Nietzsches Philosophie: Eine kritische Analyse

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1. Einleitung

Der Weg, dem der europäische Mensch seit den Tagen des Sokrates und Platons folgt, ist ein geschlossener Pfad. Während Hegel die Geistesgeschichte des Westens in seinem System sammelt, pflegt und integriert, erfährt sie durch Nietzsche eine vernichtende Kritik; er verneint sie als eine Metaphysik.

2. Die Weltsicht: Die Geburt der Tragödie

Kunst und Wissenschaft sind nicht der beste Ausdruck des Lebens. Die Tragödie ist die wahre Natur der Realität, bestehend aus dem Apollinischen und dem Dionysischen. Das Programm des Sokrates führte zum tragischen Verlust der Weisheit.

3. Erkenntnis, Sprache und Wahrheit

In Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne werden wissenschaftliche und künstlerische Betrachtungen des Lebens gegenübergestellt: der vernünftige Mensch und der intuitive Mensch.

4. Die Metaphysik

Das Christentum, der Platonismus und letztlich die gesamte westliche Kultur sind nichts anderes als die Spaltung zwischen der sinnlichen und der übersinnlichen Welt, zwischen Werden und Sein. Die übersinnliche Welt wird als wahr und gut definiert, als der „Körper Gottes“.

5. Die Wurzel der Metaphysik

Der Groll und die Rache gegen das Leben und gegen das Werden sind zentral. Die Positionierung einer übersinnlichen Welt als die „reale Welt“ (die Negation des Lebens) ergibt sich aus einem Ressentiment gegen das Leben – die Unfähigkeit, das Leben in vollem Umfang wahrzunehmen, da es geboren wird und stirbt. Der Lauf der Zeit kann nicht geleugnet werden, indem man eine andere Welt jenseits des Werdens als das „Reale“ postuliert.

6. Die übersinnliche Welt und der Nihilismus

Die übersinnliche Welt ist Gott, und Gott ist der Tod. Die Auslegung des Seins hat im Laufe der abendländischen Metaphysik ihren Charakter verloren und sich selbst vernichtet. Die Wahrheit ist, dass seit Platon ein „Leben nach dem Tod“ behauptet wurde, was weder seine Präsenz noch seine Nicht-Präsenz beweisen konnte: Dies ist der Nihilismus.

7. Die Befreiung von der Rache

Die Überwindung der Metaphysik erfordert eine Haltung zum Leben, die keine Fehladressierung benötigt, um zu urteilen. Man darf nicht aufgeben, was geschieht, was geboren wird und stirbt, um eine „reale, gute und beruhigende Welt“ zu erfinden, sondern muss die ewige Wiederkehr bejahen.

8. Die ewige Wiederkehr des Gleichen

Die Bedeutung der Lehre von der ewigen Wiederkehr liegt darin, den Wert der Ewigkeit zu erkennen. Den Charakter dieser Annahme zu verinnerlichen, bedeutet den Verlust der übersinnlichen Welt und die Anerkennung der sinnlichen Welt, so wie sie ist.

9. Eine neue Art von Menschlichkeit: Der Übermensch

Die Befreiung von der Rache (unter Voraussetzung des Todes Gottes) ist die Geburt einer neuen Art von Menschlichkeit, die Nietzsche als Übermensch bezeichnet. Er ist der Sinn der Erde, mit dem Motto: „Bleibt der Erde treu“. Er lebt radikal unter der Voraussetzung des Todes Gottes, um den Nihilismus und die Situation des „letzten Menschen“ zu überwinden, für den die üblichen Werte nicht mehr gelten.

10. Der Nihilismus

Gott, Nihilismus und reine Metaphysik waren miteinander verwoben. Mit dem Tod Gottes offenbart sich das Nichts. Alles hat seinen Wert verloren. Die Maßlosigkeit ist ein konstitutives Verhalten des Menschen, doch wenn alles wertlos wird, wird das Leben pathologisch. Wir sind in der Lage, den „letzten Menschen“ zu wollen, der nichts will. Wir müssen den Nihilismus ergreifen, um aufzuhören, ihn negativ zu bewerten.

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