Neuronale Signalübertragung: Membranpotenzial & Leitung

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Neuronale Signalübertragung und Membranpotenzial

Kurzüberblick: Diese Übersicht beschreibt die beteiligten Neuronenarten, das Membranpotenzial, Aktionspotenziale sowie die Leitungsarten der Nervenimpulse. Wichtige Begriffe sind in Fettschrift hervorgehoben.

  1. Integrationszentrum: Es besteht aus Neuronen und analysiert Informationen. Es löst Reaktionen aus, indem es sensorische Neurone zur Aktivierung bringt.
  2. Assoziationsneurone: Verbinden sensorische und motorische Neurone.
  3. Motorisches (efferentes) Neuron: Ein Nervenimpuls führt zu einem Effektor.
  4. Effektor: Das ist das Zielorgan des Nervenimpulses (z. B. Skelettmuskel, glatte Muskulatur, Herzmuskel oder Schilddrüse).
  5. Membranpotenzial

  6. Es besteht eine positiv geladene extrazelluläre und eine negativ geladene intrazelluläre Ladungsverteilung.
  7. Das elektrische Potenzial der Membran kann mit Mikroelektroden aufgezeichnet werden.
  8. Ruhepotenzial: Durch die ungleiche Verteilung von Ladungen auf beiden Seiten der Membran ist die Nervenzelle elektrisch polarisiert (intrazellulär negativ, extrazellulär positiv). In diesem Zustand findet keine Nervenleitung statt.
  9. Aktionspotenzial: Bei Erregung entlang des Axons kommt es zu einer Umkehr der Membranpolarität (innen vorübergehend positiver, außen negativer).
  10. Nervenimpuls

  11. Der Nervenimpuls ist das Aktionspotenzial, das entlang der Plasmamembran des Neurons läuft.
  12. Das Ruhepotenzial kann durch Reize, die von sensorischen Rezeptoren wahrgenommen werden, modifiziert werden; diese Veränderung nennt man Depolarisation (erhöhte Na+-Permeabilität).
  13. Wenn diese Veränderung (innen positiver, außen negativer) an der rezeptiven Seite des Neurons auftritt, entsteht ein Rezeptorpotenzial.
  14. Wenn der Reiz zu schwach ist, wird kein Nervenimpuls generiert, selbst wenn ein Rezeptorpotenzial entsteht. Es ist eine bestimmte Reizintensität (Schwelle) erforderlich. Wird die Schwelle erreicht oder überschritten, löst das Neuron einen Nervenimpuls aus — stets in gleicher Größenordnung, nicht proportional zur Reizstärke; dieses Prinzip nennt man das Alles‑oder‑Nichts‑Gesetz. Die Wiederherstellung der ursprünglichen Membranpolarität nennt man Repolarisation.
  15. Ist der Nervenimpuls einmal ausgelöst, verläuft er stets in gleicher Größenordnung; die Amplitude ändert sich nicht proportional mit der Reizstärke.
  16. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Aktionspotenziale hängt nicht von der Reizstärke ab, sondern von Faktoren wie dem Axondurchmesser und dem Vorhandensein oder Fehlen einer Myelinscheide (größerer Durchmesser → höhere Geschwindigkeit).
  17. Temperatur: Bei niedrigeren Temperaturen laufen Nervenimpulse langsamer.
  18. Kontinuierliche Leitung: In unmyelinisierten Axonen erfolgt eine fortschreitende, segmentale Depolarisation entlang des Axons.
  19. Saltatorische Leitung: In myelinisierten Axonen "springt" das Aktionspotenzial von einem Ranvier'schen Schnürring zum nächsten; dieser Prozess ist deutlich schneller.
  20. == 2Q

Hinweis für weitergehende Recherche: Vertiefende Begriffe: Ionengradienten, Na+/K+-Pumpe, Refraktärzeit, Ranvier'sche Schnürringe, myelinisierte vs. unmyelinisierte Fasern.

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