Die Neuzeit: Literatur und Kultur in Katalonien

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Die Neuzeit (15. Jahrhundert)

Die Neuzeit ist geprägt durch tiefgreifende gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen:

  • Politik: Entstehung autoritärer Nationalstaaten und großer Monarchien.
  • Wissenschaft: Anwendung der experimentellen Methode und technischer Fortschritt.
  • Denken: Anthropozentrisches Weltbild, Vernunft und kritische Distanz zur Tradition.
  • Religion: Religiöse Konflikte zwischen Reformation und Gegenreformation.
  • Kunst: Rückbesinnung auf klassische Ideale und Schönheit.

Die Neuzeit in katalanischsprachigen Gebieten

Die katalanische Kultur erlebte in dieser Zeit eine Phase der Stagnation:

  • Bevölkerungsrückgang: Folgen des Schwarzen Todes und Vertreibung der Mauren aus Valencia.
  • Wirtschaft: Subsistenzwirtschaft durch Kriege und Banditentum.
  • Politik: Verlust der politischen Eigenständigkeit durch dynastische Verbindungen.
  • Kultur: Mangel an Schirmherrschaft durch das Fehlen eines königlichen Hofes.
  • Sprache: Spanisch wurde als offizielle Verwaltungssprache eingeführt.

Literatur der Renaissance (15. und 16. Jahrhundert)

Die Renaissance strebte eine Wiedergeburt der klassischen Kultur an. Zentrale Motive waren:

  • Locus amoenus: Idealisierte Naturlandschaft.
  • Carpe diem: Aufforderung, den Moment zu genießen.
  • Beatus ille: Lob des einfachen, ruhigen Lebens.

Wichtige Gattungen waren das Sonett, das Idyll und die Elegie. Bedeutende Denker wie Erasmus von Rotterdam und Niccolò Machiavelli prägten die Essayistik.

Katalanische Renaissance

  • Poesie: Peter Seraph gilt als bedeutendster Vertreter des Petrarquismus.
  • Prosa: Christopher Despuig verfasste mit Die Kolloquien der berühmten Stadt von Tortosa ein Schlüsselwerk zur Verteidigung der katalanischen Identität.
  • Theater: Juan Fernández de Heredia nutzte in seinen Werken (z. B. The vesita) die Diglossie zwischen Katalanisch und Spanisch.

Barock (17. Jahrhundert)

Der Barock war eine Zeit der politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Kunst zeichnete sich durch Künstlichkeit, Metaphorik und Satire aus. Bedeutende europäische Autoren waren Cervantes, Shakespeare, Lope de Vega und Calderón de la Barca.

Katalanischer Barock

  • Poesie: Francesc Vicent Garcia (Rektor von Vallfogona) war der wichtigste Vertreter.
  • Prosa: Joseph Romeguera zeichnete sich durch einen hochgradig allegorischen Stil aus.
  • Theater: Francesc Fontanella gilt als innovativster Dramatiker dieser Epoche.

Aufklärung und Neoklassizismus (18. Jahrhundert)

Die Aufklärung betonte Vernunft, Freiheit und soziale Fortschritte. Der Neoklassizismus festigte diese Ideale in der Literatur.

Katalanische Aufklärung

  • Prosa: Baldiri Reixac (Pädagogik) und Rafael d'Amat (aristokratische Chroniken).
  • Theater: Joan Ramis (Lucretia) als Vertreter des neoklassizistischen Dramas.

Populäre Literatur

Die mündliche Überlieferung blieb vital. Bekannte Legenden wie die des Grafen Arnau und zahlreiche Volkslieder (Romanzen) prägten das kulturelle Gedächtnis. Das religiöse Volkstheater, wie das Mysterium von Elche, diente der didaktischen Vermittlung christlicher Werte.

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