Nietzsches Philosophie: Nihilismus und Lebensbejahung

Eingeordnet in Philosophie und Ethik

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 2,84 KB

Nietzsches Philosophie der Lebensbejahung

Friedrich Nietzsche versucht, das Leben zu bejahen und es so zu akzeptieren, wie es ist: als eine spontane Instanz, die sich manifestiert. Es ist ein Kampf der Kräfte, in dem einige andere erschaffen und zerstört werden und in dem es keine dauerhafte Beständigkeit gibt. Das Leben ist eine kreative Kraft; die Macht behauptet den Wunsch zu leben (Lebenskraft). In seiner Kritik der Philosophie stellt Nietzsche fest, dass mit Sokrates die Dekadenz beginnt – sowohl in der Kultur als auch in den traditionellen westlichen Konzepten, die ein Reflex des platonischen Dualismus sind.

Der Nihilismus

Der Nihilismus ist eine Konsequenz aus der Dekadenz der westlichen Kultur, die das Leben begründet und gleichzeitig das Nichts verweigert hat. Es lassen sich zwei Typen differenzieren:

  • Der passive Nihilismus: Er ist das Ergebnis der Entdeckung, dass alle bisherigen kulturellen Werte falsch sind und jeder westliche Wert, der bisher akzeptiert wurde, seine Gültigkeit verloren hat.
  • Der aktive Nihilismus: Er geht von der Verleugnung aus, um zur Erklärung zu gelangen. Er bestreitet falsche Werte, die gegen das Leben gerichtet sind, und verkündet ein neues Ethos, eine neue Moral. Diese Aufgabe belebt die Schöpfungskraft des Willens zur Macht und erschafft eine neue Art des Menschen: den Übermenschen.

Die neue Moral und der Tod Gottes

Die neue Moral kann erst nach dem „Tod Gottes“ verwirklicht werden. Nietzsche stellt fest, dass Gott tot ist und die Menschen ihn getötet haben. Der Ausdruck „Gott ist tot“ darf nicht wörtlich verstanden werden, als ob ein Wesen gestorben wäre; vielmehr ist es eine Metapher, die das Ende des Kultes darstellt. Der Tod Gottes steht im Widerspruch zu den lebensfeindlichen Werten und betont die dionysische Vernunft. Dies beinhaltet die Befreiung des Menschen, der zum Übermenschen wird, und den Wandel der Moral. Gott ist somit kein Hindernis mehr für das Leben.

Die zwei Formen des Nihilismus sind auf den Tod Gottes bezogen: Der passive Nihilismus endet mit dem Tod Gottes, während der Tod Gottes wiederum der Ausgangspunkt für den aktiven Nihilismus ist.

Die Theorie der ewigen Wiederkunft

Man darf den folgenden Widerspruch nicht übersehen: Auf der einen Seite steht das Leben, das sich ständig ändert, sowie die Geschichte und die zeitlichen Beschränkungen als Ausdruck des Willens zur Macht. Auf der anderen Seite führt die Liebe zum Leben und der Wille zur Macht zu einem Wunsch nach Ewigkeit. Dieser Widerspruch wird von Nietzsche mit der Theorie der ewigen Wiederkunft gelöst. Er nutzt hierfür die Ideen der Vorsokratiker, insbesondere die zyklische Sicht des Universums von Heraklit.

Verwandte Einträge: