Der Ostblock: Geschichte, Entstalinisierung und Expansion

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Der Ostblock

A) Die Volksdemokratien

  • a) Die Länder: Nach der Befreiung durch die Rote Armee wurden Koalitionsregierungen zwischen Kommunisten und anderen demokratischen Kräften gebildet.
  • b) Ansehen: Sowohl die Kommunisten als auch die Sowjets genossen aufgrund ihrer Rolle im Kampf gegen die Nazis während des Krieges hohes Ansehen.
  • c) Einfluss der UdSSR: Der Kalte Krieg ermöglichte es der UdSSR, die Kontrolle über ihren Einflussbereich zu stärken. Die sowjetische Regierung brachte Kommunisten an die Macht, zwang sie zur Etablierung sozialistischer Systeme nach sowjetischem Vorbild und zur engen Abstimmung in der Außenpolitik.
  • d) Satellitenstaaten: Die Demokratien wurden zu sowjetischen Satellitenstaaten, die politisch, wirtschaftlich und militärisch abhängig waren und einen Sicherheitswall gegen die westlichen kapitalistischen Mächte bildeten.
  • e) Jugoslawien: Unter der Führung von Tito entschied sich das Land für ein unabhängiges sozialistisches Modell abseits der Moskauer Leitlinien. Die Angst Stalins, dass andere Länder diesem Beispiel folgen könnten, führte zu Säuberungen in den Regierungen der Demokratien.
  • f) Blockbildung: Die Gründung der NATO und der Beginn des Marshall-Plans in Westeuropa wurden im Osten mit der Gründung des Warschauer Paktes und des RGW beantwortet, um die militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit der osteuropäischen Länder zu koordinieren.

B) Die Entstalinisierung

  • a) Herrschaft: Stalins Herrschaft war durch politische Unterdrückung und enge ideologische Kontrolle geprägt.
  • b) Wandel: Sein Tod markierte den Beginn einer Periode des Wandels in der UdSSR.
  • c) Aufarbeitung: Der KPdSU-Kongress verpflichtete sich zur Aufarbeitung der Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen des Stalinismus.
  • d) Chruschtschow: Die Machtübernahme Chruschtschows führte zu politischen Reformen:
    • Innenpolitik: Ein Zeitraum größerer Toleranz und Meinungsfreiheit begann, die Lebensqualität der Bevölkerung verbesserte sich.
    • Außenpolitik: Der Weg für ein friedliches Zusammenleben mit dem westlichen Block wurde geebnet, um bewaffnete Auseinandersetzungen zu vermeiden.

C) Die Antwort auf die sowjetische Hegemonie

  • a) Opposition: Mit der Entstalinisierung entstanden erste Versuche der Opposition gegen die sowjetische Herrschaft, die den Wunsch nach einem eigenen Weg zum Sozialismus äußerten.
  • b) Konflikte: In der Tschechoslowakei, Ost-Berlin und Polen kam es zu Arbeiteraufständen, die von der sowjetischen Armee unterdrückt wurden.
  • c) Ungarn: Die Regierung unter Imre Nagy leitete durch Arbeiter- und Studentenbewegungen Reformen ein, die sich von der sowjetischen Linie entfernten. Die UdSSR reagierte mit einer militärischen Intervention, die den ungarischen Reformversuch beendete.
  • d) Albanien: Das kommunistische Regime Albaniens brach aufgrund der Öffnungspolitik Chruschtschows mit der UdSSR und etablierte Handelsbeziehungen mit China.
  • e) Prager Frühling: 1968 leitete die Regierung Dubček in der Tschechoslowakei Reformen und eine Demokratisierung ein, ohne jedoch mit Moskau zu brechen. Die Intervention der Truppen des Warschauer Paktes beendete diesen Prozess.
  • f) Rumänien: Rumänien beteiligte sich nicht an der Unterdrückung durch den Warschauer Pakt und verfolgte danach eine Außenpolitik, die sich von der Sowjetunion distanzierte.

D) Kommunismus außerhalb Europas

a) China

  • 1949 ergriffen die Kommunisten unter Mao Zedong nach einem Bürgerkrieg die Macht und riefen die Volksrepublik China aus.
  • Anfangs folgte man dem sowjetischen Modell, doch das Ausbleiben von Ergebnissen führte zum Bruch mit der Sowjetunion.
  • Ende der 50er Jahre begann das eigene Modell der sozialistischen Entwicklung, der sogenannte „Große Sprung nach vorn“.
  • Zwischen 1966 und 1976 förderte Mao die Kulturrevolution, eine Erneuerung des revolutionären Impulses, die mit massiver ideologischer Unterdrückung einherging.

b) Kuba

  • Seit 1952 stand Kuba unter der Diktatur von Batista, unterstützt durch die USA.
  • Mitte der 50er Jahre führten Castro und Guevara eine Revolution an, die das Ende der Diktatur bedeutete.
  • Amerikanischer Druck führte dazu, dass sich die kubanische Regierung dem sowjetischen Machtbereich annäherte und Kuba zu einem Schauplatz des Kalten Krieges wurde.
  • Die kubanische Revolution inspirierte zahlreiche revolutionäre Bewegungen in Lateinamerika.

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