Noucentisme: Spanische Literatur & Avantgarde im 20. Jahrhundert
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Noucentisme: Spanische Literatur & Avantgarde
Das Essay als Genre im Noucentisme
Das Essay ist ein Genre, das von den noucentistischen Autoren wie Eugenio d'Ors und Ramón Pérez de Ayala entwickelt wurde. Besonders hervorzuheben ist José Ortega y Gasset, dessen philosophische Schriften auch politische Dimensionen annahmen. Seine Werke wie Der Aufstand der Massen und Die Entmenschlichung der Kunst sind prägend für diese Epoche. Im letzteren Werk werden unter anderem Prinzipien der Renaissance-Kunst beleuchtet, um die Entwicklung der modernen Kunst zu kontrastieren.
Wichtige Autoren des Noucentisme
Gabriel Miró
Sein Romanwerk, intellektuell und kunstvoll, ist sehr lyrisch und zeichnet sich durch eine geringe Handlung aus.
Ramón Pérez de Ayala
Seine Romane sind ebenfalls handlungsarm und ähneln oft fiktionalisierten Essays.
Ramón Gómez de la Serna
Er hatte eine sehr einzigartige und avantgardistische Produktion. Spanien fungierte im zweiten und dritten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts als Einführungstor der Avantgarde. Während sich in der gesamten westlichen Welt experimentelle Kunstströmungen entwickelten, um neue künstlerische Wege zu erkunden, waren diese in der Regel sehr kurzlebig. Beispiele hierfür sind der Futurismus, Kubismus und Ultraismus. Von diesen Avantgarde-Kreationen, die mehr oder weniger erfolgreich waren, ist besonders der Surrealismus hervorzuheben.
Juan Ramón Jiménez
Juan Ramón Jiménez ist der wichtigste Dichter der Generation von Huelva. Er starb im Jahr 1958.
Sein Leben lang litt er an affektiven Störungen, die gelegentlich Klinikaufenthalte erforderlich machten. Seine Ehe mit Zenobia Camprubí gab seinem Leben eine positive Wendung. Ihre Beziehung war so intensiv, dass Zenobias Tod Juan Ramón Jiménez in tiefe Verzweiflung stürzte und er sie nur um wenige Monate überlebte. Er erhielt den Nobelpreis für Literatur im Jahr 1956.
Er unterteilte sein Werk in drei Hauptphasen:
1. Sensible Phase
Geprägt von Jugendstil-Einflüssen und intimen Themen. Sein Frühwerk umfasst Arias tristes und Jardines lejanos.
2. Intellektuelle Phase
In dieser Phase bereinigte er modernistische Elemente, die er für überflüssig hielt, und strebte nach reiner, schnörkelloser Poesie. Diese Phase beginnt mit Diario de un poeta recién casado und endet mit Estación total, das den Übergang zur dritten Phase markiert.
3. Letzte Phase
Seine Abneigung gegen formale Kunstgriffe ging so weit, dass er die Möglichkeit erwog, all seine früheren Werke in poetische Prosa umzuwandeln, ja sogar den Vers zu missachten. Die Themen sind metaphysisch und sogar mystisch. Wichtige Werke dieser Zeit sind Animal de fondo und Dios deseado y deseante.
Neben seinen Gedichten ist er auch der Autor des berühmten intimen poetischen Prosawerks Platero y yo.