Nietzsches Nihilismus und Religionskritik: Werte, Entfremdung und der Übermensch

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5 Der Nihilismus und die Wandlung der Werte

Nihilismus ist das Ergebnis des Todes Gottes. Dies erzeugt Desorientierung im Menschen, da es zur Auflösung der traditionellen Werte führt, die der Mensch (Gott) einst verkörperte.

Der Mensch erlebt ein sinnloses Leben, weil er erkennt, dass alles, woran er glaubte, falsch war. Dies führt zu Verzweiflung und dem, was man als Nihilismus bezeichnen kann.

Als Antwort auf diesen passiven Nihilismus schlägt Nietzsche den aktiven Nihilismus vor: die Zerstörung der alten Werte, geprägt durch eine starke Willenskraft. Dies ermöglicht die Liberalisierung des Menschen und die Konzentration auf diese Welt.

Zur Überwindung des Nihilismus muss eine Umwandlung der Werte stattfinden, die mit der Ankunft des Übermenschen und der Überwindung des letzten Menschen einhergeht. Dies basiert auf dem Willen zur Macht: "Gut" ist, was das Leben stärkt, und "schlecht" ist, was es schwächt. Der Mensch trifft diese Entscheidung jederzeit neu.

Diese neuen Werte sind jedoch nicht absolut, da es viele Interpretationen von "gut" und "schlecht" geben wird, nicht nur eine einzige.

3 Die religiöse Entfremdung bei Marx und Nietzsche

Sowohl Marx als auch Nietzsche betrachten die Religion als eine menschliche Schöpfung und leugnen daher aus atheistischer Sicht die Existenz Gottes und des Jenseits. Ihre Kritiken stammen jedoch aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Marx: Religion als soziologisches Opium

Für Marx ist die Religion aus soziologischer Sicht das Ergebnis der ungerechten wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, in denen die Menschen leben.

Sie dient als Rechtfertigung für Ungerechtigkeit, da sie die bestehende Klassengesellschaft legitimiert und mit einem "heiligen Urteil" absegnet.

Darüber hinaus tröstet sie die leidenden Menschen, indem sie Gerechtigkeit und Glück jenseits dieser Welt verspricht. Dies lähmt jedoch den revolutionären Geist, weshalb Marx die Religion als "Opium des Volkes" bezeichnet.

Marx schlussfolgert, dass die Abschaffung der Religion im öffentlichen Leben sowie im menschlichen Bewusstsein für die Befreiung des Menschen notwendig ist. Diese Befreiung ist an die Überwindung der Klassengesellschaft und die Veränderung der wirtschaftlichen Bedingungen gebunden.

Nietzsche: Religion als Dekadenz und Sündenkonzept

Nietzsche verortet seine Religionskritik in den auferlegten Werten, da diese Werte die menschliche und moralische Dekadenz repräsentieren. Sie versuchen, alle Menschen gleichzuschalten und verhindern so die Entfaltung der kraftvollen Menschlichkeit. Er kritisiert auch den Begriff der Sünde, der Impulse erzeugt, die den Menschen schuldig fühlen lassen und lebenswichtige Triebe unterdrücken.

Nietzsche postuliert, dass der Mensch durch die Ankunft des Übermenschen von der Last dieser Werte befreit werden muss, was die Vernichtung alter Werte und die Schaffung neuer bedeutet. Dies prophezeite er in seinem Werk "Also sprach Zarathustra", das nach dem Tod Gottes geschehen soll.

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