Novecentismo und Avantgarde: Literatur des 20. Jahrhunderts

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Novecentismo: Konzept und Merkmale

Der Novecentismo beschreibt eine Gruppe von Schriftstellern, die zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert eine Erneuerung der Literatur und Kunst anstrebten. Wesentliche Merkmale dieser Bewegung sind:

  • Ruhe, Schönheit und Ausgeglichenheit: Grundwerte einer Arte puro, die auf ästhetischen Genuss abzielt.
  • Konzeptuelle Strenge: Präzision der Ideen und intellektuelle Klarheit.
  • Poesie: Flucht vor Sentimentalität und Romantik.
  • Roman: Ablehnung des Realismus; die getreue Wiedergabe der Realität ist nicht das Ziel. Im Vordergrund stehen künstlerische Werte wie Bau und Stil.

Die literarische Avantgarde in Europa

Der Begriff Avantgarde bezeichnet eine Reihe künstlerischer Bewegungen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, die radikal mit der Vergangenheit brachen. Allgemeine Merkmale sind:

  • Künstlerische Revolution: Bruch mit Traditionen und dem Realismus.
  • Originalität: Absolute Ablehnung alter Normen.
  • Experimentierfreude: Suche nach neuen Ausdruckstechniken, oft durch Provokation.
  • Gruppenbewusstsein: Manifeste als Ausdruck der gemeinsamen Ziele.

Wichtige Avantgarde-Bewegungen

  • Futurismus: Gegründet von Marinetti. Fokus auf Technik, Geschwindigkeit, Maschinen und Dynamik. Zerstörung der klassischen Syntax.
  • Kubismus: Begründet durch Guillaume Apollinaire. Zerlegung der Wirklichkeit und freier Wiederaufbau durch Collage und visuell-räumliche Typografie (Kalligramme). gif;% txrplz1%
  • Expressionismus: Fokus auf die subjektive Sicht des Künstlers. Externalisierung innerer Spannungen und verzerrte Weltsicht.
  • Dadaismus: Gegründet in Zürich. Eine radikale, destruktive Bewegung, die Kunst und Literatur negiert. gif;% txrplz3%
  • Surrealismus: Die bedeutendste Bewegung. Ziel ist die Erforschung des Unterbewusstseins nach Freud, um den Einzelnen von gesellschaftlichen Konventionen zu befreien.

Avantgarde-Literatur in Spanien

In Spanien prägten vor allem zwei Bewegungen die Lyrik:

  • Kreationismus: Ziel ist die Schaffung neuer, unabhängiger Realitäten. Das Gedicht soll aus sich selbst heraus existieren.
  • Ultraismus: Streben nach Überwindung der Geschichte und Sentimentalität in der Dichtung.

Prosa und Roman

Die neue Kunst des 20. Jahrhunderts ist eine reine Kunst, die formale Qualitäten über die bloße Abbildung der Realität stellt. gif;% txrplz5%

Wichtige Vertreter des neuen Romans sind Ramón Pérez de Ayala (Darkness auf den Gipfeln) und Gabriel Miró (Bischof Aussätziger). Ramón Gómez de la Serna prägte zudem die Revista de Occidente.

Lyrik: Juan Ramón Jiménez

Das Werk von Juan Ramón Jiménez lässt sich in drei Phasen unterteilen: die sensible Zeit, die intellektuelle Zeit (Tagebuch eines Dichters als jungvermählter Mann) und die Zeit der Vollendung. gif;% txrplz7%

Theater im 20. Jahrhundert

Das Theater vor 1936 war geprägt von kommerziellen Erfolgen und dem Wunsch nach Erneuerung. Man unterscheidet drei Strömungen: die bürgerliche Komödie, das poetische Theater und das komische Theater.

Luces de Bohemia

Ein zentrales Werk ist Luces de Bohemia von Ramón del Valle-Inclán. Das Werk ist in 15 Szenen strukturiert und präsentiert den Lebensweg eines Künstlers in einer verzerrten, tragikomischen Form.

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