Organisation und Geschichte des spanischen Bildungssystems

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Die Organisation der Schule

Die Organisation der Schule ist die Anordnung verschiedener Elemente, um die schulische Ausbildung von Studierenden zu gewährleisten (Garcia Hoz, 1964).

Elemente der Schulorganisation

  • Komponenten: Einzelpersonen, Ziele, Ressourcen, Struktur, Kontinuität und Regeln.

Merkmale der Schule

Die Schule ist durch folgende Merkmale definiert: Zwangsrekrutierung, Standardisierung, Überleben unabhängig vom Erfolg, Heteronomie, unklare Ziele sowie die Notwendigkeit der Individualisierung.

Probleme der aktuellen Bildungsorganisation

Zu den Herausforderungen zählen: Hierarchie, Balkanisierung, Veralltäglichung, Exartikulation, Bürokratisierung, Zentralisierung, hohe Personalfluktuation und Zeitmangel.

Die Schule als gesellschaftliches Teilsystem

Die Schule steht im Kontext der Gesellschaft und der Bildungspolitik. Sie pflegt Beziehungen zu externen Akteuren wie Bildungsverwaltungen, Unternehmen, Bibliotheken, NGOs und der Gemeinde.

Wichtige nationale Bildungsgesetze in Spanien

In den letzten 25 Jahren wurden fünf organische Gesetze verabschiedet:

LODE (1985): Organisches Gesetz über das Recht auf Bildung

Eingeführt unter der sozialistischen Regierung mit dem Ziel, soziale Ungleichheit zu vermeiden. Es stärkt den Grundsatz der Gleichheit bei gleichzeitiger Wahrung der Bildungsfreiheit und regelt das duale System (öffentlich und privat) durch Konzerte. Zudem etabliert es eine partizipative Struktur der Leitungsgremien.

LOGSE (1990): Organisches Gesetz über Allgemeine Bildung

Fokus auf die Qualität der Ausbildung und die Ausweitung der Grundbildung von 8 auf 10 Jahre. Es fördert die Autonomie der Hochschulen und führt ein offenes Curriculum-Modell ein. Trotz breiten Konsenses wurde es später für seinen Egalitarismus und eine mögliche Verarmung des Lehrplans kritisiert.

LOPEG (1995): Gesetz über Teilnahme, Bewertung und Verwaltung

Ziel war die Steigerung der Bildungsqualität in sechs Bereichen, darunter Werteerziehung, Chancengleichheit und Autonomie. Es stärkte die Rolle des Schulleiters sowie die Überwachungs- und Evaluationsfunktionen, stieß jedoch auf Ablehnung bei Gewerkschaften und Lehrkräften.

LOCE (2002): Gesetz über die Qualität der Bildung

Basierend auf neoliberalen Ansätzen der damaligen Regierung. Der Fokus lag auf messbaren Ergebnissen, der Stärkung von Assessment-Prozessen, der „Kultur der Anstrengung“ und einer größeren Autonomie der Schulen. Bildung wurde hier stärker als Ware im Sinne von Angebot und Nachfrage betrachtet.

LOE (2006): Bildungsgesetz

Regelt grundlegende Lehrinhalte, den gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen und subventionierten Schulen sowie die Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Es regelt zudem die Finanzierung, die Stellung des Religionsunterrichts und die schrittweise Angleichung der Lehrergehälter zwischen staatlichen und privaten Schulen.

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