Pedro de Mena: Die reuige Magdalena (Magdalena Penitente)

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Analyse der Skulptur: Magdalena Penitente

Magdalena Penitente (Skulptur)

Chronologische Einordnung und Urheberschaft

Das Werk Die reuige Magdalena wurde von dem Bildhauer Pedro de Mena im Jahr 1664 (17. Jahrhundert) geschaffen.

Stilistische Einordnung

Das Werk Die reuige Magdalena gehört dem Stil des klassizistischen Barocks an.

Formale und technische Merkmale

  • Technik: Schnitzen (Carving).
  • Material: Holz.
  • Gattung: Freiplastik (Rundplastik).
  • Typus: Standfigur.
  • Chromatik: Polychrome Fassung mit dunkler Tönung. Farben: Braun und Ocker.
  • Bewegung: Kein ausgeprägtes Gefühl von äußerer Bewegung.
  • Komposition: Geschlossen und zentripetal (Linien und Blick nach innen gerichtet). Das Werk wirkt ausgewogen, statisch und vertikal.
  • Perspektive: Bevorzugte Ansicht von vorne (Frontalansicht).
  • Volumen: Geschlossenes Volumen.
  • Lichteffekte: Chiaroscuro-Effekte (Hell-Dunkel) durch Vertiefungen im Haar, in den Falten und im Gesicht. Dies erzeugt einen plastischen, symbolischen und expressiven Wert (polierte, hellere Partien).
  • Ausdruck: Hohe Expressivität in den Augen und Händen; die Hand hält das Kruzifix und drückt auf die Brust, was tiefe Trauer ausdrückt.
  • Rhythmus: Fiktiver innerer Rhythmus und Bewegung, die sich im Gesicht widerspiegeln. Anwendung des Kontraposts (klassischer Look).
  • Proportionen: Entspricht dem Kanon des Schönheitsideals.
  • Geometrie: Die kompositorische Geometrie basiert auf einer geraden, vertikalen Linie.

Ikonographie, Bedeutung und Funktion

Thema: Die reuige Magdalena ist das lebendige Bild der Reue. Als Frau, die den wahren Glauben gefunden hat, bereut sie ihre sündige Vergangenheit. Ihr Blick ist fest auf das Kreuz gerichtet, das Symbol für die Erlösung der Menschheit und den Tod Christi, für den sie sich als Sünderin mitverantwortlich fühlt.

Funktion: Religiöse und symbolische Funktion, da sie die für die Erlösung notwendige Reue darstellt.

Ikonographische Studie

Magdalena hält das Kreuz mit der linken Hand und betrachtet den Tod; mit der rechten Hand drückt sie auf ihre Brust.

Ikonographische Vorbilder

Ein Vorbild ist Gregorio Fernández mit seiner Darstellung der büßenden Maria Magdalena.

Bedeutung

  • Symbol für das Christentum, um die Möglichkeit der Vergebung von Sünden zu begreifen.
  • Die Anerkennung von Schuld und Reue zeigt sich in Gesicht, Händen, Kleidung und dem Akt der Buße beim Rückzug in die Wüste.
  • Übernahme aus dem Professhaus der Jesuiten in Madrid.

Religiöse und gesellschaftliche Funktion

  • Verbreitung des katholischen Glaubens als Antwort auf die protestantische Häresie.
  • Propaganda der katholischen Kirche.
  • Illustration der Dogmen der katholischen Kirche.
  • Religiöse und symbolische Funktion, da sie die für die Rückzahlung (Erlösung) erforderliche Reue darstellt.

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