Natur und Kultur: Biologische und soziale Grundlagen

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1. Der Mensch: Natur und Kultur

Der Mensch ist Natur, gekennzeichnet durch eine genetische Ausstattung. Während seines ganzen Lebens erwirbt der Mensch eine Kultur, bestehend aus Sprache, Sitten, Gebräuchen, Wissen und Gewissen.

  • Natur: Bezieht sich auf die genetischen Determinanten, die eine Person von Geburt an besitzt. Sie enthält alle Faktoren und Bedingungen, die wir geerbt haben (z. B. Anzahl der Finger, die Fähigkeit zu sprechen).
  • Kultur: Alles, was Menschen erworben oder gelernt haben. Äquivalente Begriffe sind Umwelt oder Erworbenes. Dazu gehören Brauchtum, soziale Normen, Geräte, Werkzeuge, Überzeugungen, Wissen, Sprachen, Kunst, Wissenschaft oder Religion.

Der Mensch ist ein Tier, das in eine Kultur hineingeboren wird und diese im Laufe seines Lebens weiterentwickelt. Es gibt Faktoren, die allein genetisch bedingt sind (z. B. Augenfarbe), andere, die kulturell sind (z. B. Begrüßungsrituale), und wieder andere, die von der Umwelt abhängen.

2. Die biologische Natur des Menschen

Die biologische Natur des Menschen ist die Gesamtheit der Fähigkeiten und Eigenschaften, die im menschlichen Genom kodiert sind. Die genetischen Merkmale werden von allen Mitgliedern einer Spezies geteilt, während Unterschiede individuell sind.

Alle Individuen der gleichen Spezies teilen eine Menge von Merkmalen, die sie von anderen Arten unterscheiden. Durch sexuelle Fortpflanzung werden die Merkmale des Nachwuchses von den Eltern abgeleitet, und jeder Einzelne ist das Ergebnis dieses genetischen Austauschs. Genetische Faktoren sorgen zudem dafür, dass alle Menschen verschieden sind. Eine Ausnahme bilden eineiige Zwillinge: Sie teilen die gleiche genetische Information. Hier spielen Erfahrungen eine wichtige Rolle, auch wenn Gewohnheiten, Tendenzen und Neigungen sehr ähnlich bleiben.

2.1 Genetische Einflüsse auf das Verhalten

Numerose Studien zeigen, dass Gene neben der Form und Funktion des Körpers auch Aspekte des Verhaltens bestimmen.

  • Fallstudie: Gleiche Gene, unterschiedliche Umgebungen: Bei eineiigen Zwillingen, die bei der Geburt getrennt wurden, zeigen sich oft ähnliche Verhaltensweisen und Gewohnheiten, obwohl sie nie zusammen aufgewachsen sind.
  • Unterschiedliche Gene, gleiche Umgebung: Bei adoptierten Kindern, die in der gleichen Familie aufwuchsen, zeigen die Ergebnisse eine Abhängigkeit von der Genetik. Viele Verhaltensweisen ähneln denen der biologischen Eltern, ohne dass Kontakt bestand.

In beiden Fällen zeigt sich der Einfluss der Genetik. Der genetische Determinismus besagt, dass physische Aspekte und das Verhalten einer Person allein durch Gene bestimmt werden. Heute argumentieren jedoch nur wenige Wissenschaftler so; Gene prädisponieren Verhalten, bestimmen es aber nicht vollständig.

Gentechnik und Biotechnologie

Die Gentechnik ist die Manipulation und Übertragung von DNA, um neue Arten zu schaffen, genetische Defekte zu korrigieren oder Verbindungen herzustellen. Während einige Philosophen den Nutzen zur Krankheitsbekämpfung betonen, warnen andere vor der Eugenik – dem Ziel, das menschliche Genom künstlich zu verbessern, wie es etwa im Nationalsozialismus praktiziert wurde.

2.2 Menschliche Gruppen und das Konzept der Rasse

Rassen sind Gruppen von Individuen, die eine größere genetische Ähnlichkeit untereinander aufweisen als mit anderen Individuen. Der Begriff basiert auf der Idee, dass Menschen sich körperlich unterscheiden, weil sie sich an unterschiedliche Klimata und Umgebungen angepasst haben.

Im 19. Jahrhundert führten körperliche Unterschiede wie die Hautfarbe dazu, dass Wissenschaftler die menschliche Spezies in mehrere Rassen unterteilten (z. B. Weiße, Schwarze, Mongolide und Ureinwohner Australiens). Die moderne Wissenschaft lehnt diesen Begriff für den Menschen jedoch weitgehend ab. Der Homo sapiens entstand vor etwa 150.000 Jahren und verbreitete sich schnell über die Erde, was eine genetische Trennung in klare Rassen verhindert. Es gibt kein klares genetisches Trennmerkmal, sondern ein Kontinuum.

Rassismus ist die Annahme, dass es überlegene und unterlegene menschliche Rassen gibt, wobei die überlegene Rasse Attribute wie Intelligenz für sich beansprucht. Rassismus wird oft durch wissenschaftlich falsche oder konstruierte Argumente gerechtfertigt; der Nationalsozialismus ist hierfür ein klares Beispiel.

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