Noucentisme: Das Werk von Josep Carner und Carles Riba

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Noucentisme: Josep Carner (1884–1970)

Josep Carner wurde im Jahr 1884 geboren und verstarb 1970. Er begann bereits in frühem Alter mit dem Schreiben und nahm eine bedeutende Rolle in der katalanischen Politik ein. Seine literarische Laufbahn lässt sich in vier wesentliche Phasen unterteilen:

Die vier Phasen seines Schaffens

  • 1. Phase (1896–1905): Diese Zeit markiert den Beginn seiner modernen Poesie. Er veröffentlichte vier Gedichtbücher sowie im Jahr 1905 sein erstes Buch mit Sonetten.
  • 2. Phase (1906–1924): Die Phase des Noucentisme. Hier festigte Carner seinen Ruf als Dichter. 1906 erschien „Els fruits saborosos“, welches ihn als Repräsentanten der Noucentisme-Bewegung etablierte. Seine Werke dieser Zeit sind durch die typischen Merkmale des 20. Jahrhunderts und den Einsatz von Ironie geprägt.
  • 3. Phase (1925–1935): Diese Periode war mit der Krise der Noucentisme-Ästhetik und der Entdeckung des Symbolismus verbunden. Ein Schlüsselwerk ist „El cor quiet“ (1925). Die Poesie wird hier humanisiert und konzentriert sich auf die einfachen Dinge des Daseins sowie auf die Kontemplation.
  • 4. Phase: In der letzten Stufe entwickelte sich sein Werk hin zur Metaphysik. Es folgten tiefe Reflexionen über das Schicksal der Menschheit, wie etwa in „Nabí“ (1941).

Neben seiner Lyrik war Carner ein führender Übersetzer und arbeitete eng mit der Zeitung La Veu de Catalunya zusammen.

Carles Riba: Literatur der 30er und 40er Jahre

Carles Riba (1893–1959) zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der katalanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Er wirkte nicht nur als herausragender Dichter, sondern auch als einflussreicher Übersetzer und Kritiker. Geboren in Barcelona, studierte er Jura und Geisteswissenschaften. Schon in jungen Jahren entwickelte er eine Berufung für die Literatur und die Klassiker.

Riba arbeitete als Lehrer und in Bibliotheken. Er übersetzte bedeutende klassische Autoren wie Homer sowie Erzähler des 19. und 20. Jahrhunderts, darunter Walter Scott. Zudem verfasste er Kinderliteratur wie „Perot Marrasquí“ (1917) und „Joan“ (1928). Er verkörperte die Professionalisierung der Kultur und die Standardisierung des geistigen Lebens in Katalonien.

Nach seinem Exil in Frankreich (1939) kehrte er 1943 nach Katalonien zurück. Trotz der Unterdrückung durch das Franco-Regime nahm er seine intellektuelle Tätigkeit wieder auf und veröffentlichte unter anderem die „Elegien von Bierville“ (1943).

Wichtige Werke von Carles Riba

  1. Primer llibre d'estances (1919): Sein Erstlingswerk strebt nach introspektiver Dichtung und formaler Perfektion. Zentrale Themen sind die Liebe, Selbsterkenntnis und die Reflexion über den kreativen Prozess.
  2. Segon llibre d'estances (1930): Hier entwickelt sich seine Poesie hin zu einer persönlicheren Linie, die der „reinen Poesie“ nahesteht.
  3. Tres suites (1937): Ein in drei Teile unterteiltes Buch mit Sonetten („Nua“, „Ulls“, „Sota“), das die Beziehung zwischen Objekt und Betrachter thematisiert.
  4. Del joc i del foc (1946): Diese Sammlung enthält kurze Gedichte in der Form der Tanka, einer japanischen Strophenform aus 5 Versen (Silbenstruktur 5-7-5-7-7).
  5. Elegies de Bierville (1943): Dieses im Exil verfasste Werk gilt als sein Höhepunkt. Es besteht aus zwölf Stücken, die sich an griechischen und lateinischen Elegien orientieren.
  6. Salvatge cor (1952): Ein Band mit 27 Sonetten, in denen religiöse Thematiken dominieren.
  7. Esbós de drei oratoris (1957): Sein letztes Werk, bestehend aus drei Gedichten, die von evangelischen Texten inspiriert sind.

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