von anderen zu unterscheiden.
Ihre Privatsphäre: Mentale Phänomene besitzen eine ausgeprägte Privatheit. Wir haben direkten Zugang zu unseren eigenen Gedanken; andere Personen können diese Gedanken nicht unmittelbar einsehen. Die inneren Zustände einer Person sind für Außenstehende grundsätzlich nicht unmittelbar zugänglich.
Kognitive Fakultäten
Wahrnehmung: Sie versetzt uns in Kontakt mit der Wirklichkeit und ermöglicht es uns, Repräsentationen der über die Sinne gelieferten Daten zu konstruieren.
Gedächtnis: Damit können Bilder und Informationen, die wir durch die Sinne aufgenommen haben, behalten werden. Während die Zeit vergeht, werden einige Inhalte vergessen, andere bleiben erhalten.
Klassen des Gedächtnisses
- Basierend auf der Dauer: Sofortiges (sensorisches): sehr kurzlebig, nur für einzelne Momente; Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis: unterschiedlich dauerhafte Formen des Behaltens.
- Nach Qualität: Unterscheidung zwischen mechanischem (automatischem) Gedächtnis und bedeutungsvollem (semantischem) Gedächtnis.
Phantasie: Die Fähigkeit, Bilder zu reproduzieren oder neu zu bilden; sie zeichnet sich durch Spontaneität und die Möglichkeit zur Modifikation vorhandener Vorstellungen aus.
Typen der Phantasie
- Spielerisch (Play): Bilder oder Vorstellungen, die sich auf die Realität beziehen und oft schwierig im reinen Zustand zu halten sind; sie können gratifizierend wirken.
- Schöpferisch (Creator): Erfinden oder Erzeugen neuer Bilder, frühe Erkennung neuer Vorstellungen; kann zu fantastischen, nicht realen Bildern führen. Solche Vorstellungen weichen von den tatsächlichen Daten ab und können Träume ähneln.
Intelligenz
Definition: Fähigkeit, Probleme zu lösen.
Typen
- Sprachliche Intelligenz: Fähigkeit im Umgang mit Sprache und Worten.
- Mathematisch-logische Intelligenz: Entwicklung abstrakten Denkens und logischer Strukturen.
- Räumliche Intelligenz: Fähigkeit, wahrgenommene Elemente zu integrieren und anzuordnen.
- Musikalische Intelligenz: Fähigkeiten im Bereich Rhythmus und musikalischer Strukturen.
- Kinästhetische Intelligenz: Bezieht sich auf körperliche Bewegung und Reflexe.
- Interpersonale Intelligenz: Fähigkeit, Beziehungen zu anderen aufzubauen und zu kommunizieren.
- Intrapersonale Intelligenz: Kenntnis des eigenen Selbst und der eigenen inneren Zustände.
Affektive Zustände
Affektive Zustände umgeben uns und betreffen uns auf positive oder negative Weise; sie beruhen auf einigen grundlegenden Mechanismen. Typische affektive Zustände sind Schmerz und Freude. Menschen versuchen in der Regel, Angenehmes zu maximieren und Unangenehmes bzw. Schmerzhaftes zu vermeiden.
Emotionen
Beispiele: Eifersucht, Liebe, Freundschaft. Charakteristisch ist, dass sie relativ stabil sein können und lange andauern.
Affekte (kurzlebige Emotionen)
Beispiele: Scham, Glück. Sie sind spezifischer und intensiv, oft begleitet von körperlichen Reaktionen wie Schwitzen.
Leidenschaften
Leidenschaften sind sehr intensive Gefühle oder Emotionen. Charakteristisch ist, dass sie so intensiv sind, dass sie die Kontrolle über das Verhalten beeinträchtigen und störend wirken können.
Dualismus
Die These des Dualismus besagt, dass zwei grundverschiedene Entitäten existieren: die Natur (Materie) und das Bewusstsein (Geist).
Platonischer Dualismus
Platon postuliert, dass die menschliche Seele unsterblich und göttlich geartet ist, während der Körper fehlerhaft und sterblich ist.
Kartesischer Dualismus
Descartes beschreibt den Menschen als Kombination zweier Substanzen: einer ausgedehnten (materiellen) Substanz (Körper) und einer denkenden (immateriellen) Substanz (Geist).
Monismus
Der Monismus betrachtet den Menschen als einheitliches Ganzes und leugnet die Existenz des Geistes als von Gehirn und Körper unabhängige Entität.
Spiritualistischer Monismus
Leugnet die ontologische Realität des Körpers zugunsten einer primären geistigen Substanz oder sieht den Menschen hauptsächlich als Geist.
Materialistischer Monismus
Betont, dass der Mensch primär aus physischer Materie besteht; mentale Phänomene werden als Zustände des physischen Systems (Gehirns) verstanden.
Behavioristische Positionen
Der Behaviorismus ignoriert weitgehend die innere Existenz des Geistes und geistiger Prozesse und konzentriert sich auf beobachtbares Verhalten.
Physikalistischer Reduktionismus
Das Gehirn funktioniert wie ein sehr komplexes System (vergleichbar mit einem Computer) durch biologische Evolution; mentale Phänomene werden auf physikalische Prozesse zurückgeführt.
Jenseits von Dualismus und Monismus
Funktionalismus: Mentale Prozesse werden durch die Funktionen definiert, die sie ausführen. Wichtig ist nicht die materielle Grundlage, sondern die funktionale Rolle.
Dualismus der Eigenschaften: Diese Position unterscheidet zwischen zwei Typen von Eigenschaften — physischen und mentalen — ohne notwendigerweise zwei Substanzen anzunehmen.
Personalismus: Betrachtet den Menschen als Einheit von Körper und Geist und betont die Ganzheitlichkeit der Person.
Verhalten
Beobachtbare Reaktion: Verhalten ist die beobachtbare Reaktion einer Person auf einen Reiz. Es unterscheidet sich insofern von inneren Zuständen, als es für externe Beobachter messbar, prüfbar und analysierbar ist.
Instinktives Verhalten
Instinkte sind biologisch und genetisch verankerte Reaktionsmuster. Bestimmte Personen weisen von Geburt an typische Verhaltensweisen auf, die durch die physische Konstitution und genetische Faktoren mitbestimmt sind.
Handlungen (Conduct)
Handlungen des Menschen sind nicht ausschließlich instinktiv. Menschen folgen nicht nur biologischen Mustern, sondern suchen oftmals nach der besten Lösung für ein Problem.
Motivation
Motivation erklärt, warum eine Handlung ausgeführt wird. Wenn wir nicht verstehen, warum jemand etwas tut, stellen wir uns Fragen nach den Gründen. Die Kenntnis der Gründe hilft, das Verhalten anderer nachvollziehbar und sinnvoll erscheinen zu lassen.
Klassifikation der Motive
- Hauptmotive: Haben eine biologische Grundlage, sind angeboren und entsprechen elementaren physiologischen Bedürfnissen; viele dieser Motive teilen Menschen mit Tieren.
- Kulturelle und soziale Gründe: Sie haben einen kulturellen und sozialen Ursprung und werden durch Erziehung, Bildung, Schlafgewohnheiten und spezifische soziale Rechte vermittelt.
Phasen menschlichen Verhaltens
- Diskussion (Reflexion): Eine Situation wird beschrieben, Fragen werden aufgeworfen und analysiert; man reflektiert über Vorteile und Nachteile.
- Entscheidung: Es wird die passende Option gewählt.
- Ausführung: Die getroffene Entscheidung wird in Handlung umgesetzt.
Züge des menschlichen Verhaltens
- Fehlanpassung: Außenseiterdasein kann entstehen, wenn eine Person nicht den sozialen Erwartungen entspricht; dies ist auf unvollständige Anpassung an die Verhältnisse zurückzuführen.
- Plastizität: Menschen sind nicht starr wie Knetmasse, sondern modellierbar durch Lernen und Reifung; sie besitzen die Fähigkeit, sich zu verändern und anzupassen.
- Unzufriedenheit: Der Mensch strebt nach Zielen; im Vergleich zu anderen kann dies zu Unzufriedenheit führen, die ein Merkmal menschlichen Verhaltens darstellt.