Nietzsche: Übermensch, Nihilismus und Kritik

Eingeordnet in Philosophie und Ethik

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 5,03 KB

Übermensch (Superman)

Übermensch (Superman) – Wer kann Transmutation durchführen? Der Edle. Um Nietzsche existieren zwei verschiedene moralische Auffassungen: die Moral der Herren und die Moral der Sklaven. Der Herr ist derjenige, der seinen eigenen Moralkodex bestimmt, und der Sklave ist der, der an einen moralischen Kodex gebunden ist, dem der Mut fehlt. Um eine Moral der Herren zu schaffen, muss der kreative Übermensch den Willen zur Macht ausdrücken, indem er den Nihilismus überwindet und somit eine neue Reihe von Werten schafft. Der Übermensch lehnt die Moral der Sklaven und das Schwarmverhalten ab. Der Übermensch ist derjenige, der die Fähigkeit und die Entschlossenheit hat, Werte zu schaffen; und die Werte, die er schafft, bejahen die Welt des Lebens. Er lebt im Endlichen, glaubt nicht, dass das Leben eine vorgegebene Bedeutung hat, und er ist nicht von der schrecklichen Daseinsangst erfüllt. Der Übermensch ist mutig gegenüber dem Risiko und flieht nicht vor jeder Form des Leidens. Er steht im Widerspruch zum Egalitarismus und liebt die Intensität des Lebens. Zusammenfassend: Der Übermensch ist die energische Bejahung des Lebens; er ist Schöpfer und Herr seiner selbst und seines Lebens und ein freier Geist. Aber hierfür sind drei Transformationen erforderlich: das Kamel, der Löwe und das Kind. Das Kamel steht im Zusammenhang mit blindem Gehorsam, der Löwe leugnet die traditionellen Werte, und schließlich folgt das Kind.

Nihilismus

Nihilismus Nietzsche unterscheidet zwei Formen des Nihilismus. 1) Der aktive Nihilismus ist eine zerstörerische nihilistische Haltung, die versucht zu zeigen, dass die herrschenden Werte nichts sind, eine Erfindung. Nietzsche ist in diesem Sinne nihilistisch, da er die vollständige Zerstörung der bestehenden Werte und ihre Ersetzung durch neue fordert. 2) Der passive Nihilismus: Mit dem "Tod Gottes" tritt eine Sinnkrise ein; die Menschen glauben, dass die Existenz absolut unhaltbar, leer und sinnlos ist.

Die ewige Wiederkehr

Die ewige Wiederkehr: Alles, was im Leben geschieht, geschieht immer wieder und sollte geliebt werden. Man sollte wollen, dass das Leben in jeder Situation lebenswert ist. Akzeptanz bedeutet, das ewige Leben in jedem Augenblick anzunehmen. Dieser Begriff der Zeit verlangt, alle Weltereignisse und vergangenen Situationen zu akzeptieren.

Verteidigung der Theorie

Zur Verteidigung dieser Theorie argumentiert Nietzsche, dass die Gesamtmenge an Kraft im Universum endlich ist, die Zeit jedoch unendlich. Die Kombination endlicher Kräfte mit unendlicher Zeit verurteilt die vorhandenen Konfigurationen dazu, sich ad infinitum zu wiederholen.

Metaphysikkritik

Metaphysikkritik Nietzsche klagt die metaphysischen Begriffe des Seins an. Er kritisiert metaphysische Ansprüche wie:

  1. Dass authentische Realität fest, stabil und unveränderlich sei.
  2. Dass Evolution nichts als eine Täuschung der Sinne sei.
  3. Das Sprechen von einer neuen, jenseitigen Welt (mundo) statt der sinnlich erfahrbaren Welt.

Nietzsche antwortet, dass Wirklichkeit durch Mobilität und Pluralität gekennzeichnet ist. Die sinnliche Welt existiert; andere Welten sind nicht beweisbar. Er argumentiert, dass die Metaphysik diese Ebenen verwechselt. Schließlich führt Nietzsche an, dass Sprache und Grammatik für die Verwirrung der Metaphysik verantwortlich sind. Er behauptet, dass die Sprache selbst uns glauben macht an die Existenz, weil in jedem Prozess oder Satz die Existenz eines Subjekts vorausgesetzt wird.

Nietzsche stellt fest:

  1. Das Selbst ist nicht nur eine Fiktion; viele ähnliche Aussagen beziehen sich auf dasselbe Phänomen.
  2. Wir werden die Metaphysik oder die Vorstellung von Gott niemals vollständig loswerden.
  3. Die Benennung von Leben als Metapher steht im Gegensatz zur vorgeschlagenen statischen Sprache; sie eröffnet Einsichten und Perspektiven.
  4. Die versteckten, beweglichen Metaphysiker sind durch folgende Haltungen gekennzeichnet:
    • a) Angst vor dem Leben
    • b) Hass auf das Leben
    • c) Rache am Leben

Kritik der Wissenschaft

Kritische Wissenschaft Nietzsche wirft der aufgeklärten und positivistischen Metaphysik vor, sich fälschlich als reine Wissenschaft auszugeben. Nietzsche glaubt, dass die Wissenschaft auf einem Glauben an Gesetzmäßigkeiten beruht. Dies hält er aus zwei Gründen für falsch:

  1. Wissenschaftler überschätzen ihre intellektuellen Fähigkeiten.
  2. Wahrheit und Lüge sind gesellschaftliche Konventionen.

Nietzsche beschuldigt die Wissenschaftler, für sie bedeutete Objektivität, die Ausschließung von Sensibilität und Emotion. Er behauptet ferner:

  1. Lügen sind manchmal ebenso nützlich wie die Wahrheit.
  2. Die unbedingte Hingabe an wissenschaftliche Wahrheit ist nutzlos und sogar gefährlich.
  3. Die zugrunde liegende wissenschaftliche Grundhaltung ist oft von Angst vor dem Leben geprägt.

Verwandte Einträge: