Die Parteiendemokratie: Theorie und Funktionen

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Die Parteiendemokratie

Maurice Duverger analysierte in seinem Werk über politische Parteien die Rolle moderner Parteien und deren Vertreter in den Wahlkreisen. Er argumentierte, dass die klassische Repräsentationstheorie nicht mehr der Realität entsprach. In der klassischen Interpretation galt das Parlament als genialer Mechanismus zur Übertragung der nationalen Souveränität, was faktisch die Souveränität des Parlaments festigte.

Kritik an der klassischen Repräsentation

Die post-schumpetersche Wahrnehmung der politischen Repräsentation bezweifelt, dass diese mehr als ein reiner Mechanismus zur Wahl der Regierung sein kann. Die soziologische Repräsentation – also die Ähnlichkeit zwischen den politischen Ansichten der Nation und denen des Parlaments – bleibt oft ein Rätsel. Sie gleicht eher dem Verhältnis zwischen einer Landschaft und ihrem Foto.

Duverger vergleicht den Stimmenanteil mit dem Sitzanteil im Parlament. Dies führt zu einer doppelten Verzerrung, da zwischen diesen beiden Dimensionen fast immer eine Diskrepanz besteht. Für ihn ist das Wahlrecht lediglich ein Ausdruck der öffentlichen Meinung. Die Kluft zwischen Volk und Regierung lässt sich aus der soziologischen Perspektive der Repräsentation nur schwer überbrücken.

Die Demokratie der Parteien nach García-Pelayo

Manuel García-Pelayo greift diese Vorstellungen auf, um eine Beschreibung der Demokratie zu liefern, die über den normativen Charakter der politischen Repräsentation hinausgeht. In seinem Werk Der Vertragsstaat definiert er die moderne Demokratie als eine Demokratie der Parteien. Dieser Begriff deutet auf eine Kontinuität in der Entwicklung der Demokratie hin, die jedoch kritisch zu hinterfragen ist.

Die Rolle der Parteien in der modernen Gesellschaft

Wichtig ist die Betrachtung der aktuellen Situation, die durch zwei Faktoren geprägt ist:

  • Die Vergrößerung des Demos durch die Ausweitung des Wahlrechts auf fast alle Erwachsenen.
  • Die Art der Gesellschaft, in der der demokratische Prozess funktioniert – die sogenannte organisatorische Gesellschaft.

In diesem System übernehmen Parteien zentrale Funktionen:

  1. Integration und politische Mobilisierung der Massen.
  2. Übermittlung gesellschaftlicher Forderungen an die Regierung.
  3. Artikulation der politischen Agenda für den Wettbewerb und die Regierungsmaßnahmen.
  4. Vereinfachung politischer Probleme.
  5. Unterstützung von Minderheiten unter bestimmten Umständen.
  6. Vertretung spezifischer Interessen.

In diesem Kontext sind Wahlen ein Wettbewerb, bei dem Parteien um das Vertrauen der Wähler konkurrieren. Die Partei wird somit zum wichtigsten politischen Akteur. Wie Palombara und Anderson argumentierten, stellt das Aufkommen der Parteien einen Quantensprung in der Natur der Politik dar, da sie der politischen Repräsentation erst ihre Substanz verleihen.

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