Pastorale Erziehung und Evangelisierung in der Schule
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Pastorale Erziehung und Schule
Pastorale Bildung ist die Gesamtheit der kirchlichen Evangelisierung im Zusammenhang mit Bildung. Die kirchliche Seelsorge erstreckt sich auf alle Bereiche und Felder, in denen das Gebot der Evangelisierung und des Heils angenommen wird.
Die Schule als Feld pastoralen Handelns
Die Schule ist, wie andere Bereiche und Institutionen des sozialen Lebens, ein Bereich der Seelsorge in der Kirche. Wir beziehen uns dabei nicht nur auf katholische Schulen, sondern auch auf öffentliche Schulen, in denen die Präsenz der Kirche aufgrund ihres Evangelisierungsauftrags gefordert ist. Gründe für einen pastoralen Dienst der Kirche in der Schule sind:
- Die Schule ist eine Mediation in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Die Pflicht liegt bei den Eltern und den Bildungseinrichtungen.
- Der christliche Sinn des Lebens erfordert die Präsenz der Kirche im kulturellen Umfeld der Schule.
- Die Kirche muss dort präsent sein, wo Menschen nach einer Botschaft suchen, die ihren Glauben betrifft.
- In der Schulkultur wird Wissen auf organische und systematische Weise übertragen.
Die Nachfrage nach missionarischer Evangelisierung
Die missionarische Evangelisierung richtet sich an Menschen, die getauft sind, aber ihren Glauben vergessen oder marginalisiert haben und weit vom sakramentalen Leben entfernt sind. Dies ist die Realität vieler Schulen:
- Die Mehrheit der Schüler und Lehrer ist getauft: Das sozio-religiöse Profil unserer Gesellschaft ist überwiegend katholisch. Die Bildungsgemeinschaft ist vielfältig, und die Getauften dominieren.
- Entchristlichung und Distanz: Wir müssen erkennen, dass die Taufe allein die Mitglieder nicht ausreichend evangelisiert. Die pastorale Antwort ist eine missionarische Evangelisierung mit folgenden Merkmalen:
- Haltung des Dienens statt Machtausübung.
- Angebot statt Indoktrination.
- Freiwilligkeit statt Zwang.
Der Religionsunterricht (ERE) und die Mission
Der Religionsunterricht (ERE) innerhalb der Schule ist eine sinnvolle und wichtige pastorale Tätigkeit. Er sollte nicht nur rein akademisch organisiert sein, sondern einen pastoralen Ansatz verfolgen. Der pastorale Aspekt bestimmt den Status der Studierenden und macht die Botschaft für sie relevanter.
Ein Zweck des ERE ist die Synthese zwischen Glauben und Kultur. Ziel ist es, die christliche Botschaft mit der humanen, sozialen und kulturellen Erlebniswirklichkeit der Schüler zu verknüpfen. Zudem sollte der ERE mit der allgemeinen Pastoral der christlichen Gemeinde vernetzt sein.
Die Symbiose von Pfarrei und Schule
Ein Blick zurück erinnert uns daran, wie die Präsenz der Kirche in der Schule früher fast total war. Die Schule war praktisch Katechese, und die Sakramente der christlichen Initiation wurden als Teil der Schule verliehen. Es bestand eine enge Symbiose.
Säkularisierung und Trennung von Kirche und Staat
Das Zweite Vatikanische Konzil forderte die Trennung von Kirche und Staat als Grundvoraussetzung für die Autonomie der zeitlichen Ordnung. Dies begünstigte die Trennung von Kirche und Schule. Zudem hat sich die Gesellschaft säkularisiert; der religiöse Faktor ist kein integrierender Bestandteil mehr. Dies führte zu einer Abkehr der Schule von der Pfarrei.
Auswirkungen der Trennung
Die Trennung von Kirche und Staat sowie die Säkularisierung wurden oft missverstanden. Die Folge war ein Rückzug der Kirche in den privaten Bereich (den Tempel). Dennoch benötigt die Schule einen pastoralen Dienst, ohne ihre Natur als zivile Institution zu verlieren. Die Beziehung zwischen Pfarrei und Schule ist heute oft unterbrochen.
Grundsätze der pastoralen Weiterbildung
- Christliche Erziehung findet in verschiedenen Bereichen statt.
- Die Schule bleibt der bedeutendste Bereich für die pastorale Aktion mit Kindern und Jugendlichen.
- Die Diözese muss ein allgemeines diözesanes Bildungsprojekt entwickeln.
- Die Schulpastoral muss voll in die Diözesen integriert sein.
- Das Bildungsministerium sollte einen Aktionsplan unter Einbeziehung aller Akteure erstellen.
- Die kirchliche Präsenz wird durch Schüler, Lehrer und Eltern beeinflusst.
- Der christliche Lehrer ist der qualifizierteste Akteur für die pastorale Rolle in der Schule.
- Die Gestaltung der Schulpolitik durch demokratische Prozesse ist eine Ausbildung in christlichen Werten.
- Der Religionsunterricht ist der Weg, auf dem Schüler ihr Recht auf Bildung wahrnehmen.
- Die pastorale Bildung erstreckt sich auch auf ergänzende außerschulische Aktivitäten.
- Katholische Schulen sind privilegierte Orte für pädagogische Aufgaben und Evangelisierung.
- Auch die Universität ist ein pastoraler Bildungsbereich, insbesondere in der Jugendarbeit.