Noucentisme, Mallorquinische Schule und Avantgarde in Katalonien

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Noucentisme: Eine politische und kulturelle Strategie

Noucentisme war eine katalanische politische Strategie, die sich auf Ausgewogenheit in Sprache, Kultur und Bildung konzentrierte. Diese klassizistische Bewegung zeichnete sich durch die Vorliebe der Autoren für Regel, Harmonie und Ordnung aus. Auf politischer Ebene war sie eng mit der Lliga Regionalista (angeführt von Enric Prat de la Riba) verbunden, welche die konservativen und bürgerlichen katalanischen Nationalbestrebungen vertrat.

Merkmale des Noucentisme:

  • Mediterraner Geist
  • Christentum
  • Formale Künstlichkeit
  • Maß
  • Ausgewogenheit
  • Weisheit
  • Klarheit
  • Präzision
  • Leichtigkeit
  • Urbane Zivilisation
  • Stadt
  • Domestizierte Landschaften

Die Mallorquinische Schule: Formale Perfektion

Die Mallorquinische Schule war eine einflussreiche dichterische Bewegung, die mehrere Generationen umfasste. Zwei Hauptphasen lassen sich unterscheiden: die erste von 1903 bis 1921 (mit Maria Antònia Salvà, Llorenç Riber und Miquel Ferrà) und die zweite von 1923 bis 1936 (mit Miquel Forteza, Guillem Colom, Joan Pons i Marquès). Die bedeutendsten Vertreter dieser Schule waren jedoch Joan Alcover und Miquel Costa i Llobera.

Merkmale der Mallorquinischen Schule:

  • Streben nach formaler Perfektion
  • Traditionalistischer Nationalismus
  • Rückkehr zu den griechisch-lateinischen Klassikern
  • Verherrlichung der mallorquinischen Landschaft
  • Darstellung einer ländlichen und ruhigen Idylle ohne Spannungen
  • Suche nach Ausgewogenheit
  • Subjektivismus und Intimität
  • Emotionale Mäßigung
  • Verfeinerung des Verses
  • Verwendung einer kultivierten und verfeinerten Sprache

Avantgarde: Bruch mit der Tradition

Die Avantgarde umfasste eine Reihe von künstlerischen und literarischen Bewegungen, die im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts in Europa entstanden und die katalanische Kultur tiefgreifend beeinflussten. Inspiriert von Frankreich und Italien, zielten diese Bewegungen darauf ab, nicht nur mit künstlerischen, sondern auch mit moralischen Konventionen zu brechen. Sie waren von einem Geist des Protests und der Subversion geprägt und versuchten, eine neue Kunsttheorie zu entwickeln, die auf dem Bruch mit der traditionellen Kunst basierte. Diese Bewegungen, die oft als Anti-Kunst bezeichnet wurden, spiegelten die tiefe Krise der Kunst und Literatur wider.

Merkmale der Avantgarde:

  • Krise der von der Bourgeoisie etablierten Systeme
  • Versuch, die traditionelle Kunst zu zerstören
  • Suche nach neuen Ausdrucksformen
  • Assimilation anderer Kulturen, die geografisch oder zeitlich entfernt waren
  • Sozialer Inkonformismus
  • Anwendung der Freudschen Methoden und Erkenntnisse

Wichtige Avantgarde-Bewegungen:

  • Kubismus: Darstellung der Realität aus verschiedenen Perspektiven (Guillaume Apollinaire)
  • Futurismus: Verherrlichung von Gefahr, Rücksichtslosigkeit, Maschinen und Geschwindigkeit (Filippo Tommaso Marinetti)
  • Dadaismus: Ausdruck der Unzufriedenheit mit der herrschenden Moral und Religion (Tristan Tzara)

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