Nietzsche und Hume: Schlüsselkonzepte der Philosophie und Moral

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Der Apolline und Dionysische Geist

In Die Geburt der Tragödie untersucht Nietzsche die Kultur und Ästhetik, die aus dem Kampf zweier gegensätzlicher Kräfte entstehen:

  • Der apollinische Geist: Das Prinzip der Individualisierung, der Ordnung und des Traumes.
  • Der dionysische Geist: Das Prinzip des Rausches, des Übermaßes und der Einheit.

Nietzsche argumentiert, dass mit Sokrates der dionysische Geist abgelehnt wurde.

Der Wille zur Macht

Der Wille zur Macht ist das Wesen des Lebens: die ständige Steigerung der Kraft. Er bedeutet, immer Ja zum Leben zu sagen. Krankheit oder die Verleugnung des Lebenswertes führen zur Dekadenz (insbesondere der dekadenten westlichen Kultur), in der die Menschen ihre eigenen Lebensgrundlagen untergraben.

Genealogie der Sprache und Wahrheit

Nietzsches genealogische Methode dient dazu, die verborgenen Wurzeln unserer Werte aufzuspüren. Die menschliche Sprache ist das Ergebnis eines kreativen Aktes und Ausdruck unserer Lebenserfahrung.

Wahrheit ist demnach keine logische Abbildung der Welt, sondern eine Interpretation und ein Übereinkommen innerhalb einer Gruppe. Eine Interpretation ist dann „wahr“, wenn sie erfolgreich ist und dem Willen zur Macht dient.

Genealogie der Moral: Edle vs. Sklavenmoral

Die Genealogie der Moral beginnt mit der Unterscheidung zwischen:

  • Gut (ursprünglich: edel, vornehm) und Schlecht (vulgär, arm).

Diese ursprüngliche Wertung wurde durch die Sklavenmoral umgekehrt.

Die Edle Moral

Die edle Moral basiert auf dem Wunsch nach Macht. Sie bejaht die eigenen Werte und schafft sie aus Fülle und Stärke (Kriegerinstinkt).

Das Ressentiment und die Sklavenmoral

Die Sklavenmoral negiert die Werte der Edlen und entsteht aus Ressentiment (Verachtung, Groll) gegenüber dem, was ursprünglich als gut galt. Der Herdentrieb fördert eine Solidarität, die auf Schwäche beruht.

Die jüdische und christliche Moral waren der erste Aufstand der Sklaven, bei dem das, was früher „gut“ war, nun als „böse“ deklariert wurde. Das Ressentiment führt zur Verinnerlichung von Schuldgefühlen, da die natürlichen Wünsche nicht erfüllt werden können. Es ist ein Mechanismus, der den Menschen schwach und unfähig macht, neue Werte zu schaffen.

Gottes Tod und der Nihilismus

Nietzsche drückt mit dem Satz „Gott ist tot“ die Zerstörung alter, absoluter Werte aus – nicht nur die des höchsten Wesens, sondern auch die absoluter metaphysischer Werte (wie Vernunft oder das Gute an sich).

Wir sind aufgerufen, selbst zu Göttern zu werden. Neue Werte müssen aus dem Leben auf der Erde geboren werden, was eine neue Vorstellung von der Wirklichkeit und ein neues Lebensmodell erfordert.

Der Übermensch (Überwindung des Menschen)

Der Tod Gottes ermöglicht die Erscheinung des Übermenschen, der neue Werte aus dem Willen zur Macht schafft und zum ursprünglichen Sinn von Gut/Schlecht zurückkehrt. Der Übermensch bejaht die Erde, das Leben, versteht Schmerz und Leid und wird dadurch bereichert. Er unterdrückt seine natürlichen Instinkte nicht und kennt weder Groll noch Neid.

Die drei Verwandlungen des Geistes:

  1. Das Kamel: Symbolisiert den Menschen, der sich dem Leben und den alten Werten unterwirft (Lastenträger).
  2. Der Löwe: Symbolisiert den Kampf um Freiheit, ist aber unfähig, neue Werte zu schaffen (der Verneiner).
  3. Das Kind (Der Übermensch): Schafft neue Werte, bereut nichts, bejaht das Leben und ist ein Neuanfang.

Die Ewige Wiederkunft des Gleichen

Während das Christentum eine endliche und lineare Zeitvorstellung auferlegt, stellt die Ewige Wiederkunft die Forderung auf, das Leben so intensiv zu leben, als müsste man es unendlich oft wiederholen. Die Bejahung der Ewigen Wiederkunft ist die höchste Form der Lebensbejahung und fordert ein höheres Leben.

David Hume: Moralischer Emotivismus

Hume vertritt den moralischen Emotivismus: Moralische Urteile und Grundsätze entspringen nicht der Vernunft, sondern den Gefühlen. Unsere Gefühle beurteilen die Folgen unserer Handlungen als gut oder schlecht.

Die menschliche Moral wird durch Empfindungen bestimmt. Handlungen, die Freude und Glück fördern, werden als gut empfunden. Die Fähigkeit, die Gefühle anderer nachzuempfinden (Sympathie), und der Nutzen (Utility) einer Handlung sind entscheidende moralische Qualitäten.

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