Notfallplanung und Katastrophenmanagement: Risikobewertung und Organisation

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Notfallpläne und Katastrophenmanagement

Prävention vor einer Katastrophe

Die Prävention erfolgt durch die Organisation des menschlichen Elements und dessen Fähigkeit zur angemessenen Reaktion auf die aktuelle Situation, um physische und materielle Schäden zu minimieren.

Angemessene Reaktion auf eine Katastrophe

Eine angemessene Reaktion muss technisch und effizient erfolgen. Durch die Organisation der menschlichen Ressourcen minimieren wir die Auswirkungen und bieten Schutz für Mensch und Umwelt.

Definition: Was ist eine Katastrophe?

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist eine Katastrophe ein unglückliches Ereignis, das die normale Ordnung der Dinge stark stört.

Definition: Was ist ein Notfall?

Ein Notfall ist ein unerwartetes Ereignis, das aus einer Gefahr oder Katastrophe resultiert und sofortiges Handeln erfordert. Es ist jeder Zustand einer Systemstörung, der die Stabilität des Systems teilweise oder insgesamt gefährden kann.

Notfall-Einstufung nach Risiko

Notfall (Geringes Risiko)

Ein Ereignis, das das System stört, ohne eine signifikante Bedrohung für Menschen oder Einrichtungen darzustellen.

Notfall (Hohes Risiko)

Ein Ereignis, das das System stört und ein höheres Risiko für Menschen und Einrichtungen darstellt.

Wer bestimmt den Grad des Notfalls?

Der Grad des Notfalls wird von einer ausgebildeten und qualifizierten Person mit Entscheidungsbefugnis zur Einleitung von Maßnahmen bestimmt.

Steuerung einer Notsituation

Die Steuerung liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Mitglieds einer Organisation, da bereits ein einziger Fehler eines Mitarbeiters oder Teammitglieds einen Notfall auslösen kann.

Beteiligte am Notfallplan

Am Notfallplan sind Mitarbeiter und Aufsichtsbehörden beteiligt. Sie müssen die Regeln, Vorschriften und Verfahren für den Notfall kontrollieren und wirksam umsetzen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Pflicht nicht darin besteht, zu improvisieren, sondern ein etabliertes System zu befolgen.

Klassifizierung von Notfällen nach Typ

  • Technisch: Feuer, Explosionen (Kessel, Druckgasbehälter), Verschütten brennbarer Flüssigkeiten, Abgase.
  • Naturkatastrophen: Erdbeben, Überschwemmungen, Wirbelstürme, Vulkanausbrüche, Tsunamis.
  • Menschlich/Sicherheit: Terrorismus, Bombendrohungen, Vandalismus und Demonstrationen.
  • Biologischer und Chemischer Terrorismus: Leicht übertragbar, verursacht hohe Ansteckungsraten, führt zu sozialen Störungen und Panik, erfordert besondere Gesundheitsmaßnahmen.

Schäden durch Feuer

Direkte Schäden

Menschenleben, Ausrüstung, Materialien, Güter, Einrichtungen, Gebäude.

Indirekte Verluste

Verlust von Kunden, Gewinnen, Vertrauen, Ansehen, Produktionsausfall, Arbeitsplatzverlust, hohe Folgekosten.

Ziele eines Notfallplans

Die Hauptziele sind:

  • Verbesserung der Organisation und Nutzung personeller und materieller Ressourcen zur Risikoprävention.
  • Kenntnis der Gebäude und Einrichtungen, um die Zuverlässigkeit aller Schutzausrüstungen zu gewährleisten.
  • Grundsätzliche Vermeidung der Ursachen von Notfällen.
  • Organisation, Ausbildung und Schulung des Personals, um schnelle und effektive Maßnahmen zur Notfallbewältigung zu gewährleisten.

Die Phasen des Notfallplans

1. Risikobewertung (Risk Assessment)

Die Risikobewertung umfasst:

  • Analyse der Materialien und Gebäude, die das Risiko und die potenzielle Gefahr im Umfeld beeinflussen.
  • Bewertung des Zustands externer Medien und des Schutzes der Wasserversorgung für den Brandschutz.
  • Analyse der Konstruktionsmerkmale, Lage und Beschaffenheit der Einrichtungen und Dienste.

2. Flucht- und Rettungswege

Es müssen Fluchtwege (primäre und alternative), vertikale und horizontale Evakuierungsmaßnahmen sowie Sofortmaßnahmen für den Ernstfall festgelegt werden. Die Nutzung dieser Wege hängt von der Anlage, dem Gebiet, der Brandgefahr und anderen Umständen ab, die die Nutzung beeinflussen können.

3. Notwendige Anpassungen

Nach der Analyse des Risikomaterials müssen die erforderlichen Anpassungen in den einzelnen Bereichen (Zugang, Einrichtungen, Fluchtwege usw.) aufgezeigt werden.

4. Spezifische Risikobewertung: Brandgefahr

Dieser Abschnitt beinhaltet die Abschätzung des Brandrisikos, das in jeder durchgeführten Aktivität oder in jedem Gebäude bzw. Brandabschnitt besteht. Zur Beurteilung der Gefahr muss eine geeignete, gesetzlich vorgeschriebene Methode angewendet werden.

5. Evakuierungsbedingungen

Die Evakuierungsbedingungen werden als unzureichend oder angemessen beurteilt, abhängig von der Nutzung oder Tätigkeit. Es wird die maximal ungünstige Zeit für die Evakuierung des Gebäudes berechnet, in den meisten Fällen für jeden der Fluchtwege und Notausgänge.

6. Erstellung der Pläne

Alle in diesem Dokument gesammelten Informationen werden in Pläne übersetzt, die mindestens Folgendes umfassen müssen:

  • Lageplan und Zufahrten.
  • Orientierung, umgebende Gefahren (einschließlich Nutzung und Entfernung).
  • Höhe der Gebäude und Anzahl der Stockwerke (auch angrenzende, falls sie eine Gefahr darstellen).
  • Warn- und/oder Alarmsysteme (z. B. Glocken, Sirenen oder Durchsagen).
  • Bereiche, die durch automatische Brandmeldeanlagen geschützt sind.
  • Löschmittel.

Mittel des Schutzes: Bestandsaufnahme der vorhandenen Einrichtungen

Dieser Abschnitt beinhaltet ein Inventar der Brandschutzeinrichtungen, wie z. B.:

  • Brandmeldeanlagen.
  • Feuerlöscher.
  • Wandhydranten (BIEs).
  • Automatische Sprinkleranlagen.
  • Wasserversorgung.
  • Spezielle Beleuchtung.
  • Medien zur Alarmübermittlung.

Medizinische Unterstützung (Media Assistance)

Angabe der vorhandenen Gesundheitsdienste, sowohl materiell (Erste-Hilfe-Kästen, Pflegeausrüstung, Röntgengeräte usw.) als auch personell.

Personelle Ressourcen

Der Plan muss die Belegung der Einrichtung darstellen, insbesondere das permanent verfügbare Personal, das an den Selbstschutzmaßnahmen in allen relevanten Szenarien teilnehmen kann.

Klassifizierung von Aktionsplänen nach Szenario

Die Notfallpläne sollten folgende Situationen abdecken:

  • Normaler Betrieb (Vollzeit Tag).
  • Nachtbetrieb.
  • Feiertage/Wochenenden.
  • Betrieb während der Urlaubszeit.

Kernfragen des Notfallplans

Der Notfallplan muss folgende Fragen klären:

  • Was wird geschehen (Szenario)?
  • Wer handelt?
  • Wie wird gehandelt?
  • Wo wird gehandelt?

Notfallklassifikation nach Schweregrad

Notfälle werden eingestuft als:

  • Beinahe-Notfall (Near Miss)
  • Teilweiser Notfall (Partial Emergency)
  • Gesamtanlagen-Notfall (Total Facility Emergency)

Aktionsstufen

Die Aktionsstufen in jeder Situation sind:

  • Alert (Voralarm)
  • Alarm
  • Intervention (Eingriff)

Rollen und Aufgaben des Selbstschutzausrüstungsteams

Die Rollen der einzelnen Parteien umfassen:

  1. Information der Einheiten über die Brandgefahr in verschiedenen Bereichen.
  2. Erkennung der Ursachen von Anomalien und Überprüfung ihrer Behebung.
  3. Bestimmung der Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit der Materialien.
  4. Sicherstellung der Ausbildung des Personals.
  5. Bekämpfung von Entstehungsbränden (z. B. mittels Feuerlöschern, Wandhydranten).
  6. Bereitstellung von Erster Hilfe.
  7. Koordination der Aktivitäten mit anderen Teammitgliedern.

Organisation der Notfallleitung

Leiter des Notfalls (JE - Chief of Emergency)

Der Notfallleiter (JE) trägt die volle Verantwortung für den Notfall und handelt vom Kontrollzentrum (CC) aus. Er legt die Hilfsmaßnahmen fest oder entscheidet darüber, basierend auf den Notfallinformationen des Einsatzleiters (JC) über die interne Entwicklung im betroffenen Bereich. Er sucht die notwendige externe Unterstützung und bestimmt den Kontrollmanager, den Evakuierungskoordinator, die Zugangskontrolle und den Leiter des Unterstützungsteams. Es sollte mindestens ein JE und ein Stellvertreter für jede Schicht/Verlagerung vorhanden sein.

Einsatzleiter (JC - Chief of Control)

Der Einsatzleiter (JC) agiert am Ort des Notfalls, bewertet und klassifiziert diesen. Er übernimmt die Koordination der Notfallbrigade und berichtet dem Notfallleiter (JE) im Kontrollzentrum (CC). Es muss mindestens ein JC und ein Stellvertreter für jede Schicht/Verlagerung vorhanden sein.

Gruppenleiter (Squad Leader)

Der Gruppenleiter agiert am Entstehungsort des Notfalls und steht unter dem Kommando des Einsatzleiters (JC) der Notfall-Feuerwehrbrigade.

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