Pädagogischer Vergleich: Familie und Schule in der kindlichen Entwicklung

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Auslegung des Vergleichs zwischen Familie und Schule

Gemeinsame Pädagogische Aufgaben

Beide Institutionen – Familie und Schule – einigen sich auf die pädagogische Aufgabe der Förderung der ganzheitlichen Entwicklung von Kindern sowie auf die Rolle der Pflege und des Schutzes von Kindern.

Funktionale und Organisatorische Unterschiede

Trotz dieser Gemeinsamkeiten bestehen Unterschiede in den Funktionen, der Organisation (Raum und Zeit) und den Teilnehmern. Die Schule ist eine Organisation, die durch organisatorische Bürokratie, Regeln und ein System von Rollen (Lehrer und Schüler) gekennzeichnet ist. Diese Strukturen unterscheiden sich grundlegend von den interpersonalen Beziehungen des familiären Umfelds.

Der Vergleich zwischen Familie und Schule lässt sich wie folgt gliedern:

1. System der Aktivitäten

  • In der Familie: Das Kind nimmt an Aktivitäten des täglichen Lebens teil, die normalerweise seinen Interessen entsprechen und daher motivierender sind.
  • In der Schule: Die Aktivitäten sind konzipiert und geplant in Bezug auf pädagogische Ziele. Sie erscheinen oft weit entfernt von den aktuellen Bedürfnissen und Interessen des Kindes und sind weniger unmittelbar lohnend.

2. System der Beziehungen

  • In der Familie: Die dyadische Beziehung zu den Erwachsenen ist stabiler und dauerhafter. Die Eltern reagieren umgehend auf die Bedürfnisse der Kinder und fördern deren Verhalten. Sie bieten oft ein höheres Maß an instrumenteller Unterstützung.
  • In der Schule: Die Interaktion der Lehrkraft mit jedem einzelnen Schüler ist numerisch geringer. Sie fördert jedoch das soziale Lernen und die Gruppenstandards. Kinder agieren oft mit größerer Unabhängigkeit und benötigen weniger instrumentelle Unterstützung als in der Familie.

3. Kommunikation und Lernen

  • In der Familie: Das Lernen geschieht durch Beobachtung und Nachahmung des Verhaltens Erwachsener. Dieses Lernen basiert nicht primär auf Regeln, Grundsätzen oder Verallgemeinerungen wissenschaftlicher Erkenntnisse.
  • In der Schule: Lernen erfolgt durch verbalen Austausch. Verbale Kommunikation erweitert den Wortschatz des Kindes; die Diskursstruktur unterscheidet sich von der Sprache, die in der Familie verwendet wird.

4. Kognitive und Affektive Einheit

  • In der Familie: Interaktionen und Lehre haben eine starke emotionale Aufladung.
  • In der Schule: Die affektive Komponente wird nicht so stark betont wie die kognitive.

Ergänzung und Effizienz der Institutionen

Es ist festzustellen, dass beide Institutionen sich mit ähnlichen Dingen befassen, dies jedoch auf unterschiedliche Weise tun. Die Schule nutzt manchmal effizientere Methoden in Bezug auf den Lehr-Lern-Prozess. Die Familie wiederum verwendet oft effizientere Methoden, wenn es darum geht, dass das Kind Fähigkeiten in den Bereichen Verhalten, Gesundheit, Werte und emotionales Wohlbefinden entwickelt. Somit ergänzen sich die beiden Institutionen gegenseitig.

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