Die Organisation und Auswirkungen der Kolonialreiche
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Die Organisation der Kolonialreiche
Die Kolonialmächte nutzten die eroberten Gebiete militärisch aus, um sie direkt zu verwalten. Dies bedeutete eine umfassende politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Kontrolle über die kolonisierten Völker.
Kolonialverwaltung
Abhängig von der Art der Abwicklung lassen sich zwei verschiedene Arten von Kolonien unterscheiden:
- Ausbeutungskolonien: Gebiete mit geringer europäischer Bevölkerung, die primär zur Ausbeutung von Ressourcen dienten.
- Siedlungskolonien: Gebiete, in die europäische Bevölkerung migrierte, die dort die gleichen Rechte und Privilegien wie im Mutterland genoss und diese gegenüber der einheimischen Bevölkerung durchsetzte.
Das Britische Empire entwickelte ein Organisationsmodell, das auf andere Kolonialreiche übertragen werden konnte. Die Kolonien wurden nach Regierungsformen unterteilt:
- Direkt verwaltete Kolonien: Diese besaßen keine Selbstverwaltung und unterstanden direkt der Verwaltung der Metropole. Die Macht lag in den Händen eines Gouverneurs, der von einer Elite aus Beamten unterstützt wurde.
- Protektorate: Theoretisch blieb eine einheimische Regierung bestehen, die jedoch der Verwaltung der Metropole unterstellt war. In der Praxis errichtete die Metropole eine Parallelregierung und übte einseitig die Verteidigungs- und Kontrollfunktionen aus (Beispiel: Ägypten).
- Dominions: Gebiete mit geringer indigener Bevölkerung, in denen eine weiße Minderheitsregierung ein parlamentarisches System einführte, während die Abhängigkeit zur Metropole bestehen blieb.
- Mandatsgebiete: Diese entstanden nach dem Ersten Weltkrieg, um die Gebiete der unterlegenen Mächte zu verwalten.
Auswirkungen auf die kolonisierten Völker
Die Besiedlung führte zu massiven Störungen im Lebensunterhalt der indigenen Völker:
- Wirtschaft: Mit Ausnahme privilegierter Gruppen, die mit den Kolonisatoren kollaborierten, verschlechterte sich die Lage für die Mehrheit. Traditionelle Kulturen, die den Lebensunterhalt sicherten, wurden zugunsten einer umfassenden Monokultur für die Bedürfnisse der Metropole aufgegeben.
- Demografie: Die Einführung neuer Impfstoffe, verbesserte Hygiene und der Bau von Krankenhäusern führten zu einer sinkenden Sterblichkeit und einem Bevölkerungswachstum.
- Soziale Struktur: Neue Arbeitsstrukturen zerstörten das Stammesleben und alte soziale Hierarchien. Ethnische Einheiten wurden künstlich getrennt oder zusammengelegt.
- Kultur: Die westliche Kultur verdrängte lokale Überzeugungen und Traditionen. Europäische Sprachen und Lebensstile verbreiteten sich, während Missionen die Ausbreitung des Christentums vorantrieben.