Palestrina: Leben, Werke und Merkmale der Renaissance-Musik

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Giovanni Pierluigi da Palestrina und die Renaissance-Musik

Leben und Wirken

Palestrina: Unter den Komponisten der Kirchenmusik aus der Zeit des Konzils von Trient steht Giovanni Pierluigi an vorderster Stelle. Seine Musik wird seit jeher verehrt und gilt als Höhepunkt der Polyphonie des 16. Jahrhunderts. Er nahm den Namen des Ortes an, in dem er geboren wurde: Palestrina, ein kleiner Ort in der Nähe von Rom, und widmete sein ganzes Leben dem Dienst an den wichtigsten Kirchen der Stadt: Santa Maria Maggiore, San Giovanni in Laterano und San. Mit etwas mehr als 30 Jahren hatte Palestrina bereits einen hervorragenden Ruf als Komponist und Musiker erlangt; dennoch verließ er Rom und erhielt weiterhin zahlreiche Angebote aus anderen Orten.

Werk und Bedeutung

Palestrina war äußerst produktiv. Er schrieb viele profane Stücke, widmete sich jedoch vor allem der Kirchenmusik: Er komponierte etwa 100 Messen, rund 400 Motetten und zahlreiche weitere geistliche Werke.

Seine berühmteste Messe, die Missa Papae Marcelli, soll er so verfasst haben, dass sie demonstriert, dass die Anforderungen des Konzils von Trient nicht zwangsläufig mit der Schönheit der polyphonen Tradition unvereinbar sind.

Palestrina war musikalisch grundsätzlich konservativ. Seine Nähe zum Geist der Gegenreformation führte zu Einschränkungen in der Praxis und zu weniger Freiheit beim Experimentieren. Er perfektionierte jedoch die bestehenden Methoden seiner Zeit und schuf so einige der herrlichsten Werke der Epoche. Gekennzeichnet durch perfekte Technik und Ausdruck, ist seine Verwendung der Nachahmung wohl das charakteristischste Merkmal der Renaissance-Musik.

Luther, Liturgie und Choräle

Unmittelbar nach dem Bruch mit Rom entwickelte Luther schrittweise Formen der lutherischen Liturgie durch aufeinanderfolgende Schriften; deren Höhepunkt war das Erscheinen der "Deutschen Messe" im Jahr 1526. Die lateinische Liturgie wurde zugunsten des deutschen Kultus zurückgedrängt, und es entstand eine Liturgie, die das Lesen und Kommentieren biblischer Texte sowie das Singen von Gesangbuchliedern durch die Gläubigen in den Mittelpunkt stellte, damit diese aktiv am liturgischen Dienst teilnehmen konnten. Daraus ergab sich das Auftreten der Choräle, des wichtigsten musikalischen Beitrags der lutherischen Kirche.

Die Choräle sind einfache Melodien, die die Gläubigen leicht erlernen konnten; sie besitzen deutsche Texte mit silbischem Charakter. Ihr Hauptzweck war es, dass die Gläubigen singen und zugleich den Text verstehen konnten, wie es Luther beabsichtigte.

Wesentliche Merkmale der Renaissance-Musik

Die wichtigsten Funktionen und Eigenschaften der Musik der Renaissance:

  1. Die Musik basiert auf den kirchlichen Modi des Mittelalters, die jedoch freier verwendet werden.
  2. Der Klang ist reicher und voller; die schriftliche Notation wird freier und ausdrucksstärker.
  3. Komponisten versuchten, die melodischen Linien in der musikalischen Textur zu verschmelzen, statt starke Kontraste zwischen ihnen zu erzeugen.
  4. Harmonie, Stimmführung und Akkordfolgen sind besser abgestimmt; Dissonanzen werden schonender behandelt.
  5. Die Musik verwendet häufig einen kontrapunktischen Stil: Die Technik der Nachahmung verwebt die musikalischen Linien und schafft eine kontinuierliche, einheitliche Textur.
  6. Kirchliche typische musikalische Formen sind die Messe, die Motette und die Hymne. Einige Werke wurden a cappella aufgeführt und sind meist kontrapunktisch mit starkem Einsatz von Nachahmung; es gibt aber auch Kirchenmusik mit instrumentaler Begleitung.
  7. Weltliche Musik: Eine Vielzahl von Liedern, die oft die Technik der "musikalischen Illustration" nutzen, sowie Tänze und Instrumentalstücke.

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