Nihilismus verstehen: Ursachen, Folgen und Überwindung
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Der Nihilismus
Der Nihilismus wird zur Macht. Die Werte, die die westliche Kultur geschaffen hat, erscheinen wie Referenzen einer simulierten, trügerischen Welt; sie erreichen einen Augenblick, in dem alle vermeintlich „wahren“ Werte zerstört und entwertet werden. Wenn wir diese Täuschung entdecken und in ihr leben, markiert das das Ende unserer großen Werte und Ideale. Die Entwicklung der Gesellschaft wird sich im westlichen Sinne verändern.
Wenn Gott einst als die Wahrheit galt, dann ist diese Vorstellung verloren — „dios ha muerto!“ oder: „Gott ist tot!“ Privilegien gehen verloren, und damit verschwindet für viele der Sinn der Existenz. Das Ziel scheint leer zu werden. Themen wirken gleichgültig, die Menschen werden apathisch; die Willensschwäche fällt dem Land und der Kultur zur Last. Die westliche Kultur erkrankt an dieser Krankheit: Nihilismus.
Passive und aktive Formen des Nihilismus
Nihilismus ist nicht die einzige generative Macht, aber er ist eine Diagnose der Situation. Es gibt eine passive Form — Resignation, Apathie, Verfall — und eine aktive Reaktion, die versucht, die alten Werte bewusst zu zerstören, um Raum für Neues zu schaffen.
- Passiver Nihilismus: Rückzug, Gleichgültigkeit, das Dulden der Entwertung von Werten.
- Aktiver Nihilismus: Der gezielte Abbau und die Dekonstruktion alter Werte mit dem Ziel, eine neue Form des Seins zu errichten.
Die aktive Form will die medizinische Kultur umwandeln und die zerstörten Strukturen neu aufbauen, um eine neue Art des Daseins in der Welt zu schaffen, in der der Mensch seine Gesundheit und Kraft wiedererlangen kann.
Zerstörung alter Werte als Neuanfang
Zerstörung der alten Werte führt metaphorisch zum Tod Gottes — der berühmte Ausruf „dios ha muerto!“ oder „Gott ist tot!“ Wenn der Tod Gottes ein kultureller Moment ist, dann ist dies auch der Augenblick einer neuen Marke des Lebens, der Hoffnung und einer großen Morgenröte. Nun können wir die Welt nach unserem Bild und Gleichnis neu konstruieren.
Diese Neuschöpfung erfolgt nicht durch bloße Reflexion der Vernunft, sondern durch Instinkte, die man mit dem Begriff des Willens zur Macht beschreiben kann. Der kreative Wille schafft neue Werte; die Menschen streben nach Überwindung und zeigen eine Stärke, die wächst.
Der Weg der Befreiung
Es gibt keine allgemeine Befreiung ohne einen Weg. Jeder muss eine Entscheidung treffen: Welche Kräfte sollen Orientierung bieten? Keinesfalls ist ein einzelnes Modell blind zu kopieren. Die Suche nach Wahrheit bleibt wichtig — sie leuchtet durch die Schatten. Die Welt ist nicht die Höhle, sondern das Theater, in dem jede Rolle gespielt werden kann und wer befreit ist, frei entscheiden will.
Dieser neue Wert schafft den Übermenschen — den Schöpfer neuer Werte, der sich selbst und die Welt transformiert.
Zusammenfassung und Ausblick
Der Nihilismus manifestiert sich als Diagnose und Herausforderung: Er zerstört alte Sicherheiten, ruft aber zugleich zur aktiven Neubildung von Werten auf. Die Reaktion kann passiv (Verfall) oder aktiv (Dekonstruktion und Wiederaufbau) sein. Die Überwindung des Nihilismus verlangt Mut, schöpferischen Willen und die Bereitschaft, neue kulturelle Formen zu gestalten. Nur so kann die Gesellschaft eine neue Sinngebung und ein erneuertes Gefühl von Macht und Verantwortung wiederfinden.