Das Pantheon in Rom: Architektur und Geschichte
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Das Pantheon: Architektur und Geschichte
Historischer Hintergrund und Entstehung
Zeitraum: Kunst des Hohen Römischen Reiches (118–128 n. Chr.). Das Pantheon ist ein religiöses Gebäude, das zu Ehren aller Götter gewidmet ist und der Verherrlichung der Gens Julia dient; es besitzt einen repräsentativen Charakter für die kaiserliche Macht.
Wie man der Inschrift auf dem Fries des Portikus am Eingang entnehmen kann, wurde das Gebäude ursprünglich von Marcus Agrippa, dem Freund und General des Kaisers Augustus, errichtet. Heute ist jedoch bekannt, dass das Pantheon unter Kaiser Hadrian komplett neu aufgebaut wurde.
Der erste Bau wurde für den Zeitraum 27–25 v. Chr. betraut, dessen Umsetzung Lucius Cocceius Auctus zugeschrieben wird. Er wurde zwischen der Basilika des Neptun und der Saepta Iulia errichtet. Unter Hadrian wurde das Gebäude vollständig renoviert. Sein Name erscheint jedoch nicht in der Inschrift, da der Kaiser es ablehnte, seinen Namen auf den während seines Mandats errichteten Werken anzubringen.
Architektur und Innengestaltung
Das Gebäude weckt besonderes Interesse durch seine Innengestaltung. Beim Bau der halbkugelförmigen Kuppel wird deutlich, dass die Linie der äußeren Gesimse in einer höheren Position liegt als die innere konstruktive Ebene. Obwohl es sich um eine statisch gesenkte Kuppel handelt, wirkt sie aus dem Inneren des Gebäudes wie eine echte halbkugelförmige Kuppel.
Das Bauwerk bietet eine große Flexibilität. Die kreisrunde Cella ist aufgrund ihrer Größe und der perfekten Harmonie, die vom Rhythmus abwechselnder voller und leerer Räume ausgeht, unglaublich. Die innere Mauer ist so konstruiert, dass sie sich in sechs Nischen mit Architraven und jeweils zwei Säulen zwischen den Pilastern öffnet. In der Mitte befindet sich eine Kapelle mit einem Rundbogen, der den Architrav unterbricht, welcher das Innere der Cella umläuft.
Der Dachboden zwischen dem Oberteil und dem Beginn der Kuppel wurde in der Renaissance renoviert; von den römischen Originalen blieb nur ein einziges Element erhalten. Die Inneneinrichtung basiert auf abnehmenden Größen in der Höhe. In der Mitte der Kuppel befindet sich eine kreisförmige Lichtöffnung, der Oculus.
Symbolik und Funktion
Funktion: Das Pantheon ist ein religiöses Gebäude, das zu Ehren aller Götter gewidmet ist. Neben dieser Funktion ist zu erwähnen, dass die zentrale Kuppel des Gewölbes und der zentrale Oculus die Sonne symbolisieren. Die Kuppel versinnbildlicht den Himmel, wobei die in 28 Reihen angeordneten Kassetten (Kassettendecke) den Tagen des Mondmonats entsprechen. Der Oculus symbolisiert die Sonne und im weiteren Sinne das Römische Reich und Rom.
Der Boden ist mit Marmor verziert, der in Mustern aus Quadraten und Kreisen gestaltet ist.
Baustil und Materialien
Stil: Klassisch-Römisch (Hohe Kaiserzeit). Das Gebäude wurde primär aus Beton und Backstein gebaut. Diese Baumaterialien wurden mit edelsten Stoffen verkleidet. In der Vorhalle sind 16 monolithische Säulen aus grauem Granit auf einer Fassade aus rosa Granit angeordnet, im Inneren finden sich Kapitelle aus weißem Marmor.