Noucentisme und Avantgarde: Kulturpolitik und Joan Salvat-Papasseit
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Noucentisme: Kultur und Politik in Katalonien
Das Noucentisme (Anfang des 20. Jahrhunderts) war eine Bewegung, deren Gruppe von Künstlern und Intellektuellen, die die Politik dominierten, eine sehr klare Vorstellung davon hatte, was zu tun war: Sie wollten eine Wiederbelebung der katalanischen Identität (die sogenannte Renaixença) und die Öffnung für die zeitgenössische Sensibilität (die Moderne) fördern, um eine neue Basis solider Errungenschaften für das Land zu schaffen.
Um dies zu erreichen, war politisches Handeln notwendig. Das Wort Noucentisme bezieht sich auf den Wunsch, eine nationale Politik der Institutionalisierung in Katalonien einzuleiten. Die Lliga Regionalista unter der Führung von Enric Prat de la Riba erlangte politische Handlungsfähigkeit und später die Führung der Mancomunitat de Catalunya (Gemeinschaft Katalonien). Dies war der erste Bereich realer Macht mit dem Potenzial, die Grundlagen für eine moderne und effiziente kulturelle Infrastruktur zu legen.
Das Noucentisme ist weder eine künstlerische Bewegung noch ein Stil. Dennoch sind die künstlerischen Ausdrucksformen wichtig, da sie die Übertragung eines bestimmten Bildes, das gefördert werden sollte, erleichterten. Nach einer gewissen Konsolidierung geriet das anfängliche idealistische Projekt in eine Krise. Schließlich zog sich das Noucentisme auf den Schutz der bürgerlichen Wirtschaftsinteressen zurück.
Joan Salvat-Papasseit: Avantgarde und soziale Poesie
Joan Salvat-Papasseit wurde in eine bescheidene proletarische Familie geboren. Sein Vater starb früh, und er wuchs in einer Schule für Waisen auf. Papasseit erkannte, dass die Realität eine Ungerechtigkeit war, die nicht verborgen werden konnte. Wegen einiger seiner Artikel in der Presse wurde er inhaftiert.
Diese revolutionären Schriften veröffentlichte er in seinem ersten Buch Humo (1918). Er befürwortete die Avantgarde-Manifeste der letzten Minuten und schrieb, was er als futuristisch, aber auch als Noucentista-Avantgarde bezeichnete.
Sein Interesse an der Dichtung zeigte sich durch neue expressive Mittel:
- Wortverbindungen (Lligadures)
- Freie Wortwahl
- Kubistische Komposition
Es ist Poesie, die soziale und amouröse Themen behandelt. Das Gedicht Lipperose fängt den süßen Punkt seiner Erkenntnisse ein. Sein Tod unterbrach einen offenen Prozess hin zu einer persönlicheren Poesie, wie sie in seinem posthumen Buch Cynosure (Leitstern) gezeigt wird.