Nietzsche und Ortega: Vitalismus und der Massenmensch

Eingeordnet in Philosophie und Ethik

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 4,56 KB

Nietzsche vs. Ortega: Vitalismus und das Leben

Ortega übernimmt Nietzsches Erbe des Vitalismus und den Wert des Lebens als Urgrund des menschlichen Seins. Dieser Wert setzt einen Rahmen für die Irrationalität gegen die Vernunft. Während Nietzsche stets besorgt war zu erklären, wie man leben sollte, anstatt tatsächlich zu leben, bricht dies mit der Metaphysik und der Moral. So entstand die Geschichte der „konzeptuellen Mumien“, die das Leben nicht zulassen.

Es ist notwendig, die eigenen Wünsche und Kriterien (Herrenmoral) zu leben, im Vergleich zu einer absurden und unrealistischen Formalität. Das Leben muss gelebt werden, wie es ist: fühlend, ohne den Filter der Vernunft, in einer absolut irrationalen Weise. Ortega schlug vor, das Leben mit den Qualitäten und Eigenschaften eines menschlichen Wesens zu führen. Wenn die Seele mit einem biologischen Leben und Vernunft ausgestattet ist, muss sie diese Bedingungen annehmen.

Vernunft und Leben

Man muss vernünftig leben, denn Leben und Vernunft sind untrennbar miteinander verbunden und helfen uns, unsere Geschichte gut zu schreiben. Ortega sagte: „Ich bin ich und meine Umstände“. Dies ist die Nabelschnur, die uns mit dem Rest des Universums verbindet und der Ausgangspunkt unserer vitalen und philosophischen Reise ist.

Fakten: Technik und der Aufstand der Massen

Ortegas Denken macht uns auf die Gefahren der Ära der Technik aufmerksam, in welcher der Massenmensch beherrscht. Die Frage der Technik vergrößert die eigentümliche Kreuzung der westlichen Kultur. Die Bedeutung der Kunst in der zeitgenössischen Kultur hat dazu geführt, dass die technologische Mentalität dazu neigt, vom Leben getrennt und verselbstständigt zu werden.

Ortega schlug vor, die Technik wieder zum Leben zurückzuführen. Er erinnert die Menschen im Westen daran, dass der Mensch eine Idee und ein Projekt seines eigenen Seins ist, und bittet sie um den humanistischen Bau einer neuen Technologie. Der Westen legt sein Leben in die Hände der Technik, was dazu führt, dass Menschen zu „Wracks“ werden. Der Westen muss seine Beziehungen zur künstlichen Intelligenz und zu technischen Mechanismen überdenken, um die Lage der Technik in seinem Lebensprojekt neu zu bestimmen.

Der Massenmensch

In seinem Buch „Der Aufstand der Massen“ warnte Ortega die Europäer vor der Gefahr der Vernichtung und Barbarei, welche die Herrschaft des Massenmenschen im sozialen Leben darstellt. Was ist der Massenmensch?

  • Er ist eine Art des sozialen Lebens, der die durchschnittliche Person ohne ein vitales Projekt darstellt.
  • Er lebt demoralisiert, anonymisiert und treibt im sozialen Leben dahin.
  • Er nutzt Meinungen, die ihm genügen, und glaubt, mit zivilen und sozialen Rechten in wirtschaftlichen Verhältnissen geboren zu sein, die so einfach und sicher sind, dass er nur Komfort und öffentliche Ordnung kennt.

Der Durchschnittsmensch erkennt keine Hindernisse für die Entwicklung seines sozialen Lebens oder soziale Ungleichheiten an. Er denkt, alles stünde ihm ebenso zur Verfügung wie sein eigener Körper oder die Natur. Er ist ein inertes Wesen, das heißt ohne echtes Leben, das nur die Einrichtungen nutzt, die ihm seine günstigen Umstände bieten. Er ist unempfindlich gegenüber den Forderungen seines Wesens; sein Leben ist hohl, er nimmt nicht teil und folgt nicht dem Überlegenen und Ausgezeichneten.

Gefahren und Ausblick

Er ist moralisch und intellektuell gefügig, was im Widerspruch zu Orientierung und Bildung steht. Er versteht seine Situation nicht. Wenn die Situation schlecht ist, führt seine Unzufriedenheit zu unmittelbarem Handeln, was zu totalitärer und destruktiver Gewalt führen kann. Die Gefahr besteht darin, dass der Massenmensch sein Wohlergehen vernachlässigt und das zerstören könnte, was es ermöglicht (die Natur).

Ortega schlägt vor, dass der europäische Durchschnittsmensch zur Selbstsorge zurückkehrt und seine Empfindlichkeit gegenüber dem Überlegenen und Ausgezeichneten wiedergewinnt. Ein Mann zu sein bedeutet, das Maximum nach Pindar zu erreichen: „Werde, der du bist“. Das gute Leben wird durch das Bild des Bogenschützen symbolisiert, dessen Bogen gespannt ist und dessen Speer das Leben auf sein eigenes Ziel in der Welt hin ausrichtet. Diese Ansichten teilt er mit Habermas, Heidegger und der postmodernen Philosophie sowie mit ökologischen und sozialen Bewegungen.

Verwandte Einträge: