Nietzsche vs. Kant: Ein philosophischer Vergleich
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Vergleich zwischen Friedrich Nietzsche und Immanuel Kant
Im philosophischen Vergleich zwischen Friedrich Nietzsche und Immanuel Kant zeigen sich grundlegende Unterschiede. Der Philosoph Kant begründete eine Philosophie der Synthese zwischen Empirismus und Rationalismus, die als transzendentaler Idealismus bekannt wurde.
Metaphysik und Erkenntnistheorie
Kant vertrat die Ansicht, dass die Metaphysik keine Wissenschaft ist, da sie die materiellen Bedingungen nicht erfüllt. Dennoch besteht ein menschliches Interesse an ihr, da moralische Menschen von Natur aus dazu neigen. Nietzsche hingegen argumentiert, dass eine falsche Moral genau das Interesse weckt, welches die Metaphysik erschuf, um das Leben unter einer Decke von Lügen erträglich und willkommen zu machen.
Das Menschenbild: Phänomene vs. Noumena
Was den Menschen betrifft, so sagt Kant, dass dieser sowohl Phänomen als auch Noumenon ist. Die Persönlichkeit wird dabei von drei ursprünglichen Dispositionen bestimmt:
- Tierheit: Ein unsoziales und egoistisches Wesen.
- Menschlichkeit: Die Entwicklung sozialer Aspekte.
- Persönlichkeit: Die ethische und moralische Entwicklung.
Währenddessen behauptet Nietzsche, dass die noumenale Wirklichkeit des Menschen eine reine Erfindung ist. Für ihn ist der Mensch ein Zwischenprodukt zwischen dem Tier und dem Übermensch (Superman). Um Fortschritte zu erzielen, muss die Welt die Sklavenmoral und den Begriff der intelligiblen Welt ablegen. Diese dualistische Auffassung muss dem Willen zur Macht und der Durchsetzung vom Tod Gottes weichen.
Ethik: Pflicht vs. Wille
Die kantische Ethik ist durch einen Mangel an materiellem Gehalt gekennzeichnet; sie ist eine formale Ethik, die sich um den kategorischen Imperativ dreht. Es handelt sich um eine rationale Ethik der Pflicht. Nietzsche hingegen bezeichnet diese Ethik als eine auf Farce beruhende Notwendigkeit. Er sagt, dass diese „Pflicht“ eigentlich die platonische Idee des „Guten an sich“ ist – universell, perfekt und eine reine Gehirnfiktion. Der Nihilismus drückt für ihn den Niedergang des Menschen in einer passiven Form aus, in der jeder seine eigene Verteidigung der Pflicht positioniert.
Politische Ideale und Gesellschaftskritik
Das politische Ideal des republikanischen Kant besteht darin, die Repräsentativität und die Gewaltenteilung sicherzustellen, um den Bürgern Freiheit, rechtliche Abhängigkeit und Gleichstellung zu gewährleisten. Nietzsche lehnt dieses System energisch ab, da er sich gegen den Sozialismus und die Gleichheit ausspricht. Er argumentiert, dass der Übermensch keine Angst vor Unterschieden hat und trennt daher den Begriff der Gleichheit vom Recht. Obwohl der Autor keine bestimmte politische Haltung befürwortet und vieles kritisiert, wurden seine Argumente sowohl zur Verteidigung des Totalitarismus als auch für anarchistische Philosophien herangezogen.